Schwabmünchen: Warum Staudenschreiner Günther Wolff sogar Keller aus Holz baut
Schwabmünchen
Warum Staudenschreiner Günther Wolff sogar Keller aus Holz baut
Günther Wolff ist Gründer und Chef der Staudenschreiner Schwabmünchen. Er fertigt mit seinem Team Niedrigenergiehäuser aus Massivholz. Wie das funktioniert.
Von Von Siegfried P. Rupprecht|19.11.20 - aktualisiert:
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Günther Wolffs Leidenschaft ist der Werkstoff Holz. Er sei traditionell und gleichermaßen innovativ, betont er.Foto: Siegfried P. Rupprecht
Mit Holz kennt sich Günther Wolff aus. Für den Gründer und Chef der Staudenschreiner aus Schwabmünchen ist der nachwachsende Rohstoff traditionell und zugleich innovativ. Beim Thema Ökologie gebe es dazu keine Alternative, schwärmt er. Eines mag Wolff dagegen überhaupt nicht: Stahlbeton.
Der 61-jährige Holzhausbauer ist aber nicht nur bodenständig, sondern auch ein Mensch mit Prinzipien: „Ich bin ein erklärter Feind von Stahlbeton.“ Dieser Baustoff sei beim heutigen Hausbau nicht notwendig, nicht einmal mehr bei der Errichtung eines Kellers. Günther Wolff erklärt, warum das so ist. Das habe mit Nachhaltigkeit und gesundem Wohnen zu tun, erläutert er. „Ein Keller aus Massivholz verbessert die CO2-Bilanz des Gebäudes. Darüber hinaus ist er auch nach seiner Nutzungsphase problemlos rückbaubar.“
Im Untergeschoss werden große Sperrholzplatten verwendet
Seit einigen Jahren bauen er und sein Handwerkerteam Massivkeller aus großformatigen Brettsperrholzplatten. Die Idee dazu reifte allerdings schon länger. „Ich habe intensive Versuche unternommen und technische Grundlagen dazu geschaffen“, erzählt er.
So entsteht ein Holzhaus: Die Außenwände sind geschoßüberschreitend und deshalb stabil, heißt es.Foto: Siegfried P. Rupprecht
Eine spezielle dauerhafte Plane aus Synthetik-Kautschuk umschließe den Keller und sorge dafür, dass Feuchtigkeit nicht eindringe und die Räumlichkeiten trocken bleiben. „Im Gegensatz zu Beton muss hier nichts lange trocknen. Zudem ist kein Fußbodenaufbau mit Estrich erforderlich.“ Die Holzbodenplatte bilde anschließend die dauerhafte und wärmegedämmte Basis für den Holzbau. Verzichtet der Bauherr auf einen Keller, entsteht die Platte auf Streifen- oder wiederum komplett betonfrei mit Schraubfundamenten.
Die Außenwände errichten Wolff und sein Team vorzugsweise in geschossübergreifender Holzrahmenbauweise. „Diese Bauteile sind extrem stabil und setzungssicher“, macht er aufmerksam.
Eine millimetergenaue Fertigung ist nötig
Dabei werden alle Holzteile als Module hergestellt. Das hat den großen Vorteil, dass sie auf der Baustelle nur noch zusammengesteckt und verschraubt werden müssen. Damit auch alles zueinanderpasst, erfolgt die Planung der einzelnen Module vorher am Computer. „Damit ist eine millimetergenaue Fertigung der Teile gewährleistet“, versichert Wolff.
Handwerkliches Geschick ist beim Holzbau gefragt.Foto: Catherine Waibel, dpa (Symbolfoto)
Holz sei seine Leidenschaft mit Haut und Haar, betont der 61-Jährige. Hinzu komme, dass die Verarbeitung mit dem Rohstoff spannend und herausfordernd sei.
Im Mickhauser Ortsteil Münster aufgewachsen, absolvierte Günther Wolff 1974 in Augsburg eine Schreinerlehre. Nach seiner mehrjährigen Bundeswehrzeit besuchte er die Techniker-Meisterschule in Stuttgart. „Zu jener Zeit war das Waldsterben in aller Munde“, erinnert sich Wolff. „Der Einstieg in den Holzbau lag da quasi auf der Hand.“ So hob er vor über drei Jahrzehnten eine kleine regionale Manufaktur aus der Taufe, die heute 20 Mitarbeiter umfasst.
