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Türkei-Urlaub: Nach mehreren Vergiftungsfällen – worauf Reisende jetzt achten sollten

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Türkei-Urlaub: Nach mehreren Vergiftungsfällen – worauf Reisende jetzt achten sollten

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    In der Türkei sollten sich deutsche Touristen vor chemischen und Lebensmittelvergiftungen in Acht nehmen.
    In der Türkei sollten sich deutsche Touristen vor chemischen und Lebensmittelvergiftungen in Acht nehmen. Foto: Ahmed Deeb, dpa (Symbolbild)

    Die Türkei zieht jedes Jahr mehrere Millionen Touristen aus Deutschland an. Laut der WirtschaftsWoche liegt das Land, das Europa und Asien verbindet, auf Platz vier der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. 2024 reisten rund 6,5 Millionen Urlauber aus Deutschland in die Türkei. Dort können sie Sandstrände, historische Stätten, eine außergewöhnliche Kultur und Kulinarik und lebendige Metropolen wie Istanbul vorfinden. In Letzterer sorgte im November 2025 der Tod einer deutschen Familie für Aufsehen. Der Fall wirft Fragen zur Sicherheit in Hotels auf und hat die Diskussion über mögliche Vergiftungen erneut entfacht.

    Türkei: Deutsche Familie starb an „chemischer Vergiftung“ – was vermuten die Behörden?

    Im November 2025 geriet eine Familie aus Hamburg in die Schlagzeilen, die in ihrem Türkei-Urlaub in ein Istanbuler Krankenhaus eingeliefert wurde. Nach den beiden Kindern starben auch die Mutter und der Vater in der Klinik, wie unter anderem die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete. Zunächst wurde eine Lebensmittelvergiftung vermutet, das Ergebnis der Obduktion liefert laut der Deutschen Welle (DW) jedoch Hinweise auf eine „chemische Vergiftung“. Die Behörden gehen demnach davon aus, dass es sich um eine Phosphin-Vergiftung handelt. Das Gas entsteht, wenn Aluminiumphosphid mit Feuchtigkeit reagiert – ein Mittel, das teilweise zur Bekämpfung von Bettwanzen eingesetzt wird.

    In Deutschland ist das genutzte Mittel zwar zugelassen, darf aber nicht zur Schädlingsbekämpfung in Hotels genutzt werden, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aufklärt. Das Verbot gilt für die komplette Europäische Union (EU).

    In den vergangenen Monaten wurden in der Türkei weitere Vorfälle bekannt. Im November 2024 starb eine deutsche Studentin in Istanbul – auch bei diesem Todesfall wurde eine Vergiftung nicht ausgeschlossen. Kurz nach der deutschen Familie mussten in Istanbul zwei niederländische Touristinnen mit Symptomen, die auf eine Vergiftung hinweisen könnten, im Krankenhaus behandelt werden. Ob die einzelnen Fälle miteinander in Zusammenhang stehen, ist derzeit unklar.

    Gefahr vor Vergiftung im Türkei-Urlaub: Wie können Reisende vorbeugen?

    Für Türkei-Reisende ist es kaum möglich, die Gefahr einer Vergiftung komplett auszuschließen. Allerdings gibt es einige Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen werden können. Wichtig ist in diesem Zuge die Wahl des Hotels. Markus Frühwein, Facharzt für Reise- und Tropenmedizin, empfahl im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk (BR), vor dem Reiseantritt im Hotel nachzufragen, ob in jüngster Zeit eine Schädlingsbekämpfung durchgeführt wurde. Wenn das der Fall ist, sei es sinnvoll, sich darüber zu informieren, welche Mittel eingesetzt wurden.

    Wer im Hotelzimmer ein schlechtes Gefühl habe, sollte umgehend die Fenster öffnen und die Rezeption aufsuchen. Bei den ersten Anzeichen auf eine Vergiftung sollte umgehend der Gang ins Krankenhaus angetreten werden, stellte Frühwein klar. Das Problem: Die Symptome einer chemischen Vergiftung sind denen einer Lebensmittelvergiftung ähnlich. Laut der Apotheken Umschau können Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfall auftreten. Zu den Symptomen einer chemischen Vergiftung gehören aber auch Fieber, Schwindel, Mundtrockenheit, Atemnot und ein Engegefühl in der Brust. Ein auffälliger „Knoblauchgeruch“ im Atem kann ein weiteres Alarmsignal sein.

    Bei einer Vergiftung mit Aluminiumphosphid gibt es laut der Apotheken Umschau kein spezifisches Gegengift. Im Krankenhaus können daher nur die Symptome behandelt werden.

    Welche weiteren Gefahren lauern im Türkei-Urlaub?

    Neben der Gefahr einer chemischen Vergiftung weist das Auswärtige Amt (AA) auf weitere mögliche Gesundheitsrisiken in der Türkei hin. Das Amt warnt dabei unter anderem vor Leitungswasser und Streetfood. „Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser“, rät das AA und klärt auf, dass in Restaurants teils Leitungswasser in Flaschen serviert wird. Bei Streetfood sollte man vor allem rund um Fisch und Fleisch aufpassen.

    Ein weiteres Risiko entsteht durch gepanschten Alkohol. „Kaufen Sie Alkohol nur in lizenzierten Fachgeschäften. Achten Sie auf ungeöffnete Originalverpackungen und offizielle Lizenzierung (Steuerbanderole); schlechte Druckqualität (auf der Banderole) bzw. falsche Schreibweisen können auf Fälschungen hindeuten“, empfiehlt das AA. Der Hintergrund: Die Steuern auf Alkohol sind in der Türkei hoch, weswegen Spirituosen manchmal mit billigem Methanol anstelle des üblichen Ethanols hergestellt werden. Bereits geringe Mengen von Methanol können für den Menschen lebensgefährlich sein, warnt das Auswärtige Amt.

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