Plötzlich hatten Marius Wolf und Dimitrios Giannoulis mit Problemen zu kämpfen. Der eine hielt sich das Knie, der andere den linken Oberschenkel. Passiert war beides ohne Einwirkung eines Gegenspielers. Der FC Bayern München hatte also zumindest bei diesen beiden Personalien keine Schuld an einer möglichen Ausfallzeit. Im Fall Robin Fellhauer sah es ganz anders aus.
Der FC Augsburg klagte nach der Partie gegen die Münchner über Verletzungssorgen. Fellhauer erlebte in der Nachspielzeit einen schmerzhaften Zusammenprall mit Sacha Boey, der ihn am Samstagabend noch ins Krankenhaus brachte.
Der Bayern-Spieler war recht heftig in den Zweikampf mit Fellhauer gesprungen, die Köpfe stießen zusammen, was den Augsburger überraschend traf. Er fiel regungslos zu Boden und musste länger behandelt werden. Sanitäter trugen ihn wenig später mit einer Trage vom Platz.
Fellhauer konnte das Krankenhaus bald wieder verlassen
In der Uniklinik in Augsburg wurde eine schwere Gehirnerschütterung diagnostiziert, zudem hatte er sich kleinere Brüche im Gesicht zugezogen. Operiert werden mussten die nicht. Noch in der Nacht zu Sonntag konnte Fellhauer das Krankenhaus verlassen. Wann er auf den Platz zurückkehrt, ist noch offen. Bei Kopfverletzungen geht es darum, ein spezielles Rückkehrverfahren zu absolvieren, das die Deutsche Fußball Liga (DFL) vorgibt.
Auf dem Platz hatte sich Boey zunächst nicht bei Fellhauer entschuldigt, was ihm Kritik von Augsburger Seite einbrachte. Erst auf Hinweis seines Teamkollegen Joshua Kimmich ging Boey zu Fellhauer. Später in der Kabine sollen beide kurz miteinander gesprochen haben. In den sozialen Medien folgte zudem eine Entschuldigung des Bayern-Spielers. FCA-Trainer Sandro Wagner hätte diese Reue gerne etwas früher gesehen.
Wagner wird in den kommenden Tagen auch auf Wolf und Giannoulis verzichten müssen. Bein den Untersuchungen stellte sich allerdings heraus, dass Wolfs Knieblessur nicht so gravierend ist, wie zunächst befürchtet. Er wird in den kommenden Tagen individuell trainieren und wahrscheinlich die Testpartie am Mittwoch (17 Uhr) gegen Greuther Fürth in Schwabmünchen verpassen.
Bei Giannoulis wurden muskuläre Probleme festgestellt, die dazu führen, dass der Linksverteidiger nicht zur griechischen Nationalmannschaft reisen kann. Wie lange er ausfallen wird, ist noch ungewiss. Gleiches gilt für Keven Schlotterbeck, der aus der München-Partie ebenfalls muskuläre Probleme davongetragen hat. Auch beim Innenverteidiger ist noch unklar, wie lange er pausieren muss. Diese Personalien verkleinern den Kader für die kommenden Trainingseinheiten deutlich. Da auch etliche Nationalspieler unterwegs sind, werden einige Akteure aus der U23 bei den verbliebenen Profis mittrainieren.
Wann kehrt Claude-Maurice ins Training zurück?
Alexis Claude-Maurice könnte ebenfalls wieder auf dem Platz dabei sein, am Montag fehlte er allerdings noch beim Spielersatztraining. Nach seiner Sprunggelenksstauchung soll er allerdings auf dem Weg der Besserung sein.
Der Franzose hatte lange Zeit mit Schmerzen zu kämpfen, was eine Rückkehr zuletzt verhindert hatte. Bereits am Freitag hatte sich Wagner vor dem Bayern-Spiel optimistisch gezeigt, dass der 27-Jährige bald zurück ist. „Es wird von Tag zu Tag besser“, sagte der Augsburger Trainer. Claude-Maurice habe bereits mehrmals auf dem Platz trainiert, allerdings noch fern der Mannschaft.
Womöglich könnte Claude-Maurice bereits im nächsten Auswärtsspiel am Sonntag, 14. September, beim FC St. Pauli erstmals in dieser Bundesliga-Saison im Kader stehen. Zumindest haben es die Augsburger geschafft, ein Interesse des VfB Stuttgart auf der Zielgeraden der Transferperiode abzuwehren.
Nach dem Wechsel von Nick Woltemade und der Verletzung von Deniz Undav hatten die Stuttgarter verstärkt nach neuem Personal in der Offensive Ausschau gehalten und sollen auch ein Angebot für Claude-Maurice abgegeben haben. Der Wunsch der FCA-Verantwortlichen war allerdings stets, den Franzosen zu behalten.
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