Für den FC Augsburg steht das vorletzte Heimspiel der Saison an: Gegen Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr) kann mit einem Sieg der Klassenerhalt perfekt gemacht und ein großer Schritt in Richtung obere Tabellenplätze gemacht werden. Dazu hat der Verein einen Rollercorso organisiert, der um 10.30 Uhr am Samstag von der Maximilianstraße aus zum Stadion fahren wird. Der kürzlich verstorbene Ex-FCA-Torhüter Alexander Manninger soll mit einer Schweigeminute geehrt werden, dazu laufen die Augsburger Profis mit einem Trauerfloor auf. Das sagte FCA-Trainer Manuel Baum...
...zum Personal:
„Alle Spieler stehen zur Verfügung.“
...zum Klassenerhalt:
„Wenn wir einen 100-Meter-Sprint hätten, wären wir zwei Meter vor dem Ziel, aber eben noch nicht drüber. Es ist die große Chance, mit einem Sieg den Klassenerhalt zu feiern. Das ist der erste Schritt, wir wollen Step by Step denken. Und wenn wir den Klassenerhalt geschafft haben, können wir uns überlegen: Gibt es eine weitere Zielsetzung?“
...zu Alexander Manninger:
„Ich habe einmal mit ihm gespielt, das war beim Abschiedsspiel von Daniel Baier. Es ist immer tragisch, wenn jemand so verstirbt. Er hatte einen mega Anteil an der Geschichte hier und jeder hat ihn als sehr, sehr positiven Menschen in Erinnerung. Dazu war er Familienvater mit zwei kleinen Kindern. Das ist extrem tragisch. Es gehört zu Augsburg dazu, dass wir das thematisieren, ihn ehren und ihm die Bühne geben. Deswegen finde ich es super ,dass er Teil des Spiels sein wird.“
…zur Startelf:
„Der volle Kader ist es eben. Ich hatte heute eine kleine Sitzung mit sechs Spielern, die alle für die gleiche Position vorgesehen sind - die Innenverteidiger. Alle sind sechs herausragende Bundesligaspieler (Anm. d. Red.: Keven Schlotterbeck, Cedric Zesiger, Jeffrey Gouweleeuw, Arhur Chavez, Noahkai Banks, Chrislain Matsima). Wir überlegen uns, wie wir das machen. Ich bin ein großer Freund davon, Orientierungen zu geben, damit man vorher weiß, woran man ist: Klarheit vor Harmonie. Ich scheue mich auch nicht davor, darüber nachzudenken, ob wir nicht vielleicht mit sechs Innenverteidigern spielen. Warum nicht? Da kann man ruhig kreativ sein. Es geht darum, wer der Mannschaft die meiste Energie gibt. Es kann auch durchaus sein, dass einer der sechs nicht im Kader ist – was knackig ist.“
...zu Chrislain Matsima:
„Er hat schon in der zweiten Mannschaft gespielt, 70 Minuten hat er auf jeden Fall im Kreuz. Im Training merkt man gar nichts mehr. Er kann auch von Beginn an starten.“
...zum Frankfurter Trainer Albert Riera und dessen Ausrichtung der Mannschaft:
„Es ist recht klar, wie sie spielen wollen. Zudem ist der Marktwert der Frankfurter um das Zweieinhalbfache höher als unserer. Sie haben eine hohe Qualität, aber es ist gut, wenn wir uns auf uns konzentrieren.“
...zur allgemeinen Zielsetzung Einstelligkeit:
„Wenn der Spieltag vorbei ist, können wir genau darüber sprechen. Dass wir die Klasse halten, ist sehr realistisch, aber es ist wichtig, in Zielsetzungen zu denken. Ich habe noch nie einen 100-Meter-Läufer gesehen, der nach 99 Metern aufhört zu laufen. Wir wollen ambitioniert bleiben. Wir haben alles darauf ausgerichtet, im nächsten Jahr wieder Bundesliga spielen zu dürfen. Wenn das geschafft ist, können wir uns woanders orientieren.“
…zu möglichen Spieler-Verkäufen:
„Meine Referenz als Trainer sind die Leistungen. Es ist schon wichtig, dass wenn der Verein Ideen mit Spielern hat, dass dies mit mir abgesprochen wird. Aktuell ist es so, dass wir das Maximale aus dieser Saison herausholen wollen. Deswegen werden wir die Entscheidungen so getroffen. Für den Trainer ist es super, wenn er die bestmöglichen Spieler hat.“
