Mitunter ist schwerlich zu erklären, warum ein Spieler in einem Klub kaum zurechtkommt, in einem anderen hingegen Bestleistungen vollbringt. Ein Rätsel wird daher bleiben, warum Ricardo Pepi beim FC Augsburg scheiterte. Lag es am Trainer? An der Mannschaft? Am Umfeld oder dem Spieler selbst? Vor vier Jahren war der Angreifer für die Augsburger Rekordsumme von 16 Millionen Euro vom FC Dallas zum FCA gewechselt. Der FCA hatte viel Geld ausgegeben, mindestens so hoch wie die Ablösesumme waren die Erwartungen. Erfüllt wurden diese nie. 15 Spiele und null Tore später verließ Pepi den Klub wieder. Den Durchbruch hatte der US-Nationalspieler nicht geschafft, der Sprung von Amerikas Major League Soccer (MLS) in die Bundesliga war letztlich zu groß.
Pepi allerdings kehrte nicht in seine Heimat zurück, blieb stattdessen in Europa. Eine Leihe zum FC Groningen brachte seine Karriere wieder in Schwung. Die niederländische Eredivisie, die erfahrungsgemäß etlichen Talenten als Sprungbrett im europäischen Profifußball dient, lieferte den Nährboden, um zu gedeihen. Pepi entwickelte sich prächtig, erzielte zwölf Treffer und zog das Interesse von PSV Eindhoven auf sich. Nach seiner Leihe wechselte der gebürtige Texaner fest dorthin, wurde Stammspieler und gewann zweimal die Meisterschaft. Pepi steigerte sich in seinen Torbeteiligungen, in der laufenden Saison hat er in 14 Ligaeinsätzen sieben Treffer erzielt.
Der FC Fullham hat für Ex-FCA-Spieler Ricardo Pepi ein Angebot abgegeben
Nun zeichnet sich ein weiterer Transfer des Spielers ab. Wie das amerikanische Sportmagagzin The Athletic berichtet, hat Eindhoven vor kurzem ein Angebot des FC Fulham abgelehnt. Der Klub aus der englischen Premier League soll für Pepis Torjägerqualitäten eine Ablöse in Höhe von 30 Millionen Euro geboten haben. Heißt aber nicht, dass der Deal scheitern muss. So soll Fullham sein Angebot bereits erhöht haben, um den Verein und den US-Nationalspieler (34 Spiele/13 Tore) doch noch zu einem Wechsel bewegen zu können.
Im Februar 2025 hatte der ehemalige Augsburger vorzeitig seinen Vertrag in Eindhoven bis zum 30. Juni 2030 verlängert. Entsprechend hoch dürften nun die Ablöseforderungen der PSV-Verantwortlichen sein. Den sportlichen Wert in Eindhoven dokumentieren Pepis Torbeteiligungen: In 89 Spielen erzielte er bislang 36 Treffer und lieferte acht Vorlagen.
Der FCA erhielt im Sommer 2023 elf Millionen Euro für den Verkauf in die Niederlande. Das damalige Verhandlungsgeschick Strölls könnte sich nun nochmals bezahlt machen. Der Geschäftsführer hatte sich vertraglich eine Beteiligung bei einem Weiterverkauf zusichern lassen. Und zwar eine ziemlich beträchtliche in Höhe von 20 Prozent. Beispiel: Erhält Eindhoven eine Ablöse in Höhe von 40 Millionen Euro, würden davon acht Millionen zum FCA fließen. Der FCA hätte mit dem einstigen Flop sogar noch Gewinn gemacht.
Unklar ist, ob Ricardo Pepi tatsächlich Eindhoven verlassen möchte
Unklar ist allerdings, ob Pepi tatsächlich in diesem Winter den Standort wechseln möchte. Der Winterwechsel zum FCA hatte ihm einst mehr geschadet als genutzt. In ein paar Tagen wird er 23 Jahre alt. Noch dürfte er keinen allzu großen Drang verspüren, zu einem größeren Klub zu wechseln. Zudem steht im Sommer die Heim-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada an. Pepi war im vergangenen Jahr mehrere Monate am Knie verletzt, erst im November kehrte er ins Nationalteam zurück und stand ein paar Minuten auf dem Rasen.
Nach den Erfahrungen in Augsburg entscheidet sich der Profi womöglich vorerst für einen Verbleib in den Niederlanden, um im gewohnten Umfeld die Saison zu Ende zu spielen und sich anschließend auf die WM vorzubereiten.
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