Es wäre voreilig, Deutschland und den Volkswagen-Konzern abzuschreiben. Das Land wie das Unternehmen stecken zwar in einer Krise. Reformen sind unausweichlich, funktioniert doch das alte Geschäftsmodell nicht mehr. Lange profitierten wir vom günstigen russischen Gas, von China als hungrigem Absatzmarkt für Produkte „Made in Germany“ und einigermaßen stabilen politischen Verhältnissen auf den Weltmärkten. Doch die goldenen Jahre der Globalisierung sind vorbei. China baut selbst gute Autos und Maschinen. Russland hat sich in die Finsternis verabschiedet und ein Konflikt jagt den anderen. Der Chef-Unruhestifter Trump besorgt den Rest.
VW und Deutschland müssen sich neu erfinden
Dennoch müssen sich Deutschland und VW unter erschwerten Bedingungen neu erfinden. Das Land und der Konzern wirken wie Brüder oder Schwestern im Geiste: Sie haben sich zu lange auf ihren Lorbeeren ausgeruht und versuchen nun, sich an die radikal veränderten Bedingungen anzupassen. Das tut weh, müssen die Menschen doch raus aus der Komfortzone. Und das heißt leider: Wenn Industriearbeit in Deutschland Zukunft haben soll, müssen die Kosten runter, ob durch weitere Automatisierung, Digitalisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz, aber auch durch Beiträge der Belegschaften.
Sonst wandert Arbeit weiter ab
Anders geht es nicht. Sonst wandert noch mehr Arbeit und selbst Forschung wie Entwicklung nach Osteuropa und China ab. Deutschland und Volkswagen haben dank gut ausgebildeter Beschäftigter, exzellenter Hochschulen und weltweit führender Forschungseinrichtungen das Potenzial, nach sicher wohl weiteren harten Jahren ein neues Wirtschaftswunder zu schaffen.
„Pack ma‘s“, sagt man in Bayern. Die Menschen ziehen sicher mit, wenn sie von Politikern und Managern motiviert werden. Doch daran hapert es. Für einen Ruck braucht es Rücker, die begeistern können.
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