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Wie Hunde und Babys harmonisch zusammenleben: Expertentipps für Familien

Haustier

Wie Hund und Baby harmonisch auskommen

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    Hund und Kind können sehr gute Freunde werden. Dafür ist aber etwas Vorbereitung nötig.
    Hund und Kind können sehr gute Freunde werden. Dafür ist aber etwas Vorbereitung nötig. Foto: Christin Klose, dpa

    Steht die Geburt eines Babys bevor, ist dies nicht nur für die werdenden Eltern ein freudiges Abenteuer. Gibt es ein Haustier - vor allem einen Hund- , muss sich auch dieses auf die größere Familie einstellen. Den Hund an die Ankunft eines Babys zu gewöhnen, ist ein Prozess, der idealerweise schon während der Schwangerschaft erfolgt. „Es geht darum, den Hund behutsam an die Veränderungen im Alltag zu gewöhnen, die ein Baby mit sich bringt“, erklärt Mira Klatt, Verhaltensbiologin und Hundetrainerin aus Gablingen. „Dazu gehört unter anderem, dass der Hund lernt, sich auch einmal hinter einer Absperrung oder in einem abgetrennten Bereich aufzuhalten.“

    Auch das schrittweise Ausschließen aus bestimmten Räumen, wie dem zukünftigen Kinderzimmer, sollte rechtzeitig geübt werden – so entsteht später keine plötzliche Frustration. Wichtig sei außerdem, dass der Hund das Alleinsein und Entspannen gezielt lernt – besonders in einer Zeit, in der er nicht mehr rund um die Uhr im Mittelpunkt steht. „Man kann hier die Aufmerksamkeit nach und nach verringern und ihn so langsam daran gewöhnen. Natürlich müssen seine Bedürfnisse weiterhin befriedigt werden und dazu gehört auch Sozialkontakt, da es dabei ja nicht darum geht, den Hund auszuschließen“, so Klatt.

    Welche Hunderasse am besten zu Kleinkindern passt

    Grundsätzlich gilt: Ein Hund bringt ebenso viel Verantwortung mit sich wie ein Kind. Die Kombination aus Baby und Hund bedeutet daher eine immense Doppelbelastung, weshalb große Zurückhaltung bei der Anschaffung eines Hundes in dieser Lebensphase geboten ist. „Wenn es dennoch ein Hund sein soll, empfiehlt es sich, auf Rassen zu achten, die eher gelassen, ruhig und wenig reaktiv sind. Sehr energiegeladene Rassen wie Border Collies, Vizslas oder Australian Shepherds sind für Haushalte mit kleinen Kindern meist zu anspruchsvoll – sie sind leicht erregbar und reagieren häufig stark auf Geräusche und Bewegungen.“

    Deutlich entspannter seien Hunde mit einem robusteren Wesen, wie Bulldoggen oder Bernhardiner. „Allerdings gibt es den typischen Familienhund nicht“, sagt Klatt. Leider denken immer noch viele Menschen, dass man ein als „Familienhund“ deklariertes Tier unbedacht mit Kindern zusammen lassen kann, sagt sie. Das sei keineswegs der Fall. Zudem gäbe es innerhalb einer Rasse große Unterschiede: „Nicht jeder Labrador ist ,easy going‘, und nicht jeder Aussie ist hyperaktiv“ erklärt Klatt. Keinesfalls empfehlenswert sei es, sich einen Hund in die Familie zu holen, wenn das Baby bereits da ist. „Einen Hund in dieser Phase dazuzunehmen – ob Welpe oder erwachsener Hund – bedeutet eine enorme Zusatzbelastung.

    Getrennte Bereiche für Baby und Hund wichtig

    Laut Klatt lautet eine der wichtigsten Regeln, Hund und Kind nie unbeaufsichtigt zu lassen – auch nicht für wenige Minuten. „Kinder sind oft unkoordiniert, impulsiv und überschreiten schnell Grenzen, ohne es zu merken. Gleichzeitig können Hunde Signale derart subtil senden, sodass sie sogar Erwachsene oft übersehen – Kinder erst recht“, so die Expertin. Der Hund sollte einen Rückzugsort und einen Fütterungsbereich haben, der für das Kind absolut tabu ist. Umgekehrt braucht auch das Baby einen sicheren Bereich. „Kindergitter oder Raumtrenner helfen dabei, beiden gerecht zu werden“, so Klatt.

    Deshalb sollten vorab gezielt bestimmte Kompetenzen trainiert werden: „Grundsätzlich sollte der Hund kein Problem damit haben, ruhig hinter einer Barriere zu bleiben. Auch sollte er auf plötzliche Geräusche gelassen reagieren und eine gewisse Frustrationstoleranz mitbringen“, so Klatt. Ganz entscheidend ist zudem das Thema Ressourcenverteidigung. „Ein Hund, der Futter oder Spielzeug verteidigt, stellt in einer Familie mit kleinen Kindern ein erhöhtes Risiko dar. Prävention und Training sind hier unverzichtbar“, so Klatt.

    Häufigste Probleme auf die man besonders achten sollte

    Wenn der Hund Anzeichen von Stress zeigt, zum Beispiel „Blick abwenden“, Gähnen oder Lecken der Schnauze, so sollte der Kontakt sofort unterbrochen werden. „Man muss nämlich auch im Hinterkopf haben, dass die meisten Beißunfälle innerhalb der Familie oder mit bekannten Hunden stattfinden und Kinder doppelt so häufig gebissen werden wie Erwachsene“, mahnt Klatt.

    Hunde können auch Parasiten, Keime oder Allergene übertragen, die für die Gesundheit des Babys bedenklich oder gar gefährlich sein können. „Deshalb ist regelmäßige Parasitenprophylaxe wichtig, beispielsweise durch Entwurmung oder Kotanalysen alle drei Monate. Auch eine Zecken- und Flohprophylaxe ist ratsam“, so Klatt. In Sachen Hygiene gilt laut Expertin: kein gemeinsames Spielzeug, keine Speisereste auf dem Boden, keine „Knabbereien“ des Hundes, die das Baby in den Mund nehmen könnte und auch „kein Dauer-Abschlecken des Babys durch den Hund“. 

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