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Schwarze Schafe des Sports
05.05.2020

Warum die Ehefrau Tiger Woods mit dem Golfschläger verfolgte

So kennt man Tiger Woods. Als kraftvollen, konzentrierten und erfolgreichen Golfer. Doch es gab auch andere Zeiten in seinem Leben. 
Foto: Hayne Palmour, dpa

Für seine sportlichen Erfolge wurde Tiger Woods gefeiert, doch privat kämpfte er mit Sexsucht und Medikamentenmissbrauch. Das hätte ihn fast seine Karriere gekostet.

Die maximale Fallhöhe von Superstars des Sports überrascht immer wieder. Zu denen, die nach einem Skandal besonders hart auf dem Boden der Tatsachen aufgeschlagen sind, gehört zweifelsohne Tiger Woods. Der umjubelte, teils frenetisch gefeierte Profi-Golfer aus den USA, der jahrelang als konkurrenzloser Seriensieger von den Grüns der Masters- und Tour-Turniere ging, fand sich an den Tiefpunkten seines Lebens in Polizeigewahrsam und in Sexsucht-Therapie wieder.

Dass es so weit kommen konnte, mag eine Folge seines herausfordernden Lebens als „Wunderkind“ sein. Denn schon im Alter von sechs Monaten wird Eldrick Tont „Tiger“ Woods von seinem ehrgeizigen Vater Earl Woods ans Golfspielen herangeführt, als schlägerschwingendes Kleinkind in Fernsehshows herumgereicht. Doch der Einsatz macht sich bezahlt. Tiger Woods enttäuscht seinen Vater nicht. Lange Zeit gelingt ihm alles, was er in Angriff nimmt. Mit 18 Jahren ist Tiger Woods nicht nur der jüngste, sondern auch der erste afroamerikanische Masters-Sieger aller Zeiten. Es folgen 14 weitere Masters-Siege, Woods dominiert durchgehend 264 Wochen als Nummer eins der Weltrangliste. Sein Jahresverdienst liegt bei exorbitanten 80 Millionen US-Dollar.

Tiger Woods' unseliges Doppelleben kommt ans Licht

Lange Jahre verläuft die beispiellose Karriere des Familienvaters ohne nennenswerte Rückschläge. Bis zu jenem verhängnisvollen Novembertag im Jahr 2009, als Tiger Woods bei einem nächtlichen Unfall seinen schwarzen SUV kurz hinter seiner Villa in Florida in einen Wasserhydranten setzt. Weil ihm seine norwegische Ehefrau Elin Nordegren mit einem Golfschläger in der Hand gefolgt ist und damit Gerüchten zufolge die Heckscheibe des Wagens zertrümmert, kommt mit einem Schlag das unselige Doppelleben des Tiger Woods ans Tageslicht.

Der Golf-Star betrog seine Ehefrau, mit der er zwei Kinder hat, mehrfach. Immer mehr Damen, teils mit zwielichtiger Reputation, melden sich öffentlich zu Wort und geben pikante Details aus ihren Sexabenteuern mit Woods preis. In der besagten Nacht ist Elin Nordegren wohl diesen außerehelichen Aktivitäten ihres Mannes auf die Schliche gekommen. Der entschuldigt sich mit einer diagnostizierten Sexsucht und begibt sich in Therapie, um „ein besserer Ehemann und Vater zu werden“.

Doch es hilft alles nichts mehr. Nicht nur seine Ehe, diverse Sponsorenverträge und sein gesellschaftliches Ansehen hatte Woods an die Wand gefahren. Nach „Tigergate“, angelehnt an die „Watergate“-Affäre, geht es auch sportlich für ihn ab diesem Zeitpunkt rapide bergab. Hinzu kommt, dass sein über Jahre hinweg durch die Belastungen des Golfspiels geschundener Körper zunehmend seinen Dienst verweigerte. Die Rückenschmerzen werden immer größer.

Woods muss mehrfach operiert werden. Physisch wie physisch ist der „beste Spieler aller Zeiten“ schwer angeschlagen. Für Schlagzeilen sorgt er nur durch seine dreijährige Liaison mit der Skirennläuferin Lindsey Vonn.

Tiger Woods war in einem bemitleidenswertem Zustand

Der nächste Tiefpunkt folgt 2017. Erneut wird Tiger Woods von der Polizei im Auto aufgegriffen. Diesmal beim Fahren unter Medikamenteneinfluss. Das Polizeifoto, das in den USA der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, zeigt den Superstar in bemitleidenswertem Zustand: entrückter Gesichtsausdruck, ungepflegtes Haar, Stoppelbart. Sportlich ist der 44-Jährige zu diesem Zeitpunkt in die Bedeutungslosigkeit eines 1199. Weltranglisten-Platzes gefallen. Kaum jemand setzt noch einen Cent auf die Rückkehr des einstigen Idols.

Doch der Tiger zeigte noch einmal seine wahre Kämpfernatur – nachdem ihm zwei Wirbel am Rücken versteift wurden und er wieder annähernd schmerzfrei spielen und trainieren kann. Er schafft, was kaum jemand mehr für möglich gehalten hätte – im Jahr 2019 steigt er mit seinem fünften Sieg beim traditionsreichen Masters in Augusta wie Phoenix aus der Asche.

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