…zu möglichen Schwächen der Frankfurter:
„Nicht nur Frankfurt spielt mannorientiert, das macht Bayern ähnlich. Entweder ich orientiere mich am Ball oder am Mann, beides hat Vor- und Nachteile. Wir sind es alle eher gewöhnt, uns am Ball zu orientieren. Wenn es gegen den Mann geht, wird die Frage sein, wer darin seine Stärken hat.“
…zu Finn Dahmen
„Grundsätzlich geht es mir um den Menschen: Für welche Werte steht er, was gibt er der Mannschaft? Da ist Finn ein wichtiger Kulturträger, der von seinen Werten gut zur Mannschaft in Augsburg passt. Man hat in Leverkusen gesehen, welche Stärken er hat, er ist ein unfassbar schneller Torwart. Wenn ich der Bundestrainer wäre, wäre er definitiv im Aufgebot dabei. Das würde ich sehr empfehlen, weil er eben auch ein herausragender Mensch ist.“
…dazu, wie wichtig der Klassenerhalt wäre:
„Das würde bedeuten, dass es nur noch sieben Mannschaften gibt, die länger als wir in der Bundesliga sind. Mit diesem Szenario hätte keiner gerechnet, als die Mannschaft aufgestiegen ist. Das immer wieder zu betonen, ist wichtig. 16 Jahre erste Liga sind außergewöhnlich für den FCA.“
…zur Selbstreflexion:
„Ich versuche mich immer zu reflektieren. Ein Teil davon ist es, mit welchen Bildern ich arbeite. Da gibt es schon den ein oder anderen Moment, von dem ich dachte: Ist das jetzt passend?“
…zu Uchenna Ogundu:
„Für Uche ist es unheimlich schwierig, sich sprachlich und von der Kultur her zu integrieren. Die Mannschaft nimmt ihn herzlich auf, das beschleunigt die Entwicklung. Einige Spieler in seiner Position haben taktischen Nachholbedarf, das ist bei ihm nicht der Fall. Er hat eine hohe Anpassungsfähigkeit und ist ein unfassbar lieber Mensch. Er gibt der Kabine extrem viel. Ich bin froh, wenn man den Kader anschaut, so unterschiedliche Spielertypen zu haben. Uche kommt mit einem Topspeed von 38 Km/h daher. Wir sind froh, dass wir ihn haben.“
…zur derzeit geringen Spielzeit der jungen Spieler:
„Die Entwicklung von jungen Spielern darf gar nicht stetig verlaufen. Die wichtigste Sache für Spieler ist es, wie sie mit Hindernissen umgehen. Wir haben sehr viele junge Spieler, da liegt es in unserer Verantwortung, sie richtig zu entwickeln. Manchmal wickeln wir zu sehr Spieler ein, anstatt sie sich entwickeln zu lassen.“
…zur allgemeinen Bedeutung des Nachwuchses:
„Ein großer Auftrag, den wir von den Mitgliedern bekommen haben, ist die Entwicklung der Nachwuchsspieler. In Deutschland haben wir den Fehler gemacht, alles zu sehr vom Profifußball zu kopieren und alles auf die Mannschaft zu legen. Es ist extrem wichtig, dass wir mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga bleiben. Ich schaue aber mehr auf die Entwicklung der einzelnen Spieler als auf die der Mannschaft. Tim Schnitzer etwa hat ein gutes Spiel gemacht am Dienstagabend, das freut mich sehr.“
...zu seiner Zukunft:
„Ich gehe in der Rolle auf, die ich gerade habe. Und es macht mega Spaß. Aber alles, was um die nächste Saison geht, werden wir sehen. Klar macht es mir Spaß, aber ich freue mich darüber, beim Verein arbeiten zu dürfen. Wir haben uns darauf verständigt, nach der Saison zu sprechen. Da geht es darum: Was ist das Beste für den Verein? Ich habe eine Meinung, Michael Ströll auch, Benni Weber auch.“
...zu einer möglichen Qualifikation für Europa:
„Wenn man vier Treppen auf einmal nehmen will, kann es sein, dass man stolpert. Deswegen gehen wir nur einen Schritt.“
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