„Nein“, sagte Trainer Sandro Wagner. Genossen habe er diesen Moment nicht. Nach dem Spiel war der Trainer des FC Augsburg gefragt worden, wie er das Traumtor von Said El Mala erlebt habe. Weil das Kölner Supertalent gegen den FCA getroffen hatte, war Wagners Reaktion verständlich. Lieber wäre es dem 37-Jährigen gewesen, der Offensivspieler hätte nach seinem Solo den Querbalken getroffen, statt den Ball mit Lattenkontakt ins Netz zu jagen. So aber glich der deutsche U21-Nationalspieler zum 1:1-Endstand aus – und war in aller Munde. Mal wieder.
Interviews wollte der 19-Jährige nach dem Traumtor nicht geben. Andere kommentierten, etwa Kölns Verteidiger Dominique Heintz. „Das ist natürlich eine Qualität. Wir wissen, was er kann.“ Oder Kapitän Marvin Schwäbe: „Wir profitieren enorm von ihm und seinen Qualitäten.“ Trainer Lukas Kwasniok hatte El Mala zunächst geschont, da dieser angeschlagen von der U21 zurückgekehrt war. Vor dem Spiel hatte er den Medienrummel noch kritisch gesehen, danach aber zugegeben: „Ich kann und will den Hype gar nicht klein halten.“
Said El Mala erinnert die Fans an Lukas Podolski
Dabei war El Mala schon kurz davor, seine Karriere zu beenden. 2021 wurde er bei Borussia Mönchengladbach aussortiert, ehe ihn sein Bruder Malek zum Weitermachen bewegte. Über Meerbusch und Viktoria Köln landete er schließlich beim FC, der beide Brüder verpflichtete. Mit seiner unbekümmerten Art erinnert er viele Fans an Lukas Podolski. Kwasniok bleibt realistisch: „Wenn er weiterhin so trifft, werden wir ihn irgendwann teuer verkaufen müssen.“ Noch aber genießt der Coach die gemeinsame Zeit: „Er trägt den FC im Herzen.“ Schon jetzt gilt El Mala, bis 2030 gebunden, als Kölns wertvollster Spieler.
1. FC Köln vertraut auf die Bodenständigkeit des Spielers
Auch wenn Topklubs wie Bayern München interessiert sein sollen, mahnen viele zur Ruhe. „Wenn viel über einen jungen Spieler berichtet wird, tut es gut, den Ball flacher zu halten“, sagte FCA-Coach Wagner. Im Klub selbst vertraut man auf El Malas Bodenständigkeit. „Er ist ein guter Junge und geerdet“, meinte Schwäbe. Und Kwasniok ergänzte schmunzelnd: „Wenn er mal falsch abbiegt, drücken wir ihm ein Navi in die Hand.“
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