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Schwabmünchen

11.02.2021

Geburtenstation der Wertachklinik Schwabmünchen bleibt dauerhaft zu

Die Geburtenstation in Schwabmünchen bleibt auch in Zukunft geschlossen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Krankenhaus-Chef Martin Gösele hält eine Wiedereröffnung der Schwabmünchner Geburtenstation für unrealistisch. Warum die Schließung in Pandemie-Zeiten auch etwas Gutes hat.

Die komplette Schließung der Geburtenstation in der Wertachklinik Schwabmünchen hat sich lange hingezogen. Im Mai 2018 schloss sie erstmals mangels Hebammen. Anschließend konnten Schwangere nur noch mit einem geplanten Kaiserschnitt in Schwabmünchen entbinden. Doch auch das war ab Januar 2019 nicht mehr möglich, da für diese Operationen keine Belegärzte mehr zur Verfügung standen. Die Wöchnerinnenstation wurde komplett abgemeldet. Etwa 400 Babys kamen früher im Schwabmünchner Krankenhaus im Schnitt jedes Jahr zur Welt. Und es hat sich abgezeichnet, dass es wohl auch kein Zurück mehr gibt.

Schließung der Schwabmünchner Geburtenstation hat etwas Gutes

Zwar haben sich die Zuständigen um eine Wiedereröffnung der Station lange Zeit bemüht, Stellenanzeigen geschalten, Werbung an der Hebammenschule gemacht und Prämien ausgelobt, doch alle Anstrengungen waren vergebens. Es fand sich kein Personal. Mit diesem Problem stand das Schwabmünchner Krankenhaus nicht alleine da. In ganz Deutschland haben in den vergangenen Jahren reihenweise Geburtsstationen geschlossen, schuld daran sind unter anderem die steil gestiegenen Versicherungsprämien für Hebammen. Krankenhaus-Chef Martin Gösele macht keine Hoffnung, dass die Station wieder öffnet.

In absehbarer Zukunft werden also nur noch sehr wenige Babys "Schwabmünchen" als Geburtsort in der Geburtsurkunde stehen haben - nur noch die Hausgeburten. Denn eine Wiedereröffnung der Station hält der Krankenhaus-Chef "nicht für realistisch", wie er Anfang der Woche auf Nachfrage berichtet. Die Bemühungen, geeignetes Personal zu finden, wurden während der Corona-Pandemie eingestellt. "Das Thema ist derzeit ganz weit weg", so Gösele, der dieser Schließung aktuell auch etwas Gutes abgewinnen kann. "Glückliche Fügung" nennt er die Situation. Denn die Station A3, die frühere Wöchnerinnenstation, ist mittlerweile die Aufnahmestation in der Klinik. Dort kommen zunächst alle Patienten hin, bis klar ist, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind oder eben nicht. "Nur deshalb ist es möglich, dass die Wertachklinik Schwabmünchen ein Corona-Schwerpunkt-Krankenhaus ist", sagt er.

Zahl der Geburten im Krankenhaus Bobingen steigt leicht

Die Geburtenstation in Bobingen ist nicht von der Entwicklung in Schwabmünchen betroffen. "In Bobingen funktioniert das System, weil alle Beteiligten mitmachen. Damit steht und fällt alles", so Gösele. Nach der Schließung der Schwabmünchner Station hat sich die Zahl der Geburten in Bobingen leicht erhöht: Im Jahr 2018 waren es noch 410 Geburten, 2019 bereits 430 und 2020 knapp 460. Dieser Anstieg ist geringer, als man vermuten könnte, jedoch entbinden nicht alle Frauen in Bobingen, die eventuell nach Schwabmünchen gegangen wären. "Viele gehen in die umliegenden Krankenhäuser nach Augsburg oder Landsberg", so Gösele.

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