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Petersdorf-Schönleiten

15.12.2019

23-Jährige rettet Amerikaner durch Knochenmarkspende das Leben

Verena Braunmüller hat Knochenmark gespendet und spendet demnächst auch zum zweiten Mal ihre Haare zur Herstellung von Echthaarperücken.
Bild: Josef Mörtl

Verena Braunmüller spendet vor neun Monaten Knochenmark. Warum die Schönleiterin ihren "genetischen Zwilling" nicht kennt und zur Typisierungsaktion aufruft.

Neun Monate ist es her, dass Verena Braunmüller Knochenmark für einen schwer kranken Menschen gespendet hat. Für die junge Frau aus Schönleiten (Gemeinde Petersdorf) eine nur positive Erfahrung. „Ein bisschen Schiss hatte ich ja ehrlich gesagt schon“, sagt sie. Denn für ihren Patienten kam nur die direkte Entnahme aus dem Beckenkamm in Frage. Das bedeutete für Verena Braunmüller, sich einer Operation mit Vollnarkose unterziehen zu müssen.

„Das war schon erst mal ein Schock, schließlich rechnet man ja nicht tagtäglich damit, als Spenderin in Frage zu kommen“, sagt sie. Einfacher gewesen wäre die periphere Entnahmemethode, bei der Stammzellen zunächst im Blut angereichert und dann herausgefiltert werden. Sie kommt bei 80 Prozent der Fälle zur Anwendung. Bei der Schönleiterin hingegen wurden 1100 Milliliter Blut-Knochenmarkgemisch mit einer Nadel aus dem Beckenkamm entnommen.

Dennoch sagt Verena Braunmüller, sie würde es sofort wieder tun. Sie ruft dazu auf, dass sich jeder registrieren lässt. Das gehe sogar online bei der DKMS. „Ich finde es schade, dass sich viele erst registrieren lassen, wenn ein Familienmitglied oder naher Bekannter an Blutkrebs erkrankt“, sagt sie. „Wir alle sind vielleicht irgendwann auf solch eine Hilfe angewiesen.“ Ihrer Erfahrung zufolge sei die Spende nicht schlimm. „Bis auf Kreislaufprobleme und ein muskelkaterartiges Ziehen am Rücken traten keinerlei Beschwerden auf und das ist es in jedem Fall wert, wenn man jemandem die Chance auf ein Leben schenken kann“, sagt sie. „Für die Registrierung sollte man keine Zeit verlieren, denn irgendwo wartet vielleicht schon dein genetischer Zwilling auf deine Hilfe.“

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Lernt Verena Braunmüller bald ihren "genetischen Zwilling" kennen?

Ob Verena ihren Zwilling irgendwann persönlich kennen lernen kann, steht noch in den Sternen. Ein erwachsener Mann aus den USA hat ihre Spende erhalten. Ein unbeschreibliches Gefühl habe sie überwältigt, als sie vor Kurzem die Nachricht erreicht hat, dass ihr Patient lebt, erzählt sie.

Große Unterstützung hat Verena von ihren Eltern erhalten, die sie in die Entnahmeklinik begleitet haben. Schon vor mehr als zwei Jahren hat Verena beschlossen, ihre Haare zur Herstellung einer Echthaarperücke zu spenden. Auch ihre Mama Andrea hat sie von der Idee überzeugt. Die Knochenmarkspende hat die Beiden nun noch einmal bestärkt. „Für jede Frau ist es sicherlich sehr schlimm, die Haare zu verlieren“, sagt Andrea. „Vielleicht verspüren diese schwer erkrankten Menschen wenigstens durch eine Echthaarperücke ein bisschen Freude.“ 30 Zentimeter müssen mindestens gespendet werden, um eine Perücke herstellen zu können. Diese haben die Beiden schon erreicht. Bald kommen die langen Zöpfe ab.

Wenn jeder ein kleines Stück mithilft, kann Großes bewirkt werden, ist Verena Braunmüller überzeugt. Deshalb ruft die Schönleiterin zusammen mit den Vereinen aus der Gemeinde Petersdorf zu einem Benefiznachmittag auf. Er findet am Sonntag, 29. Dezember, im Schützenheim Axtbrunn statt. Von 14 bis 17 Uhr ist jeder, ohne Altersgrenze, zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Für die DKMS werden Spenden gesammelt. Jeder, der zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann man sich bei dieser Gelegenheit durch einen Wangenabstrich typisieren lassen.

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