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Heidenheim-Boss Sanwald gibt sich vor dem Bayern-Spiel gelassen: „David-gegen-Goliath-Duell“

Fußball

Mister Heidenheim strahlt Zuversicht aus: Holger Sanwald gibt sich gelassen vor dem Bayern-Spiel

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    Holger Sanwald will den FC Heidenheim im Winter auf allen Positionen verstärken.
    Holger Sanwald will den FC Heidenheim im Winter auf allen Positionen verstärken. Foto: Tom Weller, dpa

    In diesem Sommer war es 30 Jahre her, dass Holger Sanwald die Geschäfte in Heidenheim übernommen hat. Als gerade mal 27-Jähriger wurde er in einer Kampfabstimmung zum Abteilungsleiter des Heidenheimer Sportbundes gewählt, der sich später zum 1. FC Heidenheim umbenennen sollte. Seither ging es nur in eine Richtung: nach oben. Mittlerweile ist der FCH in der Bundesliga angekommen, das ist maximal oben. Nicht nur deshalb liegt hinter dem Verein das vielleicht schwierigste Jahr seit langer Zeit. Im Frühjahr schien Heidenheim fast schon abgestiegen, rettete sich noch in einem Herzschlag-Finish über die Relegation.

    In der aktuellen Saison setzte es empfindliche Pleiten. Nach dem 0:6 in Leverkusen hissten einige Fans gar die weiße Fahne. Wenn Heidenheim am Sonntag den FC Bayern empfängt (17.30 Uhr, DAZN), steht der Klub zwar auf einem Abstiegsplatz. Elf Punkte aus 14 Spielen sind zu wenig, auch im bescheidenen Heidenheim. Als Vorletzter ist der FCH zwar auf einem Abstiegsplatz, zu den rettenden Plätzen fehlen aber nur zwei Zähler.

    Holger Sanwald stärkt Trainer Frank Schmidt immer wieder den Rücken

    Sanwald sagt, dass die Hinserie für den „Verein die erwartet schwere Aufgabe“ war. Das sei aber nicht überraschend gekommen: „Sich als 1. FC Heidenheim in der Bundesliga zu behaupten, ist jedes Jahr aufs Neue eine enorme Herausforderung für uns alle.“ Neu war aber dann schon, dass selbst Trainer Frank Schmidt sich stellenweise ratlos zeigte über die gebotenen Leistungen. Nach dem Debakel in Leverkusen meinte Schmidt, er könne sich erstmals nicht mehr hinter die Mannschaft stellen – habe sie doch wesentliche Qualitäten vermissen lassen.

    Sanwald bezog in dieser Phase Stellung, besuchte demonstrativ die Pressekonferenz und betonte, dass es keinerlei Zweifel am Trainer gebe. Dabei bleibt er auch heute: „Wer Frank aber am nächsten Tag schon wieder bei der Analyse und beim Training erlebt hat, weiß mit was für einer herausragenden Einstellung er als Trainer mit solchen Niederlagen umgeht. Frank lebt seinen Job, sprüht nur so vor Energie und schafft es, diese immer wieder auf die Mannschaft zu übertragen. Unsere Siege in der Nachspielzeit bei Union Berlin und gegen den SC Freiburg, die auf die enttäuschenden Niederlagen in Leverkusen und gegen Borussia Mönchengladbach folgten, sind das beste Beispiel dafür!“

    Im Winter sollen mehrere Spieler nach Heidenheim gelotst werden

    Zugleich setzte Sanwald in diesem öffentlichen Auftritt die Mannschaft unter Druck: Verstärkungen sollen für alle Mannschaftsteile außer im Tor gesucht werden, im Winter soll investiert werden. Es war eine glasklare Ansage an das Team, daran haben auch die Punkte nichts geändert, die der FCH seither geholt hat. Überrascht sollte diese Worte aber niemanden haben, so Sanwald: „Wir sprechen bei uns in Heidenheim immer direkt und ehrlich miteinander – natürlich auch mit unseren Spielern. Deshalb hat diese Feststellung niemanden überrascht. Der Blick auf unsere bisherige Punkteausbeute zeigt, dass wir uns im Verlauf der Saison noch deutlich steigern müssen, um am Ende erneut den Klassenerhalt feiern zu können. Aus diesem Grund wollen wir unsere Mannschaft im Winter nochmals verstärken.“

    Vor allem der Abgang von Offensivmann Leo Scienza, der den Klub am letzten Tag des Wechselfensters verließ, wiegt schwer. Dass es nicht einfach für Heidenheim ist, in der Bundesliga neue Spieler zu verpflichten, sagte Trainer Frank Schmidt in der Pressekonferenz vor dem Bayern-Spiel. „In der Bundesliga geht es um Summen, da sind wir eigentlich raus.“ Zugleich vertraue er den handelnden Personen: „Der Verein wird alles tun, um die Mannschaft zu verstärken.“ Der Verein – das sind natürlich viele, zuvorderst aber eben Sanwald. Der gibt sich auch hier betont zuversichtlich: „Unsere Bundesliga-Konkurrenten verfügen nach wie vor sicherlich über ganz andere finanzielle Möglichkeiten als wir. Deshalb müssen wir in Sachen Transfers eben kreativ sein. Das ist aber keine neue Situation für uns und dennoch haben wir in der Vergangenheit auch im Winter schon viele Spieler verpflichtet, die unseren Kader schnell und vor allem entscheidend verstärkt haben. Das ist auch für diese Winter-Transferperiode unser Ziel.“

    Auf das Spiel gegen die Bayern verspürt er große Lust: „Ein größeres David-gegen-Goliath-Duell als diese Begegnung gibt es in der Bundesliga nicht. Wir sind in allen Statistiken deutlich unterlegen. Dennoch schreibt der Fußball bekanntermaßen die verrücktesten Geschichten. Doch damit so etwas überhaupt möglich werden kann, musst du als Grundvoraussetzung dafür an dein absolutes Leistungsmaximum kommen. Das wollen wir am Sonntag auf jeden Fall schaffen!“

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