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Atomkraft, Kohle, Sonne: So setzt sich der Strommix in Deutschland zusammen

Foto: Federico Gambarini, dpa (Symbolbild)

Wie wird in Deutschland Strom erzeugt? Wie groß sind die Anteile von Windkraft, Photovoltaik und Kohle? Unsere Grafiken zeigen immer die aktuellen Werte.

Stecker in die Steckdose gesteckt und schon lädt das Smartphone. Auf dem Fernsehbildschirm flimmert eine Serie, in der Küche nebenan brummt der Kühlschrank leise. Strom ist im Haushalt allgegenwärtig. Doch so vertraut vielen Menschen ihre Elektrogeräte sind, so wenig wissen sie oft über die Stromerzeugung.

Zwar fallen Windräder, Solaranlagen oder Schornsteine und Kühltürme großer Kraftwerke auf. Doch welche Anlagen liefern denn nun wie viel von dem Strom, der so selbstverständlich in jede Steckdose fließt?

Photovoltaik und Windkraft liefern große Mengen Strom – aber nicht immer

Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Ein Blick auf die Strommarktdaten der Bundesnetzagentur zeigt, dass das stark auf die Jahres- und Tageszeit ankommt. So macht im Sommer Strom aus Photovoltaik einen sehr großen Anteil des in Deutschland erzeugten Stroms aus, vor allem gegen Mittag, wenn die Sonne hochsteht. Im Winter ist der Anteil deutlich geringer – und nachts liefern Solarmodule überhaupt keinen Strom.

Auch die durch Windkraft erzeugte Energie schwankt stark. Insgesamt macht Windkraft einen großen Teil des erzeugten Stroms aus, im ersten Halbjahr 2022 etwa ein Viertel der gesamten Menge – die Solarkraft bringt es nur auf etwa neun Prozent. Aber: Windstrom kann nur erzeugt werden, wenn auch Wind weht. Deshalb gibt es immer wieder Zeiträume, in denen die Windräder stillstehen.

Wenn Wind und Sonne also weniger oder keine Energie liefern – hier wird oft von der sogenannten Dunkelflaute gesprochen – müssen andere Energieträger Strom erzeugen.

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Morgens und abends wird der fehlende Solarstrom teilweise durch Pumpspeicherkraftwerke ausgeglichen. Hierfür wird in Zeiten, in denen viel Strom verfügbar ist, Wasser in höher gelegene Speicher gepumpt. Wenn dann Strom benötigt wird, wird Wasser abgelassen. Damit werden Turbinen angetrieben und so Strom erzeugt. Doch die Kapazitäten solcher Kraftwerke sind stark begrenzt und auch ihr Wirkungsgrad gering: Es braucht deutlich mehr Strom, um das Wasser in die Speicher zu pumpen, als sich später gewinnen lässt. Daher wird der Strombedarf in einer Situation, in der Sonne und Wind nur wenig beitragen, vor allem durch Kohle und Gas gedeckt. Kraftwerke, in denen diese verbrannt werden, können zudem schnell auf einen höheren Bedarf reagieren und dann mehr Strom erzeugen. Allerdings handelt es sich bei Kohle und Gas um fossile Brennstoffe. Diese Art der Stromerzeugung ist daher klimaschädlich.

Foto: Ulrich Wagner (Archivbild)

Am Standort des Atomkraftwerkes Gundremmingen dürfte kein Windrad gebaut werden – der Abstand zu den nächsten Wohnhäusern wäre zu klein.

