Es ist eine bittere Nachricht für alle, die zuletzt auf eine Lösung in letzter Sekunde gehofft hatten: Das Unternehmen Quantron aus Gersthofen bei Augsburg hat Insolvenz angemeldet. Das berichtete die Kanzlei BBL. „Die Quantron AG, Systemanbieter von nachhaltiger batterieelektrischer und wasserstoffelektrischer Mobilität für Nutzfahrzeuge, befindet sich seit heute im vorläufigen Insolvenzverfahren“, teilte die Kanzlei am Mittwoch mit. Das zuständige Amtsgericht Augsburg habe Rechtsanwalt Constantin Graf Salm-Hoogstraeten zum vorläufigen Insolvenzverwalter über das Vermögen der Gesellschaft bestellt.
Die Krise bei Quantron hatte sich angedeutet, nachdem Beschäftigte zuletzt berichtet hatten, dass bei ihnen die Löhne ausstünden. Quantron-Finanzchefin Beate Reimann hatte sich noch vor wenigen Tagen zuversichtlich gezeigt, dass es eine finanzielle Lösung geben werde. Reimann hatte eine Kapitalerhöhung „in den nächsten Tagen“ in Aussicht gestellt, mit der die Außenstände auch gegenüber den Mitarbeitern hätten beglichen werden sollen. Ein siebenstelliger Betrag sollte dafür von den Bestandsinvestoren eingebracht werden. Dieser Rettungsversuch scheint gescheitert zu sein.
Insolvenzverwalter über Quantron: „Bild von der Situation vor Ort machen“
Der vorläufige Insolvenzverwalter werde nun gemeinsam mit seinem Team die Lage des Unternehmens analysieren, teilte die Kanzlei BBL mit. „Wir müssen uns erst einmal ein genaues Bild vom Zahlenwerk und von der Situation vor Ort machen, bevor wir belastbare Aussagen zu den Fortführungschancen machen können,“ sagte Salm-Hoogstraeten. Sein Team prüfe aktuell die Möglichkeit, eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die Mitarbeiter zu organisieren.
„Die Hintergründe der Schieflage sind aktuell unklar“, teilte die Kanzlei mit. „Öffentlich bekannt ist, dass sich der Gründer und CEO, Andreas Haller, nach seinem zweiten Herzinfarkt im September 2024 in Rehabilitation befindet.“ Andreas Haller hatte auf Linked-In die Nachricht veröffentlicht, dass er einen zweiten Herzinfarkt erlitten habe, sich aber auf dem Weg der Besserung befinde.
Rund 90 Beschäftigte von Quantron-Pleite betroffen
Quantron galt als eine der hoffnungsvollsten Gründungen in unserer Region. Das Unternehmen rüstet Lkw und andere Nutzfahrzeuge mit batterieelektrischen Antrieben oder mit Wasserstoff und Brennstoffzellen aus. Vorgestellt wurde zuletzt ein 44-Tonner mit Wasserstoffantrieb. Das Unternehmen ist eine Ausgründung der Haller GmbH & Co. KG. aus Gersthofen, die sich auf die Wartung von Nutzfahrzeugen spezialisiert hat. Bei Quantron arbeiten derzeit rund 90 Beschäftigte.
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