Unser Bild zeigt den jüngsten Holzbau der Firma im Mickhauser Ortsteil Münster.Foto: Siegfried P. Rupprecht
Ihre Dienstleistungen erstrecken sich von der Planung über den Aufbau bis hin zum schlüsselfertigen Gebäude, inklusive Haustechnik, Heizung, Sanitär und Lüftungsanlage. Selbst die Gartengestaltung wird von den Spezialisten der Staudenschreiner übernommen. Fünf bis sechs Häuser entstehen so pro Jahr in der Region. „Der Holzhausbau hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung erlebt und ein faszinierendes Innovationspotenzial entwickelt“, resümiert er.
Schreiner Wolff verwendet nur heimische Hölzer
Für die Hausverkleidung verwenden die Staudenschreiner heimische Hölzer, vor allem Lärche. Tropische Hölzer seien tabu, verdeutlicht Wolff. Nach der Montage der Dachelemente wird die gesamte Hausaußenhülle mit Cellulose gedämmt. „Damit erreichen wir eine dauerhafte, diffusionsoffene Gebäudehülle, ganz ohne Folien und Dampfsperren“, informiert der Holzhausbauer. Was ihm besonders wichtig ist? „Kein Staudenschreinerhaus kommt vorproduziert aus der Fabrik“, betont er. Es entstehe direkt auf der Baustelle.
So schützen Sie sich vor falschen Handwerkern
Aufpassen, wen man ins Haus lässt Informieren Sie sich über das Unternehmen, das Sie beauftragen möchten. Über das Internet kann man in Erfahrung bringen, wie seriös das Unternehmen ist. Viele Versicherungen bieten auch einen Handwerker-Vermittlungsservice an.
Eigenheimbesitzer aufgepasst Immer wieder kommen Wanderarbeitern vorbei, die vermeintlich spontane Bauarbeiten auf dem Grundstück wie Dach-, Teer- oder Pflasterarbeiten anbieten. Sofort angefangene Arbeiten dienen nur der Täuschung und werden nicht beendet.
Niemals Geld im Voraus zahlen Die einzelnen Rechnungsposten lassen sich nachträglich überprüfen. Und nur eine überwiesene Rechnung lässt sich gegebenenfalls von der Steuer absetzen.
Nicht einschüchtern lassen Unseriöse Handwerker können schon mal aufdringlich werden. Auch wenn es schwer fällt: Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Rufen Sie im Zweifelsfall die Polizei zu Hilfe.
Was tun, wenn die Arbeit schon erledigt und das Geld weg ist? Bei der zuständigen Handwerkskammer beschweren. Die kann ein Vermittlungsverfahren anstrengen, bei dem sich der Betrieb zu den Vorwürfen äußern kann. Wer abgezockt wurde, sollte zwingend Anzeige bei der Polizei erstatten. Nur damit kann Betrügern langfristig das Handwerk gelegt werden. Quelle: Polizei-Beratung.de
Doch das ist bei Wolff längst nicht das Ende der Fahnenstange in Sachen Nachhaltigkeit. Für weitere positive Wirkungen sorgen ein abgestimmtes Miteinander von Photovoltaik auf dem Dach und Solarthermie. Unter Letzterem versteht man die Umwandlung der Sonnenenergie in nutzbare thermische Energie.
Dieses Holzbauhaus in Langenneufnach verbindet Solarthermie und Photovoltaik. Erstere ist dort in der Balkonbrüstung integriert.Foto: Siegfried P. Rupprecht
„Der Überschuss im Sommer aus den Solarkollektoren wird durch Soleleitungen in den Boden geleitet und gespeichert“, erläutert Wolff. Im Winter werde diese Energie mit einer Sole-Wärmepumpe wieder abgeholt und zum Heizen benutzt.Stillstand in seiner Branche kennen Günther Wolff und seine Mitarbeiter nicht: „Wir streben immer nach neuen Lösungen, um unsere Häuser noch besser zu machen.“
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