Für viele deutsche Urlauber gehört ein typisches Frühstück im „all you can eat“-Stil fest zum Türkei-Urlaub dazu. Stundenlang schlemmen und von allem etwas probieren – doch diese Freiheit könnte bald eingeschränkt werden. Die Regierung arbeitet an neuen Maßnahmen, die das Frühstücksbuffet künftig abschaffen könnten. Doch warum steht das Buffet auf der Kippe und was könnte Türkei-Urlauber 2026 erwarten?
Türkei-Urlaub: Wie beliebt sind „all you can eat“-Buffets?
Einmal zahlen und schlemmen ohne Limit: „All you can eat“-Buffets sind für viele deutsche Urlauber der Inbegriff von Erholung. Keine Menükarte, keine Rechnung am Tisch, keine Suche nach dem nächsten Restaurant. Stattdessen: Essen, so viel man will.
Wie beliebt das Konzept ist, zeigt eine Umfrage der Reiseplattform Expedia. 44 Prozent der 1000 befragten Deutschen gaben an, im Urlaub Hotels mit einer All-inclusive-Verpflegung zu bevorzugen. Neben der freien Auswahl an Speisen spielt hauptsächlich die Bequemlichkeit eine Rolle – alles ist organisiert, der Stress bleibt zu Hause.
Expedia-Sprecherin Susanne Dopp spricht von einem „Rundum-Sorglos-Paket aus Erholung, Service und gutem Essen“, das viele Urlauber schätzen – besonders jüngere. Und kaum ein Land steht so sehr für dieses Urlaubsmodell wie die Türkei. Antalya, Dalaman und Bodrum zählen laut Expedia – neben Klassikern wie Mallorca oder Kreta – zu den beliebtesten All-inclusive-Reisezielen.
„All you can eat“ ade? Warum das türkische Frühstücksbuffet auf der Kippe steht
Mit dem All-inclusive-Frühstücksbuffet könnte bald Schluss sein. Derzeit werden neue Pläne ausgearbeitet, die das Ende der traditionellen Frühstückskultur für deutsche Touristen bedeuten könnte. Doch warum soll das Buffet überhaupt abgeschafft werden? „All you can eat“ heißt aus dem Englischen übersetzt: so viel essen, wie man möchte. Dafür halten Hotels und Restaurants Berge an Lebensmitteln bereit. Wird das Essen nicht verzehrt, landet es meist im Müll – und das nicht zu knapp.
Laut dem Kompetenzzentrum Tourismus, das im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie arbeitet, landen weltweit jährlich 931 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Das entspricht etwa einem Drittel aller produzierten Lebensmittel. Auch in der Türkei werden jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Die Türkische Stiftung zur Abfallprävention (TİSVA) schätzt die Menge auf rund 23 Millionen Tonnen.
Laut Ramazan Bingöl vom türkischen Präsidialrat für Landwirtschafts- und Ernährungspolitik stehen neben der Verschwendung im privaten Haushalt besonders die „all you can eat“-Frühstücksbuffets im Fokus, wie er gegenüber dem türkischen Magazin gzt.com sagt: das sogenannte Serpme Kahvaltı. Dabei werden zahlreiche kleine Schalen mit verschiedensten Speisen aufgetischt: Oliven, Käsesorten, Honig, Marmeladen, Eier, Sucuk (türkische Knoblauchwurst) und Gebäck wie Gözleme (gefüllte Teigtaschen) oder Börek. Die Buffets sind praktisch endlos und genau das führt zu enormer Verschwendung.
„À la carte“ statt „all you can eat“? Was sich für Türkei-Urlauber 2026 ändern könnte
Das Ausmaß an Lebensmittelverschwendung ist enorm und gibt auch dem Ratsmitglied vom Präsidialamt zu bedenken: „Allein bei Buffets landen mindestens 150 Gramm der Lebensmittel, die sich eine Person auf den Teller lädt, im Müll. Das ist eine erschreckende Zahl“, sagt Bingöl. Daher wurden nun erste Schritte eingeleitet. Wie Bingöl dem Magazin erklärt, soll ein „nationales Umdenken“ erfolgen. Ein Bericht wird derzeit ausgearbeitet und soll Präsident Erdoğan bald vorgelegt werden. „Wir werden entsprechend handeln und in der Türkei eine landesweite Kampagne zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung starten“, erklärt er.
Doch was bedeutet das konkret für Urlauber in der Türkei? Das beliebte „all you can eat“-Frühstücksbuffet könnte es künftig wohl nicht mehr geben. Ginge es nach Bingöl, soll das All-inclusive-System in Hotels auf „à la carte“ umgestellt werden – wie unter anderem die türkische Tageszeitung Sabah berichtet. Damit soll verhindert werden, dass zu viel Essen weggeworfen wird. Urlauber würden künftig nur das bezahlen und essen, was sie tatsächlich bestellt haben. Ob das Konzept tatsächlich umgesetzt wird, wird sich zeigen.
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