Die Fronten zwischen der Stadt Augsburg und Fluglärmgegnern scheinen sich zu verhärten: Zu einer Informationsveranstaltung am Dienstag, 19 Uhr, wollen die Bürgerinitiative „Lebenswerte Firnhaberau“ und die organisierten Fluglärmgegner nicht kommen. „Der Termin wurde zu kurzfristig angesetzt, und dazu noch am anderen Ende der Stadt“, so Stadtrat Erwin Gerblinger (CSU), der selbst bei den Sieben Häusle in der Einflugschneise wohnt. „Wir sind überfahren worden. Wir haben den Eindruck, dass man uns nicht ernst nimmt“, so Karl-Heinz Schwigon von der „Lebenswerten Firnhaberau“.
Hintergrund des Termins sind die Pläne der Unternehmen Heli Aviation und Eurocopter, sich am Flughafen niederzulassen. Bei einer ersten Diskussion Ende September konnten Oberbürgermeister Kurt Gribl und Wirtschaftsreferentin Eva Weber (beide CSU) auf einige Fragen aus dem Publikum keine detaillierte Auskunft geben. Damals versprach die Stadt, einen erneuten Termin zu organisieren. Weil sich das Begegnungszentrum in der Firnhaberau als zu klein erwiesen hat, will die Stadt in die Räume der Handwerkskammer beim Zoo ausweichen. Zwar hat die Stadt Shuttlebusse organisiert, trotzdem sind die Gegner sauer wegen des Ortes. „Das war mit uns nicht abgesprochen. Wir würden uns wünschen, 14 Tage vorher einen Termin mitgeteilt zu bekommen“, so Gerblinger. Allerdings hatte es in den vergangenen Wochen wohl mehrfach Gespräche wegen eines Termins gegeben.
19 Uhr im Atrium der Handwerkskammer
Auf der Veranstaltung am DIenstag, 18. Oktoberm werden Gribl, Weber, Flughafenchef Peter Bayer und Architekt Oliver Schneider Auskunft geben. Start ist um 19 Uhr im Atrium der HWK (Siebentischstraße 52 bis 58). Aus der Firnhaberau fahren um 18.30 Uhr gratis Shuttlebusse (ab Hubertusplatz).
Unterdessen formiert sich der Widerstand in den Anrainergemeinden. Die Bürgermeister von Affing, Aichach, Friedberg, Gersthofen und Neusäß lassen prüfen, ob und inwieweit die angedachten Nutzungen, Ansiedlungen und der Betrieb mit der Planfeststellung für den Flughafen vereinbar sind. Wenn das Ergebnis vorliegt, wollen die Bürgermeister in Verhandlungen mit der Stadt Augsburg als Flughafenbetreiber einzutreten, die die Ansiedlung ohne Absprache mit dem Umland zugelassen hat.