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China schafft Exportrabatt ab: So reagieren deutsche Solarinstallationsbetriebe

Erneuerbare Energien

Warum Solaranlagen bald teurer werden

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    Die Preise für Photovoltaikanlagen werden bald steigen. Ein Grund ist der Wegfall des Exportrabatts bei chinesischen Solarprodukten.
    Die Preise für Photovoltaikanlagen werden bald steigen. Ein Grund ist der Wegfall des Exportrabatts bei chinesischen Solarprodukten. Foto: Marijan Murat, dpa (Symbolbild)

    Solaranlagen in Deutschland werden wohl teurer. Laut Lucas Flügel, Sprecher des Bundesverbands des Solarhandwerks (BDSH), stellen sich die Solarinstallateure in Deutschland auf baldige Preissteigerungen ein. Schuld daran ist eine Entscheidung des chinesischen Finanzministeriums: Seit Mittwoch können sich Hersteller die Mehrwertsteuer für Solarprodukte, die in den Export gehen, nicht mehr rückerstatten lassen. Dieser Exportrabatt lag bei neun Prozent und galt für Produkte wie Module und Zellen.

    Solarhersteller führt Pleite auch auf chinesische Konkurrenz zurück

    In China gibt es ein starkes Überangebot an Solarmodulen und auch auf Auslandsmärkten liefern sich die Hersteller Preiskämpfe. Durch den Exportrabatt bestand für chinesische Unternehmen zudem das Risiko, in Importländern ins Visier von Antidumpinguntersuchungen zu geraten. Jetzt ist laut Chinas Verband der Photovoltaikindustrie eine Rückkehr zu rationalen Preisen auf den Auslandsmärkten möglich.

    Im vergangenen Jahr meldete die Firma Meyer Burger als letzter großer europäischer Solarhersteller an ihren Standorten in Sachsen und Sachsen-Anhalt Insolvenz an. Laut dpa nannte das Schweizer Unternehmen als Grund für den Misserfolg auch die Konkurrenz durch die günstigen Solarmodule aus China. Nun herrscht bei den deutschen Installationsfirmen Unsicherheit.

    Wie in den Vorjahren stieg laut Flügel die Nachfrage im März gegenüber der im Januar und Februar an. Der Sprecher des BDSH führt dies auf saisonale Effekte und die politische Lage im Nahen Osten zurück. Die Teuerungen beim Öl und Gas bewegten die Verbraucher dazu, sich nach Alternativen umzusehen. Überdies wirke der Plan von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die Einspeisevergütung für Anlagen mit einer Nennleistung unter 25 Kilowatt abzuschaffen, als Triebkraft.

    Pläne von Katherina Reiche verunsichern Kunden in der Solarbranche

    Der Referentenentwurf aus Reiches Ministerium sieht einen Wegfall der Einspeisevergütung nur für Neuanlagen vor. Flügel sagt: „Die Kunden wollen die Einspeisevergütung jetzt noch mitnehmen.“ Derzeit sind laut Flügel die Lager der Installateure gefüllt, weswegen sie die Photovoltaikanlagen zu bisherigen Preisen verkaufen können. Das könnte sich Ende April ändern.

    Lieferanten und Großhändler kommen nach Einschätzung von Flügel nicht darum herum, den Aufschlag durch den Wegfall des Exportrabatts an die Installationsbetriebe weiterzugeben. Zudem verteuere sich der Transport der Ware, weil die Lieferwege durch die Konflikte im Nahen Osten länger würden. Flügel sagt: „Wir gehen davon aus, dass die Preise um zehn Prozent steigen werden.“

    Photovoltaik-Branche fürchtet weiteren Rückgang des Geschäfts

    Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) fürchtet, dass die Rentabilität neuer Solaranlagen leiden und die Nachfrage massiv einbrechen wird. Laut Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig ist der Geschäftsklimaindex für die PV-Branche zu Beginn des Jahres gesunken. Für die Ermittlung des Index werden Unternehmen aus der Branche einmal pro Quartal zu ihren Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate befragt. Körnig teilte mit, dass die befragten Betriebe als Gründe für ihre negativen Erwartungen „eine durch die Politik stark verunsicherte Kundschaft im Heimsegment“ nannten.

    Nach Auskunft von Körnig ist der Bezug von Solarmodulen und -zellen von chinesischen Unternehmen derzeit weitgehend alternativlos. Seit einer energiepolitisch ausgelösten Insolvenzwelle vor 15 Jahren existierten bundesweit derzeit keine relevanten Produktionskapazitäten mehr. Der BSW Solar spricht sich deshalb für eine Diversifizierung solartechnischer Lieferbeziehungen mittels des Aufbaus neuer Produktionsstandorte in Europa und strategischer Partnerschaften mit Staaten wie Indien aus. (mit dpa)

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