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Impfung in der Apotheke? Welche Leistungen künftig möglich sein sollen

Gesundheit

Impfung hinterm Verkaufstresen? Wie Apotheken mehr Geld verdienen sollen

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    In ländlichen Regionen stecken viele Apotheken in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Gesundheitsministerin Nina Warken sagt ihnen gezielt Hilfe zu.
    In ländlichen Regionen stecken viele Apotheken in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Gesundheitsministerin Nina Warken sagt ihnen gezielt Hilfe zu. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Seit 2008 hat jede fünfte Apotheke in Deutschland dichtgemacht. Das früher so sichere Geschäftsmodell existiert so nicht mehr überall. Laut einer neuen Umfrage des Apothekerverbandes erwarten vier von zehn Mitgliedsunternehmen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage verschlechtert. Nun hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken die Hoffnungen der Apotheker enttäuscht. Die von der Branche geforderte Honorarerhöhung (Fixum) ist auf unbestimmte Zeit verschoben. „Sie alle kennen aber die Haushaltslage, die Verabredung der Koalition, die Beiträge in den Sozialversicherungen zum Jahreswechsel stabil zu halten. Und deswegen können wir jetzt in diesem Jahr die Anhebung des Fixums kurzfristig, also vor dem Jahreswechsel, nicht umsetzen“, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag auf dem Deutschen Apothekertag. Es war eine kalte Dusche, die auf die Branche ausgerechnet zur 75-Jahrfeier des Apothekerverbandes niederging.

    Das Fixum ist die Summe, die Apotheker pro verkaufter Packung eines verschreibungspflichtigen Medikaments von den Krankenkassen erhalten. Es liegt derzeit bei 8,35 Euro je Packung. Die letzte Erhöhung gab es vor zwölf Jahren.

    „Das Apothekennetz wird immer dünner“

    Im Koalitionsvertrag hatten CDU, CSU und SPD eine Steigerung auf 9,50 Euro in Aussicht gestellt. Der Aufschlag hätte rund eine Milliarde Euro jährlich mehr gekostet. Warken konnte auf dem Apothekertag lediglich versprechen, die Anhebung im neuen Jahr auf Wiedervorlage zu nehmen. In seiner Rede hatte Apotheker-Präsident Thomas Preis der Ministerin zuvor noch zugerufen, dass die Unternehmen die Honorarerhöhung eingeplant hätten. „Die Apothekerschaft ist zuversichtlich, dass das auch so umgesetzt wird“, sagte Preis. Und mahnte: „Das Apothekennetz wird immer dünner.“

    Bundesweit versorgen noch rund 17.000 Apotheken die Patienten mit Arzneimitteln – Tendenz fallend. Der wirtschaftliche Erfolg wird wesentlich von der Nähe zu Ärzten bestimmt. Wer eine Apotheke neben einem Medizinischen Versorgungszentrum betreibt, hat Aussicht auf lohnende Geschäfte. Auf dem Land sieht es anders aus, wo die Praxendichte geringer ist. Der klassischen Apotheke setzt auch der zunehmende Versand von Arzneimitteln zu. Das E-Rezept macht es leichter, Verschreibungen bei großen Versandapotheken einzureichen und sich die Medikamente zusenden zu lassen.

    Gesundheitsministerin Nina Warken hat die in Aussicht gestellte Erhöhung der Honorare verschoben. Grund ist die angespannte Lage der Krankenkassen.
    Gesundheitsministerin Nina Warken hat die in Aussicht gestellte Erhöhung der Honorare verschoben. Grund ist die angespannte Lage der Krankenkassen. Foto: Britta Pedersen, dpa

    Die Gesundheitsministerin kam aber nicht mit völlig leeren Händen zum Apothekertag. Sie versprach den Landapotheken einen gesonderten Zuschlag, allerdings ohne ein konkretes Datum zu nennen. Bis diese Förderung umgesetzt ist, „wird die Vergütung ländlicher Apotheken über eine signifikante Anhebung der Nacht- und Notdienstpauschale gestärkt“, wie es in Warkens Apothekenfahrplan heißt. Dem Papier zufolge wird dadurch die Pauschale annähernd verdoppelt.

    Der Apotheker wird ein wenig mehr zum Arzt

    Neue Einnahmequellen sollen den Pharmazeuten entstehen, indem sie Aufgaben der Ärzte übernehmen. In Apotheken sollen sich Patienten nicht nur gegen Grippe und Corona impfen lassen können, sondern künftig auch gegen weitere Krankheiten. Außerdem sollen die Apotheker Tests zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen anbieten und Medikamente teilweise ohne Verschreibung des Arztes verkaufen dürfen. Das soll zum Beispiel für chronische Krankheiten gelten, wie auch für unkomplizierte Erkrankungen wie Harnwegsinfektionen.

    Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach forderte, die Honorare der Apotheker zu erhöhen. „Im aktuellen Koalitionsvertrag auf Bundesebene finden sich bereits viele bayerische Forderungen wieder, zum Beispiel eine auskömmliche und an die gestiegenen Kosten angepasste Honorierung von Apothekenleistungen“, sagte die CSU-Politikerin unserer Redaktion. Es brauche auch künftig flächendeckend Apotheken vor Ort.

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