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Aichach

15.04.2015

19-Jährige betrügt immer wieder - Jetzt muss sie lange ins Gefängnis

Eine notorische Betrügerin stand nun erneut in Aichach vor Gericht.
Bild: Christian Kirstges (Archiv)

Eine 19-Jährige sitzt derzeit im Aichacher Gefängnis. Grund: Diebstahl und Betrug. Nun muss sie länger dort bleiben. Der Grund: erneuter Betrug.

Die 170 Euro für die Haarverlängerung blieb eine 19-Jährige schuldig, ebenso die Miete für eine Ferienwohnung oder die Kosten für Übernachtungen im Hotel. Ein geliehenes Auto brachte sie nicht mehr zurück und vom Konto der Schwester hob sie Geld ab. Wegen Betrugs in sieben Fällen, Unterschlagung und Diebstahls stand sie vor dem Aichacher Schöffengericht. Genau die Delikte, wegen der sie seit September in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aichach in Haft ist. Dort wird die 19-Jährige jetzt noch etwas länger bleiben.

19-Jährige betrog auch die eigene Familie

Der Angeklagten gelang es im vergangenen Jahr mehrmals, in Hotels zu übernachten und abreisen zu können, ohne die Rechnung zu bezahlen. In einem Fall blieb sie 780 Euro schuldig, weil das Hotel auch noch auf den Telefon- und den Restaurantkosten sitzen blieb. Das Prinzip funktionierte auch bei einer Ferienwohnung, wo sich die 19-Jährige für knapp eine Woche einmietete und sich außerdem von der Vermieterin noch 50 Euro lieh.

Auch vor der eigenen Familie machte sie nicht Halt. Die Angeklagte klaute in der Wohnung ihrer Schwester deren Personalausweis und hob damit zwei Mal von deren Konto Geld ab. „Pure Gleichgültigkeit“ sei das, warf Staatsanwalt Maximilian Klein der Angeklagten vor.

Besonders deutlich zum Tragen kam das für ihn im Fall eines Fahrzeuges, das die 19-Jährige geliehen bekommen hatte. Statt es zum vereinbarten Zeitpunkt zurückzugeben, behielt sie das Auto einfach länger.  19-Jährige ist ohne Führerschein im gestohlenen Auto unterwegs

Ein Schema, nach dem die Angeklagte nicht zum ersten Mal handelte. Sie war deswegen schon zwei Mal verurteilt worden und sitzt aktuell eine einjährige Haftstrafe in der JVA Aichach ab. Die 19-Jährige erschleiche sich ihren Lebensbedarf notorisch durch Betrügereien, warf ihr deshalb der Staatsanwalt vor.

Staatsanwalt fordert Verlängerung der Haftstrafe

Weder die Verurteilung, noch der Umstand, dass sie im vergangenen Jahr schwanger war, habe sie davon abgehalten. Klein forderte deshalb, ihre Haftstrafe um ein Jahr und sechs Monate aufzustocken.

Verteidigerin Anja Seitz-Dembinsky wies auf die besonders schwierigen Familienverhältnisse der Angeklagten hin. Diese hatte sich mit dem Vater überworfen, war daheim ausgezogen und teilweise sogar obdachlos gewesen. „Sie wollte nicht auf der Straße landen.“ Deshalb habe sie auf nicht legale und wenig kluge Weise versucht, ein Dach über dem Kopf zu haben, führte die Verteidigerin aus.

Dass sie damit auch anderen Schaden zugefügt habe, sei der Angeklagten erst im Laufe der letzten Monate bewusst geworden. Die Verteidigerin sprach sich für eine Haftverlängerung von maximal einem Jahr aus.

Schöffengericht wählt Mittelweg 

Das Schöffengericht wählte den Mittelweg und verurteilte die Angeklagte wegen Betrugs, Unterschlagung und Diebstahls zu einer Haftstrafe von insgesamt zwei Jahren und drei Monaten. Das Gericht müsse darauf reagieren, dass die Angeklagte nach der Entlassung sofort wieder straffällig geworden war, sagte Dieter Gockel, Vorsitzender des Schöffengerichts.

Die Therapie, die die 19-Jährige in der JVA begonnen hat, solle sie fortsetzen, empfahl ihr Gockel. Man müsse auch ein Konzept finden, damit es zu keiner Entfremdung mit ihrem Kind komme. Das war während der Haft auf die Welt gekommen und lebt derzeit bei den Eltern der 19-Jährigen.

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