2022 produziert Deutschland nur noch halb so viel Atomstrom wie 2021

Die drei noch aktiven Atomkraftwerke in Deutschland liefern in der Regel kontinuierlich die nahezu gleiche Menge Strom, im ersten Halbjahr 2022 etwa sechs Prozent des bundesweiten Bedarfs. Manchmal kommt es zu kurzzeitigen Rückgängen – ab dem 21. Oktober zum Beispiel, weil das Kraftwerk Isar 2 für Wartungsarbeiten vom Netz genommen wurde. Zum Jahreswechsel 2021/2022 ist ein Einbruch der durch Kernkraft erzeugten Strommenge, um etwa die Hälfte zu sehen. Damals gingen die Atomkraftwerke in Brokdorf (Schleswig-Holstein), Grohnde (Niedersachsen) und das bayerische Kraftwerk in Gundremmingen im Landkreis Günzburg vom Netz. Die jetzt noch aktiven Atomkraftwerke – Isar 2 in der Nähe des niederbayerischen Landshut, Emsland in Niedersachsen und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg – sollen nun bis Mitte April 2022 am Netz bleiben, um die Versorgung im Winter sicherzustellen. Eigentlich war der endgültige Atomausstieg in Deutschland für den Jahreswechsel geplant.

Deutlich wichtiger als die Atomkraftwerke war zuletzt allerdings die Stromproduktion aus Kohle. Kohle – Braunkohle und Steinkohle zusammengerechnet – war 2021 und auch im ersten Halbjahr 2022 der wichtigste Energieträger und machte fast ein Drittel des erzeugten Stroms aus. So stammte 2021 etwa 58 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus konventionellen Energieträgern. Zu diesen werden neben Kohle auch Erdgas und die Atomkraft gezählt. Im Gegensatz dazu stehen die erneuerbaren Energieträger. Neben Wind und Solar werden hierzu auch Wasserkraft und Biogas gezählt.

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Im ersten Halbjahr 2022 wandelte sich das Bild ein wenig: In diesem Zeitraum wurde mit 48,5 Prozent fast genauso viel erneuerbarer Strom wie konventioneller produziert. Das hing unter anderem mit den vielen Sonnenstunden im Frühling und Sommer 2022 zusammen, auch der Wind wehte häufiger als Anfang 2021, heißt es in der Auswertung des Statistischen Bundesamtes.

Kohle blieb trotzdem der wichtigste Energieträger. Das liegt auch am Krieg Russlands gegen die Ukraine. Um weniger Erdgas zu verwenden – das durch Russlands Angriff auf die Ukraine und die folgende wirtschaftliche Auseinandersetzung mit Deutschlands wichtigsten Gaslieferanten knapp und teuer geworden war – setzt Deutschland stärker als zuletzt auf Kohle und nimmt sogar bereits geschlossene Kohlekraftwerke wieder in Betrieb.

Stromexport: Deutschland produziert mehr Strom, als es benötigt

Foto: Ole Spata, dpa

Nun ist der in Deutschland erzeugte Strom nicht gleichbedeutend mit der in Deutschland verbrauchten Strommenge. Denn Strom wird, wie die meisten anderen Produkte auch, über Ländergrenzen hinweg gehandelt. Bisher exportiert Deutschland jedes Jahr mehr Strom als es importiert – in Deutschland wird also mehr Strom produziert, als Haushalte und Industrie hierzulande auch wirklich verbrauchen.

Wie viel Strom an welche Länder abgegeben wird oder von diesen eingespeist wird, hängt auch stark mit den Eigenheiten der Stromproduktion im jeweiligen Land zusammen. So lieferte Frankreich bis Anfang 2022 mehr Strom nach Deutschland als umgekehrt. Im ersten Halbjahr 2022 drehte sich dieses Verhältnis aber erstmals seit Beginn der Statistik im Jahr 1990.

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Hintergrund ist, dass Frankreich stark auf Atomstrom setzt und einen Großteil seines Strombedarfs mit der Kernkraft deckt. In Frankreich produzierten die Atomkraftwerke im Frühjahr und Sommer 2022 aber deutlich weniger Strom als üblich – mehr als die Hälfte der Reaktoren war außer Betrieb. Einige mussten gewartet werden, andere wurden wegen der Hitze heruntergefahren, da nicht genügend Kühlwasser verfügbar war. Um den Strombedarf in Frankreich zu decken, wurde in Deutschland wiederum die Stromproduktion an Gaskraftwerken erhöht.

Das Beispiel zeigt: Die Stromproduktion ist ohnehin schwer zu kalkulieren – und der Krieg in der Ukraine erhöht die Unsicherheit noch weiter.