Sicher hätten die Verantwortlichen des FC Augsburg die Partie PSV Eindhoven gegen den FC Bayern München am letzten Spieltag in der Ligaphase der Champions League am Mittwochabend noch genauer verfolgt, als sie das schon jetzt tun. Denn bei der PSV stürmt mit Ricardo Pepi ein Ex-FCA-Spieler, der derzeit als eine der heißesten Aktien auf dem europäischen Transfermarkt gehandelt wird. Und der FCA verdient an einem Wechsel auf jeden Fall mit. Allerdings kann Pepi gegen die Bayern keine weiteren Argumente für einen höheren Kaufpreis liefern.
Ricardo Pepi bricht sich den Unterarm beim Torschuss
Seit Mitte Januar fällt der US-Nationalspieler mit einem Unterarmbruch aus. Beim 5:1-Sieg gegen Excelsior Rotterdam schob Pepi eine flache Hereingabe zum 2:0 (23.) ins leere Tor, fiel dabei aber so unglücklich auf seinen Arm, dass er mit Schmerzen liegen blieb und ausgewechselt werden musste. Der Treffer war sein achter im 15. Liga-Einsatz, wobei er in fünf Eredivisie-Partien in Serie getroffen hatte. Pepi musste operiert werden, eine Rückkehr auf den Platz ist wohl erst Mitte März realistisch.
In der laufenden Spielzeit sammelte der 1,85 Meter große Rechtsfuß 13 Scorerpunkte (elf Tore, zwei Vorlagen) in 22 Pflichtspielen. Zahlen, die den englischen Premier-League-Klub FC Fulham auf den Plan gerufen haben. Das Feilschen um die Ablöse hat längst begonnen.
Der 23-jährige US-Amerikaner war im Sommer 2023 für rund elf Millionen Euro Ablöse vom FCA nach Eindhoven gewechselt und FCA-Geschäftsführer Michael Ströll hatte eine 20-prozentige Beteiligung bei einem Weiterverkauf ausgehandelt. Die könnte sich jetzt für den FCA auszahlen. Fulham hatte vor einigen Wochen ein 30-Millionen-Euro-Angebot abgegeben, was von Eindhoven aber abgelehnt wurde.
FC Fulham bietet 32 Millionen Euro
Jetzt bieten die Engländer laut übereinstimmenden Medienberichten für einen Winterwechsel 32 Millionen Euro. Für den FCA würde das eine Einnahme von über sechs Millionen Euro bedeuten. Die beiden Klubs verhandeln. PSV hätte gerne 45 Millionen Euro.
Dass der Transfer jetzt noch über die Bühne geht, gilt als unwahrscheinlich, auch in den Niederlanden und England schließt das Winter-Transferfenster am 2. Februar. Doch beim FCA kann man entspannt abwarten. Pepi wird früher oder später wechseln.
FCA zahlte 16 Millionen Euro Ablöse an den FC Dallas
Möglich, dass der FCA dann mit dem vermeintlichen Transfer-Flop sogar noch gutes Geld verdienen wird. Und es scheint, als hätten die Befürworter des Wechsels von Pepi im Januar 2022 vom FC Dallas zum FCA, vielleicht mit ihrer Einschätzung, dass dort ein Rohdiamant gefunden wurde, gar nicht so falschgelegen. Es scheint eher, dass der damals 19-Jährige einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Und dass die immense Ablösesumme von 16 Millionen Euro, die der FCA bereit war zu zahlen, viel zu hohe Erwartungen weckte. Die konnte das 19-jährige Talent aus Texas im unwirtlichen deutschen Winter und im harten Abstiegskampf der Bundesliga nicht erfüllen. Und so verlieh der FCA im Sommer 2022 Pepi nach 16 Bundesligaspielen ohne Tor an den FC Groningen.
Pepi, der sich in Augsburg auch missverstanden und nicht genug gefördert gefühlt hatte, blühte in den Niederlanden auf und wechselte schließlich im Sommer 2023 für eine Ablöse von rund elf Millionen Euro fest zur PSV. Bei einer Ablöse von 32 Millionen Euro wären das noch einmal rund 2,4 Millionen Euro Zuschlag.* Vielleicht wird es sogar noch mehr. Vieles ist möglich. Es könnte sich eine Win-win-Situation für alle Beteiligten entwickeln, auch wenn Pepi das Duell gegen den FC Bayern auf der Tribüne verfolgen muss.
*In einer ersten Version stand, dass der FCA vom Wiederverkaufswert 20 Prozent (also rund sechs Millionen Euro) erhalten würde. Das ist so nicht richtig. Der FCA bekommt von der Differenz zwischen der Summe, die beim Wechsel nach Augsburg geflossen ist, und dem Wiederverkaufswert 20 Prozent.
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