Drei Trainer und zwei Sportdirektoren, ein Verein – hinter dem FC Augsburg liegt ein ereignisreiches Jahr. Markus Krapf, der Präsident des Klubs, bedauert es weiterhin, dass es mit dem im Sommer verpflichteten Sandro Wagner nicht geklappt hat: „Ich bin froh, Sandro persönlich kennengelernt zu haben. Und ich hoffe für ihn, dass er seinen Weg zu einer erfolgreichen Trainerkarriere gehen wird.“ Bemerkenswert, so Krapf, war an Wagner die mediale Rezeption: „Ich habe die Berichterstattung über ihn ein Stück weit unterschätzt. Mir war das Ausmaß in dieser Dimension nicht bewusst. Zeitweise waren wir diesbezüglich der dritte Klub hinter den Bayern und Dortmund. Und natürlich ist es dann auch für einen Trainernovizen wie Sandro schwierig, mit der Situation umzugehen.“ Der FCA-Chef war Gast bei einer Live-Aufnahme der „Viererkette“, dem FCA-Podcast unserer Redaktion, der in der AZ-Heimatwelt aufgenommen wurde.
In der mit 50 Gästen ausverkauften Räumlichkeit neben dem Rathaus formulierte Krapf vor dem Neustart der Bundesliga ambitionierte Ziele für den Verein, der als 15. der Tabelle derzeit nur zwei Punkte vor den Abstiegsrängen liegt: „Wenn wir auf Platz 15 ins Ziel kommen sollten und diese Platzierung dann als Erfolg einschätzen würden, dann müssten wir schon den Kaderwert mit acht Jugendspielern deutlich gesteigert haben. Aber Platz 15 ist natürlich nicht das Ziel.“
Baum bekommt von Krapf eine Jobgarantie ausgestellt
Dabei mithelfen soll Manuel Baum, der die Mannschaft nun bis Saisonende als Trainer betreut. Baum, der als Leiter Entwicklung und Fußballinnovation eigentlich hinter den Kulissen arbeitet und im Sommer wieder auf den Posten zurückkehren soll, bekommt von Krapf eine Quasi-Jobgarantie ausgestellt – und zwar auch dann, wenn es sportlich nicht laufen sollte. „Er hatte eigentlich mit der Profi-Trainerkarriere abgeschlossen, sich aber dann hingestellt und gesagt: Ich mache es. Und das bei diesem Restprogramm: Leverkusen, Frankfurt, Bremen. Davor habe ich den allergrößten Respekt. Die Entscheidung, dass Manuel jetzt auch bis Saisonende Trainer bleibt, wurde aus voller Überzeugung getroffen. Selbst wenn es nicht erfolgreich sein sollte – wovon niemand ausgeht – und wir im Verein ihn dann nicht mehr in seine ursprüngliche Position zurückkehren lassen, wäre das nicht nur unklug, sondern würde auch nicht den Werten des FCA entsprechen.“ Baum sei „einer der größten Experten“ in seinem Metier, so Krapf. „Er ist ein wichtiger Faktor für den Weg, den wir gehen wollen.“
Krapf sprach an dem Abend auch über den Zwist der Vereinsführung mit der aktiven Fanszene, der sich zum Beispiel auf der Mitgliederversammlung des Klubs gezeigt hatte. Für den FCA-Chef ist das Verhältnis derzeit „eine On-Off-Beziehung. Das ist, glaube ich, bei jedem Fußballklub so, weil unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen.“ Im Dialog befinde man sich aber dauerhaft und werde auch wieder zusammen finden.
An die kritischen Plakate der Ultras gegen ihn denkt Krapf wie folgt zurück: „Ich fühle mich jetzt spätestens in der Fußballbranche angekommen, seit ich mein eigenes Banner erhalten habe. Ich musste schmunzeln, weil darauf „der neue alte FCA“ zu lesen war. Das war ja mein Slogan. Und beim neuen alten FCA war Markus Krapf Kneipenwirt, Manuel Baum der Trainer und Michael Ströll noch kein CEO. Aber natürlich macht das dann schon etwas mit einem.“
Über den auslaufenden Vertrag von Kapitän Jeffrey Gouweleeuw sagt Krapf: „Es haben schon erste Gespräche mit ihm stattgefunden. Von Jeff persönlich weiß ich auch, dass er noch nicht über sein Karriereende nachdenkt.“ Was Krapf zur Jugendausrichtung des Klubs und die Trainersuche für die Zeit ab Baum sagt, ist im kompletten Gespräch zu hören.
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