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WM lässt Fragen offen – Deutsches Team zwischen Spitzenleistung und Unsicherheit

Kommentar

So wird die WM für das deutsche Team zum Erfolg

Johannes Graf
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    Das Ergebnis überraschte und beeindruckte: Mit 6:0 besiegte das DFB-Team im letzten WM-Qualifikationsspiel die Slowakei.
    Das Ergebnis überraschte und beeindruckte: Mit 6:0 besiegte das DFB-Team im letzten WM-Qualifikationsspiel die Slowakei. Foto: Jan Woitas, dpa

    Angedeutet hatte es sich wahrlich nicht. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hatte sich durch die Qualifikationsgruppe gequält. Gegen die Slowakei drohte eine Zitterpartie, ja sogar der Umweg über die Play-offs. Schwarzseher schlossen nicht einmal eine WM ohne Deutschland aus. Seit Montagabend ist klar: Soweit wird es nicht kommen. Stattdessen hätten sich Deutschlands beste Kicker keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können, um einen spielerischen Befreiungsschlag zu landen. Der letzte Eindruck dieses Jahres bleibt. Erst im März wird sich die Nationalmannschaft wieder vereinen, um in die Vorbereitung auf das Großereignis in den USA, Kanada und Mexiko einzusteigen.

    Zur Wahrheit gehört, dass die Slowaken nach dem überraschenden Hinspiel-Erfolg kein zweites Mal über sich hinauswuchsen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das DFB-Team an besonderen Tagen weiterhin zu besonderen Leistungen fähig zu sein scheint. Für Julian Nagelsmann sind diese Unterschiede in den Auftritten Fluch und Segen zugleich. Fortwährend ist der 38-Jährige damit beschäftigt, die teils hoch veranlagten Einzelkönner zu einer funktionierenden Einheit zusammenzubringen. Das gelingt ihm mal besser, mal schlechter.

    Bundestrainer Julian Nagelsmann muss sich entscheiden

    Mit dem furiosen 6:0 hat die Mannschaft Vorfreude auf einen glückseligen WM-Sommer erzeugt. Nicht mehr, nicht weniger. Um die WM zu einem Gelingen zu bringen, benötigt der Bundestrainer aber vor allem eines: Verlässlichkeit. Diese beginnt im Kader. Die Zeit des Tüftelns und Testens ist vorbei. Nagelsmann muss entscheiden. Und das frühzeitig. Sollte Marc-Andre ter Stegen keine Spielpraxis bekommen, muss ernsthaft über eine letztmalige Rückkehr Manuel Neuers ins DFB-Tor nachgedacht werden. Auf der rechten Abwehrseite führt kein Weg an Joshua Kimmich vorbei, solange sich keine adäquate Alternative finden lässt. Und Antonio Rüdiger muss beweisen, ob er besser als Nico Schlotterbeck ist. Offensiv sind die Sorgen gering, sofern das Quartett mit Wirtz, Musiala, Sané und Woltemade Form und Fitness mit zur WM bringt.

    Das DFB-Team verkörpert nur vereinzelt Weltklasse

    Nur an ausgewählten Tagen verkörpert das DFB-Team vereinzelt Weltklasse. Daran wird sich bis zur WM wenig ändern. Entsprechend wird Nagelsmann den Fokus darauf legen müssen, eine schlagkräftige Formation zusammenzustellen, deren Stärken in Grundlegendem liegen: in Einsatz, Leidenschaft und dem Umsetzen taktischer Vorgaben. Auf dem Weg zu großen Titeln verfügte das DFB-Team stets über eine stabile Defensive und eine Einheit auf dem Platz. So schön der Kantersieg gegen die Slowakei war – Aufschlüsse für Duelle mit Spanien, Frankreich oder Argentinien hat er nicht gegeben.

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