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Longevity im Urlaub: So fühlt es sich in der Kältekammer bei minus 85 Grad an.

Longevity

Kältekammer, Rotlicht, Höhentraining: Lebt man dadurch wirklich länger?

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    Unter dem Rotlicht sollen Zellen gestärkt und Entzündungen im Körper bekämpft werden.
    Unter dem Rotlicht sollen Zellen gestärkt und Entzündungen im Körper bekämpft werden. Foto: Hotel

    Als der erste Schluck des Grünen Veltliners seine Aromen auf der Zunge entfaltet, halten wir schlagartig inne. War das eine gute Idee? Der Weißwein aus der Wachau passt zwar perfekt zum fünfgängigen Signature-Menü. Versprochen wird das Beste, was die Küche des Hotel Krallerhofs im österreichischen Leogang zu bieten hat. Doch wir sind hier, um den aktuellen Gesundheits- und Wellnesstrend Longevity auszuprobieren. Das Internet ist voll von Ratgebern zu diesem Thema, und auf der Liste der Dinge, die wir meiden sollten, steht auch Alkohol und damit unser Glas Weißwein.

    Longevity heißt übersetzt Langlebigkeit, doch die exakte Übersetzung greift zu kurz, um das eigentliche Thema zu erfassen. Obwohl es verschiedene Auslegungen und Ansätze gibt, eint sie alle das Bestreben nach einem körperlich und geistig gesunden und erfüllten Leben. Das Ziel besteht jedoch nicht darin, dem Leben einfach mehr Jahre hinzuzufügen, sondern darin, die Qualität des Lebens zu erhöhen.

    Der Krallerhof in Leogang ist seit vierter Generation in Familienbesitz.
    Der Krallerhof in Leogang ist seit vierter Generation in Familienbesitz. Foto: Hotel

    „Wir gehören sicherlich zu den ersten, die Longevity in unser Hotelprogramm integriert haben“, sagt Michaela Altenberger, die Leiterin des Longevity-Programms des Fünf-Sterne-Hauses in den österreichischen Alpen. Das Hotel wird bereits in vierter Generation von der Familie Altenberger geführt. Michaela Altenberger erzählt, dass sie nicht damit gerechnet habe, dass die Einführung einer neuen Philosophie im Haus so viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Das beginne am Morgen mit dem Frühstücksbuffet, das mit Speisen bereichert werden müsse, die für Longevity stehen. Insbesondere seien dies naturbelassene, nährstoff- und ballaststoffreiche Lebensmittel. Auch achte sie darauf, Nahrungsmittel anzubieten, die Entzündungen entgegenwirken sollen.

    „Wir sind kein Gesundheitshotel“

    Wir gehen gemeinsam ans Buffet, wo sie uns auf Forelle, Leinsamen und Walnüsse hinweist, die reich an Omega-3-Fettsäuren seien. Wichtig für die Gesundheit seien zudem fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, saure Gurken oder Kombucha.

    Wie ist unser Glas Wein zum Essen einzuschätzen, fragen wir die Longevity-Expertin. Altenberger lächelt nachsichtig. Alkohol gelte als Nervengift, das die Zellen schädigen könne, weshalb er streng genommen den Lehren von Longevity widerspreche. Für viele sei er aber ein Genuss und stehe für Geselligkeit. „Wir sind kein Gesundheitshotel“, betont sie. Immer wieder erlebe sie Paare, bei denen einer die Lehren von Longevity akribisch verfolge, während der andere einfach das esse, was ihm oder ihr gerade schmeckt, so Altenberger.

    Beim Frühstück sitzt ein solches Paar neben uns: Die sportliche Frau Mitte dreißig isst ein Müsli und trinkt dazu einen leuchtend grünen Smoothie, während ihr muskulöser Gegenüber unbeirrt Speck, Würstchen, Rührei und ein zuckriges Törtchen verzehrt.

    Der Philosophie wird nicht alles untergeordnet

    Auch wenn sie daran arbeiteten, die Longevity-Philosophie im gesamten Hotel spür- und erlebbar zu machen, so werde dem nicht alles untergeordnet, sagt Altenberger. Schließlich sei der Krallerhof, ein traditionsreiches Familienhotel, das aus einem alten Bauernhaus entstanden sei. Seit 1957, als die ersten Gäste in einer kleinen Pension neben dem Bauernhof untergebracht wurden, hat sich der Betrieb zu einem weitläufigen Komplex entwickelt, der heute rund 400 Gästen Platz bietet.

    Die jüngste Erweiterung ist der luxuriöse Spa-Bereich Atmosphere, entworfen vom renommierten Star-Architekten Hadi Teherani, der bereits markante Bauwerke wie den Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen geschaffen hat. In Leogang hat er ein architektonisches Kunstwerk entworfen, das sich organisch in die Landschaft integriert. Innen dominieren hellgrauer Sichtbeton und Glas. Über dem Saunabereich thront der Yoga-Raum, dem sich ein Café und außerhalb ein 5.000 Quadratmeter großen Naturbadesee anschließen, in dem sich ein 50 Meter langer Infinity-Pool befindet.

    Das Longevity-Programm umfasst drei Therapien, die ganzjährig und unabhängig voneinander angeboten werden. Dazu gehören die Intervall Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT), eine Form des Höhentrainings, die Kryo-Therapie, die mit extremer Kälte arbeitet, sowie die Rotlichttherapie.

