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Lonely Planet, Tui und Co.: Das sind die angesagten Trends für das Reisejahr 2026.

Reisetrends 2026

Münster oder Malediven? Longevity oder Noctourism? Das sind die Reisetrends für 2026

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    Noctourism, ein neuer Trend? Reiseziel, etwa Paris, bei Nacht auszukosten.
    Noctourism, ein neuer Trend? Reiseziel, etwa Paris, bei Nacht auszukosten. Foto: stock.adobe.com

    Wie wird gereist im Jahr 2026? Wohin zieht es die Menschen? Was sind die angesagten Trends? Wer jetzt schon planen will, findet hier Inspiration für spannende Ziele und Events, die 2026 eine Reise wert sind. Lonely Planet hat wieder die 50 besten Länder, Regionen und Städte des nächsten Jahres kürt, der Marco Polo Trendguide hat 40 Ziele ausgemacht, die auf der touristischen Landkarte neu sind oder besondere Erlebnisse versprechen.

    Die Sehnsucht nach Natur zählt zu den Reisetrends 2026

    Sechs zentrale Trends hat Tui gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Appinio für 2026 identifiziert. Demnach werden drei Haupttrends das Reiseverhalten prägen: „Back to Nature“ betont Achtsamkeit und Erholung im Grünen. „Taste Tourism“ steht für die kulinarische Entdeckung von Destinationen, und „Indie Travel“ für die individuelle Reiseplanung. „Luxus misst sich heute nicht mehr am Haben, sondern am Erleben“, ist Steffen Boehnke, Geschäftsführer der Tui-Tocher airtours, überzeugt. Entsprechend sieht er „exklusiv kuratierte Rundreisen, Luxussafaris und Naturabenteuer“ im Trend, „die persönliche Wünsche konsequent in den Mittelpunkt stellen“. Als Megatrend nennt Boehnke Longevity. Denn das Streben nach einem langen, gesunden Leben werde gerade für Luxusreisende immer wichtiger.

    Gleich sieben Trends hat Skyscanner für das nächste Jahr ausgemacht: Demnach spielt der Wunsch nach Schönheit (Beauty) ebenso eine Rolle wie der nach gutem Essen, werden Hotels selbst zum Reiseziel und Berge zum Sehnsuchtsort. Immer mehr reisen am liebsten allein, während andere gern mit der (Groß)Familie unterwegs sind. Und schließlich lässt man sich auch von der Literatur zu Reisen inspirieren. Unter den angesagten Zielen sticht San José del Cabo in Mexiko mit einem Plus von 275 Prozent bei den Suchanfragen hervor gefolgt von Oradea in Rumänien mit einem Plus von 156 Prozent.

    Ungewöhnliche Reiseziele bei Lonely Planet

    Lonely Planet hat in „Best of Travel in 2026“ wieder 50 angesagte Ziele und Reiseerlebnisse aufgelistet. Darunter sind bekannte Ziele wie Peru oder Tunesien, aber auch weniger bekannte wie Jeju-Do in Südkorea oder die Salomon Inseln. Die vorgestellten Ziele müssten nicht Instagram-tauglich sein, heißt es im Vorwort: „Wir reisen, um tiefer zu blicken: in uns selbst, in andere und auf völlig neue Orte und Menschen, die uns vielleicht eine neue Perspektive auf die Welt eröffnen.“ Zum Beispiel durch aktive Teilnahme an Naturschutzprojekten am Amazonas. Bei einer Flusskreuzfahrt auf dem Mekong, auf dem Great Bathing Trail im australischen Victoria, bei den Flying Cholitas, den starken Frauen in Bolivien.

    Unvergesslich wohl auch die vorgeschlagene Übernachtung im „Train on the Bridge“ in Südafrika, einem zum Luxushotel umgebauten Zug auf einer Brücke im Kruger-Nationalpark. Ein paar europäische Ziele haben es immerhin in Best Travel geschafft: Sardinien und Finnland, das spanische Cádiz und das niederländische Utrecht. Besondere Erlebnisse versprechen das Haus der Architektin Eileen Gray im südfranzösischen Roquebrüne-Cap-Martin, der Besuch eines Premier League-Spiels in England, das „legendäre Nachtleben“ Belgrads oder Bristols Street Art. Deutschland hat diesmal wohl nichts beizutragen.

