Pro Augsburg wirft der SPD eine politische Kampagne gegen den Pro-Augsburg-Kulturbürgermeister Peter Grab vor und fordert den SPD-Fraktionschef Stefan Kiefer auf, sich bei Grab zu entschuldigen.
Auslöser ist der offene Brief, in dem die Sozialdemokraten unter anderem fordern, Grab solle sich vom Genozid an den Armeniern distanzieren. Pro Augsburg betont, Grab setzte sich seit Jahren für Integration ein. Es sei „selbst im politischen Meinungkampf unvertretbar“, ihn in Zusammenhang mit der Leugnung des Völkermords zu bringen, zumal Mitglieder Grabs eigener Familie im Holocaust ermordet wurden. Grab habe ohnehin niemals den Genozid geleugnet.
Hüseyin Yalcin erklärt schriftlich seinen Rücktritt
Auch sieht Pro Augsburg keinen Grund, dass Grab sich bei Hüseyin Yalcin, einem ehemaligen Mitglied des Integrationsbeirats, wegen „angeblicher Angriffe“ entschuldigt. Dieser habe erklärt, er fühle sich gar nicht von Grab angegriffen.
Yalcin hat mittlerweile schriftlich seinen Rücktritt erklärt. Er hatte ihn nach dem gescheiterten Misstrauensvotum gegen den Vorsitzenden Ahmet Akcay bereits in der Sitzung angekündigt.
Er war 14 Jahre in dem Gremium, zeitweise als 2. Vorsitzender. Auch ist er in der Landesarbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte engagiert. Nach dem Festakt und den Reden türkischer Politiker im Rathaus hatte Yalcin, der der religiösen Minderheit der Aleviten angehört, Kritik an Akcay geübt.
"Integrationsbeirat wurde seiner Aufgabe nicht mehr gerecht"
Nun schreibt er: „Der Integrationsbeirat wurde seiner Aufgabe nicht mehr gerecht. Er hat die Interessen der über 140 Ethnien in Augsburg zu vertreten. Doch leider wurde es zu einem Integrationsbeirat, der nur Partikularinteressen bestimmter Gruppen in den Vordergrund stellte. Zu dieser Lähmung kam erschwerend hinzu, dass einigen Integrationsbeiratsmitgliedern die Sensibilität vor der Geschichte unseres Landes fehlte.“
Nach Auskunft der Geschäftsstelle des Integrationsbeirates wird ein anderer Kandidat von der DGB-Liste, für die Yalcin im Beirat war, seine Nachfolge antreten.