Die Sanierung der maroden deutschen Eisenbahn ist eine Aufgabe von zehn Jahren. So viel Zeit hat die neue Bahnchefin Evelyn Palla aber nicht. Sie muss schnell Erfolge erzielen. Für die Reisenden am vordringlichsten sind eine höhere Pünktlichkeit und ein besserer Service. Ersteres ist eine Herausforderung, weil in den kommenden Jahren Dutzende Milliarden Euro in die Gleise investiert werden. Mehr Baustellen bedeuten aber mehr Störungen des Betriebs, die sich auf die Pünktlichkeit niederschlagen.
Schon übernächstes Jahr müssen die Fernzüge pünktlicher sein
Dennoch muss das Management der Baustellen so gefahren werden, dass schon übernächstes Jahr statt jeden dritten Zugs im Fernverkehr nur noch jeder vierte zu spät kommt. Dass Bordbistros besetzt und Toiletten benutzbar sind, sollte hingegen eine Selbstverständlichkeit sein. Weniger im Fokus der breiten Öffentlichkeit steht die . Hier ist der Zeitdruck besonders hoch, weil die EU mit der Abwicklung von DB Cargo droht. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen dürfen die Verluste des Bereichs nicht länger quersubventioniert werden.
Fünf Jahre Verlust bei der Bahn sind genug
Die Ausgangslage ist kompliziert: Die Gewerkschaft sperrt sich gegen harten Stellenabbau, und die Industrie verlangt nach Waggons. Palla wird nicht viel anderes übrigbleiben, als sich auf die Ideen von Cargo-Vorständin Sigrid Nikutta zu verlassen, die eifrig an der Sanierung des Bereichs arbeitet. Aufgabe Nummer drei ist die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Fünf Jahre Verlust sind genug. Die designierte Vorstandsvorsitzende kann aber auf das Sanierungsprogramm hoffen, das der scheidende Bahnchef Richard Lutz hat auflegen lassen. Am Jahresende soll die Bahn eine schwarze Null erreichen. Für die nächsten Jahre ist eine ausgeglichene Bilanz erst einmal genug.
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