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Energiewende: Weltweit erster dezentraler 250-Megawatt-Stromspeicher entsteht in Bayern

Energiewende

Weltweit erster dezentraler 250-Megawatt-Stromspeicher entsteht in Bayern

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    In etwa zwei Jahren soll im westlichen Bayern zur Stabilisierung des Stromnetzes ein insgesamt 250 Megawatt starkes Netz von Batteriespeichern zur Verfügung stehen.
    In etwa zwei Jahren soll im westlichen Bayern zur Stabilisierung des Stromnetzes ein insgesamt 250 Megawatt starkes Netz von Batteriespeichern zur Verfügung stehen. Foto: Nicolas Armer, dpa (Symbolbild)

    Die Energiewende stellt Netzbetreiber in Deutschland vor immer größere Herausforderungen. Durch die vermehrte Erzeugung von Strom aus Sonne und Wind ist das gesamte Energie­system komplexer geworden – immer mehr Strom muss zeitweise transportiert werden. Die Folge: Überlastete Netze. Um dem entgegenzuwirken wird vermehrt auf sogenannte Netzbooster gesetzt, riesige Batteriespeicher, die das Stromnetzbei Bedarf in Sekundenschnelle entlasten. An strategisch günstigen Netzknotenpunkten können sie überschüssigen Strom aufnehmen und wieder abgeben. In Bayern soll Ende 2025 "der weltweit erste dezentrale Netzbooster" an den Start gehen, wie die beteiligten Unternehmen am Dienstag in Augsburg mitteilten.

    Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion will das Projekt zusammen mit dem Energiekonzern Eon und der Regionaltochter LEW Verteilnetz (LVN) in Schwaben und Oberbayern realisieren. Dafür werden aktuell fünf bis zehn passende Standorte gesucht. Etwa 70 kämen insgesamt infrage, erklärte Kathrin Schaarschmidt von der LVN. Zurzeit laufen die elektrischen Anschlussprüfungen, anschließend gehe man in Beratungen mit den Gemeinden. Mit den Batteriemodulen sollen jeweils zwischen25 und 50 Megawatt Leistung vorhaltenwerden können, sodass insgesamt ein 250 Megawatt starkes Netz von Batteriespeichern zur Verfügung steht.

    Dezentrale Bauweise des Netzboosters ist günstiger und besser für die Natur

    Damit soll die Überlastung des Stromnetzes verhindert und Kosten gespart werden. Aktuell wird dem entgegengesteuert, indem etwa die Produktion von Windkraftanlagen im Norden gedrosselt werden muss und im Süden dafür herkömmliche Kraftwerke hochgefahren werden. Diese Maßnahmen, genannt Redispatch, hätten im vergangenen Jahr Kosten von vier Milliarden Euro in Deutschland verursacht, sagte Thomas Dederichs, Leiter Strategie und Energiepolitik bei Amprion. Der neue Batteriespeicher soll diesem Problem entgegenwirken und sei "eines der wichtigsten Projekte der Energiewende". Durch die dezentrale Bauweise an etwa zehn und nicht nur einem einzelnen großen Standort erwarten die Unternehmen wesentliche Vorteile. Das Projekt sei mit vergleichsweise geringen Anschlusskosten umsetzbar. Insgesamt rechnet Dederichs mit Investitionskosten im niedrigen dreistelligen Millionenbereich – ähnliche Projekte seien bislang auf 200 bis 250 Millionen Euro gekommen.

    Zudem seien bei der dezentralen Bauweise geringe Eingriffe in die Natur notwendig, erklärt Schaarschmidt. Die Module werden in räumlicher Nähe zu bestehenden Netzknoten im LEW Verteilnetz errichtet und direkt an das Hochspannungsnetz angeschlossen. Wegen der geringeren Größe würden auch die Kühlanlagen weniger Lärm produzieren. Zudem wird aktuell erst ab einer Leistung von 50 Megawatt ein Planfeststellungsverfahrenbenötigt, alles darunter funktioniere ohne und sei deswegen schneller in der Umsetzung.

    Einen weiteren Netzbooster in Schwaben – wenn auch zentral – plant offenbar der Essener Energiekonzern RWE. Der Betreiber des früheren Kernkraftwerks Gundremmingen möchte den Energiestandort allem Anschein nach erhalten. Im Gespräch ist ein zweimal 300 Megawatt starker Batteriespeicher, der in unmittelbarer Nachbarschaft zum einstigen Atomkraftwerk betrieben werden könnte. RWE hat nach eigenen Angaben "das Ziel, bis 2030 drei Gigawattan Batteriespeichern zu bauen. Hierzu prüft RWE an verschiedenen Standorten entsprechende Projektoptionen. Auch Gundremmingen bietet sich aufgrund der vorhandenen Energieinfrastruktur als ein möglicher Standort für einen Batteriespeicher an." Eine endgültige Entscheidung zur Realisierung sei allerdings noch nicht gefallen.

    Ist Bayern wirklich so spitze, wie viele behaupten? Dem gehen wir nach. Dieses Mal mit einem Podcast zum Thema erneuerbare Energien – mit Martin Huber und Ludwig Hartmann.

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