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Gardasee-Hotspot: Das ändert sich 2026 für Touristen in dieser Stadt

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Gardasee-Hotspot: Das ändert sich 2026 für Touristen in dieser Stadt

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    Sehenswürdigkeiten am Gardasee, wie die Scaligerburg in Sirmione, locken zahlreiche Touristen an. In der Hochsaison ächzen italienische Orte unter den Besuchermassen.
    Sehenswürdigkeiten am Gardasee, wie die Scaligerburg in Sirmione, locken zahlreiche Touristen an. In der Hochsaison ächzen italienische Orte unter den Besuchermassen. Foto: Rene Hartmann, stock.adobe.com (Archivbild)

    Der Gardasee ist nicht ohne Grund ein beliebtes Urlaubsziel bei deutschen Urlaubern. Die Kombination aus mediterranem Klima, ansprechender Landschaft und zahlreichen Freizeitmöglichkeiten macht den größten See Italiens zu einem perfekten Reiseziel für Familien, Paare und Aktivurlauber gleichermaßen. Malerische Orte wie Sirmione, Limone oder Riva del Garda laden zu entspannten Spaziergängen ein, während Wassersportfans Segeln, Windsurfen oder Stand-up-Paddling genießen können. Zudem lockt die Region mit kulturellen Highlights, historischen Burgen und einer ausgezeichneten Küche, die von regionalen Spezialitäten bis hin zum Gourmetrestaurant reicht.

    Doch wo viele Touristen sind, können auch Probleme entstehen. Massentourismus belastet die Infrastruktur, führt zu überfüllten Sehenswürdigkeiten und langen Wartezeiten und wirkt sich teilweise negativ auf die Umwelt und das lokale Leben aus. Auch die Preise für Unterkünfte und Gastronomie steigen in stark frequentierten Ferienzeiten, was sowohl Besucher als auch Einheimische zu spüren bekommen. In Sirmione, einer Stadt, die am Südufer des Gardasees auf einer Halbinsel in den See hineinragt, kam es im Mai 2025 zu einem massiven Touristenansturm: Tausende Besucher blockierten den Zugang und die Straßen der 8000-Einwohner-Stadt für Stunden vollständig. Welche Konsequenzen der Ort für dieses Jahr daraus zieht, steht jetzt fest.

    Gardasee-Hotspot: Welche Pläne hat Sirmione, um dem Touristenandrang zu begegnen?

    Laut der italienischen Tageszeitung Giornale di Brescia hatte der Sicherheitsbeauftragte von Sirmione, Massimo Padovan, im vergangenen Jahr mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, um den Massentourismus in der Stadt unter Kontrolle zu bringen. Dazu gehörten unter anderem ein Reservierungssystem für Altstadtbesucher sowie festgelegte Maximalzahlen, die nicht überschritten werden sollten. Im Gespräch waren auch Eintrittsgelder für den Altstadtbereich, wie es in Venedig bereits umgesetzt wird.

    Wie sich nun zeigt, fallen die Maßnahmen in Sirmione weniger streng aus als von Padovan vorgeschlagen. Weder ein Reservierungssystem oder Eintrittsgelder für die Altstadt noch Maximalzahlen für Besucher sind derzeit geplant. In dem Strategiepapier „Sirmione 2026“ hat die Stadtverwaltung Maßnahmen zur Steuerung der Touristenströme im historischen Zentrum vorgestellt. Sie reichen von mehr Fußgängerzonen über die Aufstockung der Ordnungshüter bis hin zu mehr Parkplätzen für Anwohner.

    Ziel sei es nicht, den Tourismus einzuschränken, „sondern ihn verantwortungsvoll zu steuern, um die Sicherheit und Lebensqualität von Anwohnern, Arbeitnehmern und Gästen zu gewährleisten“, sagte Bürgermeisterin Luisa Lavelli laut einer Pressemitteilung der Gemeinde. Die wichtigsten Maßnahmen sind:

    • An 31 Tagen – insbesondere an Wochenenden der Hochsaison und Feiertagen, unter anderem am Osterwochenende ab dem 4. April 2026 – wird die Altstadt zwischen 14 und 19 Uhr zur Fußgängerzone, wobei Sicherheitskorridore für Rettungsfahrzeuge stets zugänglich sind.
    • Grifo Parking, ein bereits existierender kostenloser Park- und Transportservice für Hotelgäste in der Innenstadt, wird an den Fußgängerzonen-Tagen bis 21 Uhr verlängert und um Elektro-Golfcarts erweitert.
    • Für Reisebusse ist künftig eine Reservierung auf dem Parkplatz Monte Baldo erforderlich.
    • Die Anzahl der für Anwohner des historischen Zentrums reservierten Parkplätze wird von 40 im Jahr 2023 auf 87 im Jahr 2026 erhöht.
    • Zusammen mit der Schifffahrtsgesellschaft Navigarda wird an zusätzlichen Fahrten während der Spitzenzeiten und separaten Fußgängerwegen für den Zugang zu Motorbooten gearbeitet, wodurch Warteschlangen reduziert werden sollen.

    Sirmione am Gardasee: Wie sorgt die Gemeinde für mehr Sicherheit?

    Zudem werden laut den Plänen der Gemeinde auch mehr Ordnungshüter im Einsatz sein und die lokale Gesundheitsversorgung soll verbessert werden. So sollen 2026 zwei Krankenwagen an 72 Tagen im Einsatz sein – das sind drei Tage mehr als im Vorjahr. Die Küstenüberwachung wird vom Zivilschutz übernommen und die örtlichen Polizeikräfte werden um vier Saisonbeamte verstärkt. Eine Vereinbarung mit der Gemeinde Desenzano del Garda ermöglicht die Aktivierung zusätzlicher Einsatzkräfte.

    Die Anzahl der Einsatztage sogenannter „Street Tutors“ wird von 38 auf 105 erhöht: Sie sollen Besucher informieren und lenken. Laut der britischen Tageszeitung The Guardian erkennt man die örtlichen „Street Tutors“ in Sirmione an gelben Westen mit der Aufschrift „Keep calm and enjoy“. Sie unterstützen die örtlichen Polizisten dabei, den Touristenfluss in die und aus der Altstadt zu steuern. Zudem sollen sie für Ordnung und Benehmen sorgen – etwa damit Touristen nicht in Badebekleidung herumlaufen oder mit dem E-Scooter durch die Altstadt fahren.

    Zusammengefasst stehen laut den Plänen der Gemeinde vor allem die Sicherheit und die Lebensqualität aller – Anwohner und Besucher von Sirmione – im Vordergrund: weniger Autos, bessere Koordination von Touristenströmen, mehr Ordnungskräfte vor Ort. Ob dadurch Beeinträchtigungen, wie sie durch den Touristenandrang im vergangenen Jahr ausgelöst wurden, verhindert werden können, wird die Urlaubssaison 2026 zeigen.

    Übrigens: Eine andere Gemeinde am Gardasee, Malcesine, greift jetzt in den Wohnungsmarkt ein und sorgt damit voraussichtlich für weniger Ferienwohnungen. Wenn Eigentümer ihre Wohnungen langfristig an Einwohner vermieten statt kurzfristig an Urlaubsgäste, können sie von einer deutlich gesenkten Immobiliensteuer profitieren. Der Hintergrund war, dass es für Einheimische und Arbeitskräfte zunehmend schwieriger wurde, bezahlbaren Wohnraum zu finden – ebenfalls eine Folge des florierenden Tourismus am Gardasee.

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