    Die Deutschen bleiben gerne in Deutschland

    Dabei ist laut einer Umfrage von Holiday Check Deutschland das begehrteste Reiseziel der Deutschen. Drei Viertel träumen demnach von einer Rundreise im eigenen Land, noch vor Kanada, den Malediven und Neuseeland. 74 Prozent der Befragten würden sich für eine Deutschland-Rundreise entscheiden, wenn Zeit, Geld und Sicherheit keine Rolle spielten.

    Im Marco Polo Trendguide, für den das Redaktionsteam wieder 40 Ziele zusammengetragen hat, kann Deutschland immerhin mit den Geoparks, dem Zittauer Gebirge oder Cottbus punkten. „Mehr Freiheit geht nicht“, attestieren die Marco-Polo-Scouts der Mongolei. Im malaysischen Nationalpark Taman Negara lockt eine Canopy Tour Abenteuerlustige. Coolcation, also Urlaub in kühleren Regionen, wurde schon länger als Trend propagiert. Vielleicht klappt‘s ja nächstes Jahr. Das gilt auch für Slow Travel oder den „Trend: Unterwegs in den Schweizer Bahnen“. Geht es nach den Marco-Polo-Autoren liegen auch Festival-Trips im Trend und Set-Jetting, also Reisen zu Drehorten. 

    Welche Rolle der Umweltschutz beim Reisen spielt

    Ob die Deutschen sich bei ihren Reisen von solchen Vorhersagen leiten lassen? 80 Prozent, das ergab eine Booking.com-Umfrage, würden 2026 die Künstliche Intelligenz (KI) bei der Reiseplanung nutzen, 20 Prozent sich zumindest von KI-Tools unterstützen lassen. Wobei durchaus auch Skepsis besteht. Die meisten wollen die Entscheidungen nicht gänzlich der KI überlassen. Aber 62 Prozent erwarten, dass autonome Reiseplanung in naher Zukunft zur Regel wird. Auch das ein Trend. Natürlich hat auch booking.com Trends ausgemacht, etwa den „Noctourism“, Reisen, die das Ziel haben, „die Nacht in ihrer ganzen Pracht zu erleben“ oder „Vintage-Reisen“, bei denen das Reiseerlebnis zum Souvenir wird. Die angesagtesten Reiseziele sind laut booking.com Sanya auf der chinesischen Insel Hainan, das italienische Triest, João Pessoa-Spuren in Brasilien und in Deutschland die Studentenstadt Münster.

    Die arabische Welt könnte stärker nachgefragt werden

    Bei der Vielfalt der Vorschläge könnte die Wahl des nächsten Urlaubsziels schwer fallen. Zumal Reisen 2026 zum Luxusgut zu werden droht. Studienreiseveranstalter Studiosus sieht allerdings gerade wegen der Preisentwicklung in Europa eine Verlagerung hin zu Fernreisezielen wie China, Thailand oder Indien. Als Trend beobachtet Geschäftsführer Peter Mario Kubsch ein Comeback der arabischen Welt. Und Umweltbewusste würden 2026 vermehrt mit der Bahn anreisen. Allerdings hakt es wohl mit der „Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen“, wenn man den Abschlussbericht der gleichnamigen Studie vom Umweltbundesamt anschaut. Zwar wollen demnach immer mehr Menschen nachhaltig unterwegs sein - 49 Prozent wünschen sich ökologische, 61 Prozent sozialverträgliche Urlaubsreisen -, doch beim tatsächlichen Verhalten klafft eine Lücke: So wurde 2023 im touristischen Bereich so viel geflogen wie nie zuvor. Die Bedeutung der Nachhaltigkeit bei der Reiseentscheidung stagniert laut dem Forschungsbericht seit 2021. Offensichtlich, so die Wissenschaftler, ist Nachhaltigkeit für viele ein Wunsch aber keine Bedingung beim Reisen – und derzeit wohl alles andere als ein Trend. 

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