    Mit Badehose und Mundschutz geht es in die Kältekammer.
    Mit Badehose und Mundschutz geht es in die Kältekammer. Foto: Hotel

    Kryo heißt aus dem griechischen übersetzt Kälte, und eben diese soll Wunder bewirken. Wir betreten einen kleinen, fensterlosen Raum, in dem in einer Ecke ein überdimensionierter Gefrierschrank mit einer Temperatur von minus 85 Grad steht. Der Puls rast, als hätte unser Gehirn den Körper bereits darauf vorbereitet, gleich in eine lebensbedrohliche Situation zu geraten. Nachdem wir, nur mit Badeanzug bekleidet, Ohren- und Mundschutz, Handschuhe und Filzpantoffeln angezogen haben, schwindet unser Mut. Doch schon öffnet die Spa-Mitarbeiterin die Glastür, und nach vier zögerlichen Schritten schließt sich die Tür hinter uns. Die trockene Kälte in der Eiskammer bleibt erträglich und schmerzfrei. Doch drei Minuten können lang sein. Unsere Fantasie springt hin und her, von alten Kinderliedern bis zur Frage, wie sich wohl Reinhold Messner und Arved Fuchs bei ihrer Antarktisdurchquerung gefühlt haben. Schließlich ist die Zeit um, und mit der Erlösung schießen Adrenalin und Endorphine durch den Körper. Worte der Erleichterung, das ganze gewagt und überlebt zu haben, ergießen sich über die Spa-Mitarbeiterin. Doch was bringt diese extreme Kälte neben dem Adrenalinkick und den Glücksgefühlen, die zwar angenehm, aber sicher nicht von Dauer sind?Michaela Altenberger berichtet von wissenschaftlichen Studien, die nahelegen, dass die intensive Kälte die Durchblutung fördere, Entzündungen reduziere, Muskeln entspanne und Hauptprobleme löse.

    Vor der Kälte geht es um die körperliche Fitness

    Die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie zielt darauf ab, den Körper zu trainieren, indem ihm im Wechsel niedrige und hohe Sauerstoffkonzentrationen über eine Maske zugeführt werden. Die Spa-Mitarbeiterin erkundigt sich nach unserer körperlichen Fitness und führt einen einfachen Lungentest durch. Sie entscheidet sich für ein mittleres Training bis auf etwa viertausend Höhenmeter. Die Maschine startet ein voreingestelltes vierzigminütiges Programm. Abwechselnd wird kalte und warme Luft hineingeblasen, doch wann genau weniger Sauerstoff zur Verfügung steht, ist unklar. Langsam breitet sich Entspannung im Körper aus. Fast wären wir eingeschlafen, doch in dem Moment ist die Zeit vorbei. Angeblich soll das Sauerstofftraining den Schlaf verbessern. Ob es an der Bergluft, der allgemeinen Entspannung oder dem Höhentraining liegt, wissen wir nicht, besser geschlafen haben wir auf jeden Fall. Für ein effektives Training sei es wichtig, die Anwendung zu wiederholen und die Sauerstoffzufuhr langsam zu reduzieren, so Altenberger.

    Am letzten Tag steht Rotlichttherapie auf dem Programm, die uns verspricht, unser Immunsystem und unsere Zellen zu stärken sowie Entzündungen zu bekämpfen. Anders als in Solarien, die UV-Licht zur Bräunung der Haut nutzen, arbeiten Rotlicht-Therapiegeräte mit rotem Licht, das in die oberen Hautschichten eindringen und die Zellen aktivieren soll. Wir haben uns danach zwar nicht grundlegend anders gefühlt, doch vielleicht hat es dem Körper gutgetan.

    Wie lange hält das entspannte Gefühl an?

    Nach drei Tagen in der imposanten Landschaft des Pinzgaus, umgeben von den Leoganger Steinbergen im Norden und den Kitzbüheler Alpen im Süden, zwischen Pool und Sauna sowie nach Höhentraining, Kältekammer und Rotlicht fühlen wir uns ausgeglichen und entspannt. Aber wie lange hält dieses Gefühl an? Und inwieweit sind sie das Ergebnis der Anwendungen?

    Auch der Blick auf die Berge trägt in Leogang zur Entspannung bei.
    Auch der Blick auf die Berge trägt in Leogang zur Entspannung bei. Foto: Hotel

    Möglicherweise wirken sich Longevity-Anwendungen positiv auf die Gesundheit aus. Eine große Rolle spielen sicherlich die heilsame Natur, die wohltuende Berglandschaft und der entspannte Luxus, den das Hotel bietet. Am Ende wird klar, dass wir im Alltag selbst Verantwortung für unser Wohlbefinden übernehmen müssen. Und dass es völlig in Ordnung ist, sich ab und zu den kleinen Freuden des Lebens hinzugeben, sei es Schokolade, ein saftiger Krustenbraten oder ein gutes Glas Wein. Denn das Leben soll nicht nur lang, sondern immer wieder auch genussvoll sein.

    Die Autorin recherchierte auf Einladung des Hotels

    Informationen zum Hotel

    Das nächste Longevity & Biohacking Retreat vom 16.-20.November 2025 im Hotel Krallerhof widmet sich insbesondere den Themen Darmgesundheit, Schlaf, Regeneration und Ernährung (Preise inkl. Halbpension zum Frühbucherrabatt bis 01.09. ab € 3.325 pro Person., danach ab € 3.500 pro Person). Die Longevity-Anwendungen (Kryo-Kammer, Rotlicht, Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie) können ganzjährig zum Aufenthalt dazugebucht werden. Weitere Informationen unter https://www.krallerhof.com/de/

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