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Nach dem historischen Debakel gegen Leipzig: FCA-Trainer Sandro Wagner fürchtet nicht um seinen Job

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Nach dem 0:6 gegen Leipzig: FCA-Trainer Sandro Wagner fürchtet nicht um seinen Job

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    Mit dem FC Augsburg kassierte Sandro Wagner die dritte bittere Pleite im achten Ligaspiel. An der generellen Ausrichtung will der 37-Jährige nichts ändern.
    Mit dem FC Augsburg kassierte Sandro Wagner die dritte bittere Pleite im achten Ligaspiel. An der generellen Ausrichtung will der 37-Jährige nichts ändern. Foto: Harry Langer, dpa

    Nach Spielende kochten die Emotionen hoch bei den Fans des FC Augsburg. 0:6 hatte ihre Mannschaft verloren, ausgerechnet gegen RB Leipzig – eine Mannschaft, die von der aktiven Fanszene als Marketinginstrument abgelehnt wird. Die Spieler, die in die Kurve gekommen waren – darunter der verletzte Kapitän Jeffrey Gouweleeuw – bekamen den geballten Frust der Anhänger zu hören. Was genau gesagt wurde, darüber schwiegen sich die Spieler aus. Anhand der Szenen war es aber klar, dass nicht nur Nettigkeiten ausgetauscht wurden. „Sie waren total bedient. Denen blutet das Herz“, sagte etwa Robin Fellhauer zu der Szene.

    Für den FC Augsburg war das 0:6-Debakel die höchste Heimniederlage in 15 Jahren Bundesliga. Zudem war der FCA noch nie vor heimischem Publikum mit einem 0:4-Rückstand in die Pause gegangen. Entschieden war das Spiel schon nach 22 Minuten. In dieser Minute erzielte Antonio Nusa das 0:3. Zugleich verdeutlichte die Entstehung dieses Treffers, wie leicht es an diesem Nachmittag war, ein Tor gegen Augsburg zu erzielen. Gegen die hoch aufgerückte Mannschaft genügte ein langer Ball, der tief in der Leipziger Hälfte gespielt wurde, um die FCA-Defensive zu entblößen. Ein verlorenes Kopfballduell von Noahkai Banks führte dazu, dass zwei pfeilschnelle Leipziger auf drei FCA-Verteidiger zurasten. Yan Diomande bediente Nusa, der schob ein – und das Spiel war entschieden. Ob es zu leicht war, gegen den FCA zu treffen? Fellhauer antwortete mit einem simplen „Ja“ und führte bei der Fehleranalyse „viele individuelle Fehler an“. Die führte auch FCA-Trainer Sandro Wagner bei der anschließenden Pressekonferenz ins Feld.

    Immer wieder lief der FCA den Leipzigern ins Messer

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    Der FC Augsburg erlebte einen bitteren Nachmittag gegen Leipzig – die Anhängerinnen und Anhänger standen trotzdem geschlossen hinter ihrem Team. Hier gibt es die besten Fan-Fotos aus der WWK-Arena.

    Allerdings war das Muster bei den ersten vier Gegentoren stets dasselbe: Ein weit aufgerückter FC Augsburg ließ sich von RB Leipzig überrumpeln. Immer wieder liefen die Augsburger den Leipzigern auf diese Weise ins Messer. Wagner an der Augsburger Außenlinie gab sich engagiert wie immer, suchte das Gespräch mit seinen Spielern. Diese bildeten nach dem 0:3 auf dem Rasen einen Kreis, um sich neu einzuschwören – doch das Geschehen auf dem Platz änderte sich nicht. Wagner verwies darauf, dass Augsburg mit einer guten Energie ins Spiel gegangen war und mit 15 Torschüssen genauso viele die Gäste hatte – zur ganzen Wahrheit gehört es auch, dass es bei Augsburg meistens eher harmlose Distanzschüsse waren, während Leipzig gerade im ersten Durchgang jede der hochkarätigen Chancen nutzte. Beim 0:4 patzte zudem Finn Dahmen im FCA-Tor, als er einen haltbaren Schuss von Christoph Baumgartner passieren ließ (38.). In der zweiten Halbzeit setzte sich für den Schlussmann der rabenschwarze Tag fort, als er sich eine Flanke an den eigenen Kopf faustete – Castello Lukeba war zur Stelle und schoss ein (65.).

    Wagner hatte etwas überraschend auf Wechsel in der Pause verzichtet. Seine überraschende Begründung: „In der ersten Halbzeit hatten wir in vielen Bereichen gute Strukturen.“ Zudem sei es ein Lerneffekt, nach einer Halbzeit wie dieser „seinen Mann zu stehen“. Fellhauer sagte zur Halbzeitansprache: „Der Trainer hat gesagt, dass wir vergessen sollen, was in der ersten Halbzeit war. Wir sollten mit einem anderen Gesicht in die Halbzeit gehen.“ Die Folge: Nach 56 Minuten fiel das 0:5.

    Trotz 20 Gegentoren: FCA-Trainer Wagner sieht kein „strukturelles Problem“

    Der FC Augsburg stellt mit nun 20 Gegentoren die schlechteste Abwehr der Liga – ein generelles Defensivproblem sieht Wagner aber nicht und will die allgemeine Herangehensweise, wonach der FCA sich oft weit in der gegnerischen Hälfte positioniert, nicht ändern. „In den vergangenen beiden Spielen war die Restverteidigung gut. Es ist kein strukturelles Thema, dass wir so verteidigen.“ Vielmehr seien es „Detailthemen“ gewesen, die zu den vier Gegentoren in der ersten Halbzeit geführt hätten. Also Fehler, die auch mit dem Alter der Spieler zusammenhängen würden. „Ich schütze die jungen Verteidiger. Wichtig ist, dass sie die richtigen Schlüsse ziehen.“

    Das 0:6 war aber nach dem 1:4 gegen Mainz und der 1:2-Pleite in Heidenheim bereits die dritte Niederlage, die als Wirkungstreffer gelten darf – und das nach erst acht Ligaspielen. Ob Wagner, der von einer „Watschn“ sprach, angesichts dieser verheerenden Bilanz weiter darauf baut, dass der Verein zu hundert Prozent hinter ihm steht? Wagner selbst bejahte das und lieferte auf Nachfrage die Erklärung: „Weil wir uns tagtäglich gut austauschen, weil es der Weg ist, den wir gehen wollen. Mit einer jungen Mannschaft weiß jeder, dass es mal einen Knacks geben kann. Wir sehen tagtäglich, wie die Jungs sich entwickeln.“

    Sportdirektor Benjamin Weber betonte am Samstagabend erneut, dass Wagners Posten nicht zur Disposition stehe. An der Ausrichtung wolle der FCA festhalten, „bis es klappt“. Jetzt gelte es, die richtigen Antworten zu finden. Am Dienstag wartet im DFB-Pokal Bochum, am Freitag steht das Bundesligaspiel gegen Dortmund an.

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