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Neues Führungsteam in Wertingen: Kinderärztin Laura Evangelista bringt frischen Wind in die Praxis von Dr. Steinheber

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Ein neues Team leitet die Wertinger Kinderarztpraxis

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    Laura Evangelista und Josef Steinheber sind das Führungsteam der Kinderarztpraxis in Wertingen.
    Laura Evangelista und Josef Steinheber sind das Führungsteam der Kinderarztpraxis in Wertingen. Foto: Laura Gastl

    In der Kinderarztpraxis an der alten Stadtmühle in Wertingen klingelt das Telefon den ganzen Tag nahezu ohne Unterlass. „Wir haben eine Mitarbeiterin, die sich nur um die Anrufer kümmert“, sagt Kinderarzt Josef Steinheber, der die Praxis seit über 30 Jahren leitet. Denn die Zahl der Anrufe ist enorm. Aus einem Umkreis von 30, 40 Kilometern rufen Eltern auf der Suche nach einer Praxis für ihre Kinder an – teilweise dann schon, wenn die Mutter noch schwanger ist. Weil der Andrang so enorm ist, müssen Patientinnen und Patienten manchmal auch abgewiesen werden. „Da tut mir das Herz weh“, sagt Steinheber. Umso glücklicher ist der 67-Jährige darüber, dass er schnell eine Nachfolge für seinen Kollegen Wolfram Berweck gefunden hat.

    Dieser hat sich Ende 2024 in den Ruhestand verabschiedet, nachdem die beiden Männer ihre Praxis seit über drei Jahrzehnten gemeinsam geleitet haben. Jetzt ist es die Kinderärztin Laura Evangelista, die Berwecks Platz eingenommen hat: Seit Anfang 2025 teilt sie sich mit Steinheber die Führung der Praxis in Wertingen.

    Viele Kinderarztpraxen suchen Fachpersonal und werden nicht fündig

    Während andere Praxen im Umkreis händeringend Fachpersonal suchen – in einer Donauwörther Praxis etwa arbeiten nur noch zwei statt vier Kinderärzte, für eine Praxis in Affing (Landkreis Aichach-Friedberg) gab es zuletzt keine Bewerber –, war das in Wertingen kein Problem. Die 36-jährige Laura Evangelista kam im Februar 2021 als Ärztin in die Praxis, um hier ihre fachliche Weiterbildung in der Kinderheilkunde zu absolvieren. Und ist geblieben. „Ich wollte schon immer eine Praxis leiten“, erzählt die Mutter von zwei Kindern. Und so spürte auch das Team in Wertingen bald, dass bei Evangelista ein gewisses Interesse da war.

    Anstatt in die Klinik nach Neuburg zurückzukehren, blieb Evangelista nach dem Ende ihrer Weiterbildung in der Zusamstadt – und pendelte weiterhin rund 45 Kilometer. „Es hat mir einfach gut gefallen“, erzählt die gebürtige Italienerin. Die Einarbeitung, die Stimmung unter den Kollegen und Kolleginnen – all das habe gestimmt. Außerdem, so Evangelista, sorge Steinheber stets dafür, „dass es für die Frauen mit Kindern und Familien passt“. Anders würde es wohl auch nicht funktionieren. Denn im Team ist Steinheber inzwischen der einzige Mann – neben ihm ist da nur sein alter Kollege Berweck, der „als Reserve“ ab und an einspringe. Ansonsten arbeiten in der Praxis sechs Ärztinnen und 14 medizinische Fachangestellte, viele davon in Teilzeit.

    Kinderärztin Evangelistas Mann unterstützt „zwischen Autobahn, Familie und Praxis“

    Wie wertvoll es ist, einen Kollegen zu haben, der in der Ferienzeit die Stellung hält, weiß Laura Evangelista nur zu gut. Ihre Kinder sind zwei und sechs Jahre alt. 2022 ist die Familie nach Wertingen gezogen. Evangelistas Mann arbeitet in Stuttgart, muss zwei- bis dreimal in der Woche vor Ort sein und befinde sich damit häufig „zwischen Autobahn, Familie und Praxis“, wie die Kinderärztin sagt. Und dennoch funktioniere es, sie unterstützten einander. Vor allem ist die 36-Jährige froh darum, dass es in der Arbeit nach und nach etwas ruhiger werde. Zum einen, weil die winterliche Infektionswelle abflache. Und zum anderen, weil sie sich in ihrer leitenden Position immer mehr einfinde und die Bürokratie, die mit dem Neustart zusammenhängt, so langsam abgearbeitet sei.

    Laura Evangelista ist in Francavilla Al Mare in den Abruzzen aufgewachsen – mit einem italienischen Vater und einer deutschen Mutter. Zu Deutschland hatte sie obendrein einen Bezug, weil ihr Vater 31 Jahre lang in Frankfurt lebte. Unter anderem, weil die wirtschaftliche Lage in Italien schwierig war, ging Evangelista 2009 für ihr Medizinstudium nach Würzburg. Ihre Mutter habe zwar immer schon Deutsch mit ihr gesprochen, doch in den Klausuren saß sie stets „mit dicken Wörterbüchern“, wie ihr einfällt, wenn sie an ihre Anfangszeit zurückdenkt.

    Warum die beiden Ärzte aus Wertingen gern mit Kindern arbeiten

    Warum sie sich für die Kinderheilkunde entschieden hat? „Ich habe Kinder schon immer gemocht“, sagt Evangelista mit einem Lächeln. Ihre Eltern hätten früher eine Wirtschaft gehabt, da habe sie stets auf alle Kinder aufgepasst. So ähnlich ging es auch ihrem Kollegen Steinheber in seiner Jugend, der schon immer Freude am Umgang mit Kindern hatte. Der 67-Jährige ist davon überzeugt, dass die Kleinen spürten, wenn man offen auf sie zugehe und sie gern habe, und dass sie einem dann entsprechendes Vertrauen entgegenbringen. Er selbst möchte noch so lange weiterarbeiten, wie es im Spaß und die Gesundheit mitmache.

    Es sei schon etwas Besonderes, mit Kindern zu arbeiten, findet auch Evangelista. Anders als erwachsene Patienten können „sie dir nicht viel erzählen, gerade Babys nicht“. Wenn diese viel schreien, gelte es herauszufinden, was ihnen fehlt.

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