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Bobingen

08.07.2020

Was ist die Lösung für Bobingens jahrelanges Verkehrsproblem?

An der Kreuzung Wertachstraße/Augsburger Straße in Bobingen kommt es immer wieder zu Staus und gefährlichen Situationen.
Bild: Elmar Knöchel

Plus Das bisherige Verkehrskonzept in Bobingen ist schon 15 Jahre alt. Zeit, für ein neues, doch die Probleme bleiben die alten.

Mit dem Verkehr ist das so eine Sache. Einerseits ist jeder darauf bedacht, schnell und bequem von A nach B zu kommen. Doch für andere kann der Verkehr ein echtes Problem werden, wenn zu viele Autos durch die Straße rollen, an der man wohnt.

Verkehrskonzept in Bobingen: Das waren die Prognosen für 2015

Genauso ist es auch in Bobingen. Dort gibt es ein Gutachten vom Lang und Burkhardt Planungsbüro aus München aus dem Jahr 2005. Dieses prognostiziert 15.000 Fahrzeuge pro Tag für das Jahr 2015 für die Hochstraße. 10.000 Fahrzeuge sollten es in der Lindauer- und der Bahnhofstraße sein. Für die Wertachstraße waren über 8000 Fahrzeuge pro Tag vorausgesagt. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor – auch das war ein Grund dafür, dass man sich jetzt in Bobingen Gedanken über ein neues Verkehrskonzept macht.

Klar ist: Die Geschäfte in der Innenstadt brauchen den Verkehr. Denn so kommen die Kunden zu ihnen. Andererseits beklagen sie zugeparkte Parkplätze. Und zu viel Verkehr in der Innenstadt ist auch schlecht für die Firmeninhaber, denn dann haben es Fahrradfahrer und Fußgänger schwer.

Das sind jedoch nicht die einzigen Probleme mit der Verkehrsbelastung. Denn es gilt Staus zu vermeiden und die Sicherheit, vor allem für die schwächeren Verkehrsteilnehmer, zu erhöhen. Dass es bei allen diesen Punkten in Bobingen Handlungsbedarf gibt, dürfte klar sein. Daher hat der Bobinger Stadtrat einstimmig beschlossen, das aus dem Jahr 2005 stammende Verkehrskonzept zu erneuern. 65.000 Euro sind dafür im Haushalt vorgesehen. Die Ausschreibung soll nun zügig vorangetrieben werden.

Viele Verkehrsprobleme bestehen in Bobingen heute noch

Um vor allem die Stadträte, die erst in dieser Legislaturperiode dazugekommen sind, auf den aktuellen Planungsstand zu bringen, erläuterte Robert Ulzhöfer vom Lang und Burkhardt Planungsbüro aus München den noch gültigen Verkehrsplan, den er selbst im Jahr 2005 federführend erstellt hatte. Überraschend sowohl für die alten Hasen im Stadtrat als auch für die neuen Mitglieder war, dass sich das alte Konzept als erschreckend aktuell erwiesen hat. Nach dem einstündigen Vortrag von Robert Ulzhöfer war allen Anwesenden klar, was im neuen Konzept wohl stehen würde. Denn viele der Problemstellen, die im alten Plan genannt wurden, bestehen auch heute noch:

Nord-Süd-Durchgangsverkehr: Einen erheblichen Teil der Verkehrsbelastung in Bobingen stellt der Durchgangsverkehr Richtung Augsburg und Schwabmünchen dar. Abhilfe sollte geschaffen werden durch die Ostumgehung. Doch die Umgehungsstraße wird nicht so angenommen, wie es nötig wäre.

Verlagerung des West-Ost-Durchgangsverkehrs: Hier sollte, um das Zentrum zu entlasten, der Verkehr von den Stauden her über die Max-Fischer-Straße zur Ostumgehung geleitet werden. Doch viele Fahrer nutzen lieber den Weg über die Krumbacher Straße oder die Weidenstraße. Vor allem die Situation an der Kreuzung Wertachstraße/Augsburger Straße wird dadurch zunehmend schwieriger.

 

Daher wird die Kreuzung im Bobinger Norden zusehends problematisch. Das Kreuzungssystem, zu dem auch die Kreuzung Bischof-Ulrich-Straße/Augsburger Straße gehört, wird mehr und mehr zum Nadelöhr der Bobinger Verkehrsplanung. Dies ist, wie im Verkehrskonzept von 2005 zu sehen, seit 15 Jahren bekannt, dennoch geschah bislang nichts. Bereits damals wurden mehrere Lösungsvorschläge angeboten, aber nichts umgesetzt.

Westtangente in Bobingen ist wohl zu teuer

Zuletzt hatte die SPD im Wahlkampf 2019 das Thema wieder aufgegriffen. Als schnelle und billige Lösung wollte man in einer Art Probebetrieb die beiden Kreuzungen mit einer abknickenden Vorfahrtsregelung ausstatten, jeweils mit Vorrang für die Wertach- und die Bischof-Ulrich-Straße. So sollte der Durchgangsverkehr ausgebremst und der Abfluss Richtung Norden und Osten verbessert werden. Daraus ist bis zum heutigen Tag nichts geworden.

Stattdessen wird, ebenfalls seit 15 Jahren, immer wieder die „große Lösung“ diskutiert. Das wäre eine sogenannte Westspange – ein Anschluss des Weidenweges an den großen Kreisel im Bobinger Norden unter Umgehung der Wertachstraße. Doch abgesehen von den hohen Kosten wäre auch der Flächenverbrauch erheblich. Bereits der Verkehrsplan von 2005 gibt dieser Variante kaum Chancen, jemals umgesetzt zu werden.

So wird der Focus wohl eher auf kleinere und leichter umzusetzende Varianten gelegt. Gerade hier kann ein neuer Verkehrsplan sehr hilfreich sein, waren sich die Räte einig.

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