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FC Augsburg verliert 1:4 gegen Mainz - Debakel für den FCA

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Der FCA stürmt in Überzahl ins Debakel

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    Das war nichts: Sandro Wagners FC Augsburg verliert zuhause 1:4 gegen Mainz.
    Das war nichts: Sandro Wagners FC Augsburg verliert zuhause 1:4 gegen Mainz. Foto: Harry Langer/dpa

    Den Bundesliga-Start des FC Augsburg unter seinem neuen Trainer Sandro Wagner als missglückt zu bezeichnen, ist sicherlich keine allzu große Übertreibung. Denn nach dem 1:4 (0:2)-Heimdebakel gegen den FSV Mainz 05 steht der FCA mit drei Punkten und 7:10 Toren in vier Spieltagen in Regionen, in denen sich die FCA-Verantwortlichen auf allen Ebenen in dieser Saison eigentlich nicht mehr verorten lassen wollten.

    Eigentlich sollte gegen Mainz der erste Heimsieg gefeiert werden. Doch der FCA stürmte in eine gehörige Abreibung.

    Abreibung statt Erfolg: Sandro Wagner hatte in der Aufstellung eine offensive Ausrichtung gesehen

    Dabei hatte FCA-Trainer Wagner auch gegen Mainz in der Startelf auf einen etatmäßigen Mittelstürmer verzichtet. Sowohl Samuel Essende (nach überstandener Rot-Sperre) als auch Philipp Tietz saßen zunächst auf der Bank. Trotzdem verordnete der FCA-Trainer seinem Team eine offensivere Ausrichtung.

    Für den defensiven Mittelfeldspieler Kristijan Jakic beorderte er Alexis Claude-Maurice in die Startelf. Der war nach einem Foul in der Vorbereitung rund sechs Wochen ausgefallen. Gegen St. Pauli feierte er dann in der 69. Minute sein Comeback. Jetzt sollte der Franzose dem Offensivspiel gegen die Mainzer noch mehr Kreativität und vor allem Durchschlagskraft verleihen. Denn die fehlte vor allem auf St. Pauli. Und so war der Saisonstart für den FCA bisher mit drei Punkten eher semioptimal.

    Unterstützt wurde diese Maßnahme auch durch einen Personalwechsel in der Spitze. Elias Saad rückte ganz nach vorne, dafür sollte Mert Kömür mehr aus der Tiefe kommen.

    FCA gegen Mainz: Zunächst bestimmen die Gäste das Spiel in Augsburg

    Das Spielgeschehen bestimmten aber in der Anfangsphase die Gäste. Auch die hatten sich den Saisonstart mit etwas anders vorgestellt als mit zwei Niederlagen und nur einem 1:1 gegen Wolfsburg. Doch Trainer Bo Henriksen konnte endlich wieder auf sein Offensiv-Duo Nadiem Amiri und Paul Nebel bauen. Nebel war zwei Spiele rotgesperrt.

    Die Akzente im Offensivspiel der Mainzer setzten aber andere – unter großer Mithilfe der FCA-Spieler. In der 14. Minute spielte Innenverteidiger Chrislain Matsima völlig unbedrängt bei der Spieleröffnung Kaishu Sano den Ball in die Beine. Der Japaner nahm Fahrt auf, und da Matsima nicht auf den Gedanken kam, ihn nachhaltig am eigenen Strafraum zu stören, zog der Mainzer ab und traf zum frühen 0:1.

    Der erste Wirkungstreffer. Den schien der FCA aber schnell verdaut zu haben, denn Claude-Maurice prüfte mit einem spektakulären Fallrückzieher in der 20. Minute FSV-Torhüter Robin Zentner.

    Ex-FCA-Spieler Dominik Kohr macht Augsburger Pläne zunichte

    Der FCA schien langsam in Fahrt zu kommen. Betonung auf schien. Und wurde sechs Minuten später schmerzhaft ausgebremst. Marius Wolf wollte lässig den Spielaufbau an Dominik Kohr vorbei beginnen, doch der Ex-Augsburger ließ sich nicht vorführen, zog entschlossen Richtung Tor, ließ dabei auch von Ex-Teamkollege Jeffrey Gouweleeuw nicht aufhalten und schloss durch die Beine von FCA-Torhüter Finn Dahmen hindurch zum 0:2 (26.) ab.

