Die Hagia Sophia aus dem 6. Jahrhundert, das antike Hippodrom des Konstantin, die Süleymaniye-Moschee aus dem 16. Jahrhundert. Das heutige Istanbul ist eine der bedeutendsten Städte der Menschheitsgeschichte, wenn es nach der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) geht. Aus diesem Grund wurden die historischen Bereiche der Stadt bereits 1985 gemeinschaftlich in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen. Doch es lohnt sich, bei einer Reise in die Türkei nicht nur Istanbul zu besuchen. Denn das Land am Bosporus hat insgesamt 22 UNESCO-Welterbestätten zu bieten. Wir stellen die neun Orte vor, die auf Tripadvisor am besten bewertet wurden.
UNESCO-Welterbe-Stätten im Türkei-Urlaub – Archäologische Stätte von Ani
Bei einem Urlaub in der Türkei kann man noch heute die Ruinen von Ani besichtigen, der früheren armenischen Hauptstadt. Die Stadt wurde im fünften Jahrhundert als Festung erbaut, wie bei Britannica nachzulesen ist. Mitte des elften Jahrhunderts lebten hier Schätzungen zufolge mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Nach vielen Kriegen und Eroberungen verlor die Stadt an Bedeutung. Die Ruinen zeigen laut der UNESCO noch heute die Vielfalt des mittelalterlichen armenischen, byzantinischen, seldschukischen und georgischen Städtebaus.
Ḫattuša, Hauptstadt der Hethiter
Ḫattuša war laut dem Deutschem Archäologischen Institut vom 17. bis zum 12. Jahrhundert v. Chr. die Hauptstadt des Hethiterreichs und liegt etwa 180 Kilometer östlich von Ankara. Heute ist Ḫattuša eine Ausgrabungsstätte zahlreicher Tempel, Keinschriftarchive und der sieben Kilometer langen Stadtmauer, die zum Teil rekonstruiert wurde.
Ein weiterer Reisetipp für den Türkei-Urlaub: nur zwei Kilometer entfernt liegt das hethitische Heiligtum Yazılıkaya, ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe.
UNESCO-Welterbe in der Türkei: Göbekli Tepe, mehr als 12.000 Jahre alte Steinanlagen
Göbekli Tepe ist eine der ältesten Großbauten der Menschheit, wie die UNESCO erklärt. Bereits rund 10.000 v. Chr. wurden hier Steinanlagen errichtet. Der Fundort wird auch heute noch archäologisch untersucht. Reisende sollten derzeit jedoch aufpassen. Der Fundort liegt rund 15 Kilometer nördlich von Şanlıurfa, nahe der syrischen Grenze. Aus diesem Grund rät das Auswärtige Amt von Reisen in diese Gegend ab.
Nationalpark Göreme und Felsendenkmäler von Kappadokien
Der Göreme Nationalpark ist eine von zwei gemischten Erbstätten. Das bedeutet, dass die UNESCO den Park sowohl für seine Natur als auch seine Kultur schützt. Die rund 100 km² große Fläche liegt etwa 300 Kilometer südlich von Ankara. Durch die Vulkane in der Gegend haben sich bunte Klippen und ungewöhnliche Gesteinsformationen gebildet. In diesen Formationen haben Menschen seit dem 4. Jahrhundert Höhlen gegraben, um sich vor Feinden zu schützen. Auch heute leben noch einige Menschen in diesen Höhlen, wie National Geographic berichtet.
Ephesos, Heimat eines der sieben Weltwunder
An der türkischen Mittelmeerküste, rund 70 Kilometer südlich von Izmir, liegt Ephesos, laut UNESCO eine der bedeutendsten Städte des Altertums. Zur Römerzeit war es mit etwa 200.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine der größten Städte des Reichs. 440 v. Chr. wurde in Ephesos der Artemistempel fertiggestellt, eines der sieben Weltwunder der Antike. Alexander der Große ließ den Tempel zerstören, dennoch haben die Ruinen der Stadt Besucherinnen und Besuchern viel zu bieten, unter anderem die Celsus-Bibliothek, das Theater oder den Hadrianstempel.
Die antike Stadt Aphrodisias in der Türkei
Die gut erhaltenen Ruinen von Aphrodisias machen den Ort in der Türkei zu einer der bedeutendsten archäologischen Stätten der griechisch-römischen Zeit. Überreste des Aphrodite-Tempels sind ebenso erhalten wie der historische Marktplatz und weitere öffentliche Gebäude. Im Museum gibt es eine große Sammlung von Statuen aus der Zeit zu begutachten. Die antike Stadt samt zugehöriger Marmorsteinbrüche, die auch zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, liegt rund 200 Kilometer südöstlich von Izmir.
Nemrut Dağı, Mauseleum von König Antiochos I.
Der Gipfel des Nemrut Dağı im Osten der Türkei ist eine Mischung aus Heiligtum und Grabstätte. Der hellenistische König Antiochos I. (69–34 v. Chr.) ließ den Ort laut UNESCO-Beschreibung als sein Mausoleum errichten, welches die persische und griechische Mythologie vereinen sollte. Der Bau war eines der größten Unterfangen der hellenistischen Zeit. Antiochos ließ sich unter anderem neben Zeus, Apollon und Herakles verewigen. Die Statuen sind heute teilweise zerstört, die Köpfe wurden davor aufgestellt.
Im Türkei-Urlaub nicht verpassen: Historische Bereiche von Istanbul
Die Hagia Sophia wird teils als achtes Weltwunder bezeichnet, wie die UNESCO deutlich macht. Und der Bau hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Zunächst erbaut als byzantinische Kirche wurde die Hagia Sophia vom 15. bis zum 20. Jahrhundert als Moschee genutzt und schließlich zum Museum umfunktioniert. Seit 2020 ist es wieder eine Moschee. Doch sie ist nur ein Teil des UNESCO Weltkulturerbes, das viele historische Bereiche des heutigen Istanbuls abdeckt. Die Stadt ist einer der wichtigsten Magneten der türkischen Tourismusbranche.
Die Selimiye-Moschee in Edirne
Die Selimiye-Moschee gilt nicht ohne Grund als Höhepunkt der osmanischen Architektur und wurde im 16. Jahrhundert in Adrianopel, dem heutigen Edirne, nur wenige Kilometer von der griechischen Grenze entfernt, von Sultan Selim II. erbaut. Die Kuppel hat laut UNESCO einen Durchmesser von rund 31 Metern, die acht tragenden Säulen sind aufwändig verziert. Darüber erheben sich die vier Minarette laut Angaben des Ministeriums für Tourismus rund 71 Meter gen Himmel. Zur Moscheeanlage gehören neben dem Gebetshaus auch eine Bibliothek, mehrere Schulen und ein Markt.
Auch interessant: Ein Dorf in der Türkei soll zu den 50 schönsten Dörfern der Welt gehören. Beim Urlaub in der Türkei gibt es außerdem einige Regeln zu beachten.
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