    Ausgerechnet Dominik Kohr, der mit dem FCA vor genau zehn Jahren in der Europa League für Furore gesorgt hatte (seine damaligen Mitspieler waren vom FCA eingeladen und vor dem Spiel geehrt worden). Schon damals verteidigte er auf internationaler Ebene genauso mit seiner gesunden Härte (vier Gelbe Karten, eine Gelbsperre) für den FCA.

    Seine rustikale Spielweise setzte er aber später auch gegen den FCA ein. So provozierte er in der Vorsaison Samuel Essende mit einem angetäuschten Kopfstoß so, dass der sich zu einem Tritt hinreißen ließ und mit Rot vom Platz flog.

    FC Augsburg geht gegen FSV Mainz 05 mit 0:2-Rückstand in die Pause

    Auch jetzt blieb er nicht ohne Verwarnung. In der 16. Minute sah er sein 100. Gelbe Karte in der Bundesliga. Die sollte später noch Folgen für ihn haben. Mehr tat dem FCA aber in dieser Phase sein Tor weh. Kurz danach hätte Armindo Sieb nach einem weiteren Blackout in der FCA-Hintermannschaft das 0:3 (29.) erzielen können.

    Sandro Wagner versuchte mit viel Einsatz, seine Mannschaft von der Außenlinie wieder auf Spur zu bringen. In einigen Aktionen sah das Spiel auch ganz passabel aus, aber so richtig in Verlegenheit konnte sein Elf die Mainzer vor der Halbzeit nicht mehr bringen.

    Dass die FCA-Ultras dann rund um die 40. Minute ihre Unterstützung vorübergehend einstellten, lag aber nicht am FCA-Spiel, sondern an einem Notarzt-Einsatz direkt im M-Block. Aus Solidarität hielten sich auch die Mainzer Fans zurück.

    Sandro Wagner wechselt gegen Mainz großzügig

    In der Halbzeit machte Wagner dann mit einem Vierfachwechsel Tabula rasa, um sein Team aufzuwecken. Keven Schlotterbeck, Robin Fellhauer, Kristijan Jakic und Samuel Essende ersetzten Cedric Zesiger, Marius Wolf, Elvis Rexhbecaj und Elias Saad.

    Nur sieben Minuten später waren die Mainzer dann nur noch neun Feldspieler. Dominik Kohr, wer auch sonst hätte in das Drehbuch dieser Partie besser gepasst, hatte Han-Noah Massengo kurz vor dem eignen Strafraum gestoppt. Regelwidrig entschied Schiedsrichter Daniel Schlager und zeigte Kohr folgerichtig die Gelb-Rote Karte (53.). Es keimte Hoffnung auf in der im Heimbereich ausverkauften WWK-Arena. Genau sieben Minuten lang.

    FCA liegt zwischenzeitlich 0:4 zurück

    Dann konterten die Mainzer den FCA wieder nach einem unnötigen Ballverlust mit den Augsburger Beteiligten Massengo und Jakic lehrbuchmäßig aus. Sano Kaishu versuchte nicht seinen zweiten Treffer zu erzielen, sondern bediente mustergültig Paul Nebel der zum 0:3 (60.) einschob. Der FCA lief nun mit offenem Visier in ein Debakel. Zwar setzte Fabian Rieder einen Kopfball an die Latte, den Nachschuss von Essende entschärfte Zentner, doch spätestens nach dem 4:0 durch Armindo Sieb war die Partie nach 69 Minuten entschieden.

    Die FCA-Abwehr zeigte Auflösungserscheinungen, die Wagner mit seinem letzten Wechsel wohl auch einkalkuliert hatte. Denn er hatte Stürmer Phillip Tietz 120 Sekunden zuvor für Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw gebracht. Der Ehrentreffer von Essende in der 84. Minute zum 1:4 war für den Stürmer aus Benin sicher eine persönliche Genugtuung, die Gesamtstimmung konnte er aber auch nicht mehr groß verbessern.

    Nachtrag: Da Dominik Kohr Gelb-Rot sah, wird seine erste Gelbe Karte nicht als sein 100. gewertet. Er bleibt also bei 99 Verwarnungen in der Bundesliga. Mit seinem achten Platzverweis in der Bundesliga zog der 31-jährige Kohr allerdings in seinem 310. Spiel mit Jens Nowotny und Luiz Gustavo gleich.

    FC Augsburg Dahmen - Matsima, Gouweleeuw (67. Tietz), Zesiger (46. K. Schlotterbeck) - Massengo - Wolf (46. Jakic), Kömür, Rexhbecaj (46. Fellhauer) - Rieder, Claude-Maurice, Saad (46. Essende)

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