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Prozess

30.04.2015

63-Jährige bedroht Nachbarin mit Besen

Psychisch belastete Frau bezahlte schon mehrmals Geldstrafen wegen Beleidigung

Schon seit Jahren schwelt ein Nachbarschaftsstreit im südlichen Landkreis. Eine 63-Jährige Hausfrau beleidigt regelmäßig verbal ihre 73-jährige Nachbarin. Im März vergangenen Jahres hat sie diese nun auch noch geschubst und mit dem Besen bedroht. Gegen den Strafbefehl über 80 Tagessätze zu je 40 Euro legte sie jetzt Einspruch ein. Der Aichacher Richter am Amtsgericht, Axel Hellriegel, berücksichtigte in seinem Urteil wegen Beleidigung und vorsätzlicher Körperverletzung die psychische Situation der Angeklagten. Es ist nicht der erste Strafbefehl, den die 63-Jährige wegen Beleidigung, Körperverletzung oder Bedrohung bekommen hat. Drei Mal bezahlte sie schon Geldstrafen. „Es sind immer wieder dieselben Taten, immer wieder die selben Leute“, fasste es Verteidiger Robert Laurer zusammen.

Der Streit belaste seine Mandantin so sehr, dass sie bereits therapeutische Hilfe gesucht habe. Laut Gutachten einer Psychiaterin ist die 63-Jährige schuldunfähig. Ein vom Gericht bestellter Gutachter kam jedoch zu dem Ergebnis, dass ihre Steuerungsfähigkeit eingeschränkt, aber nicht ausgeschlossen ist. Im besagten Fall war es mit Beleidigungen losgegangen. „Du Matz, du verreckte“, rief die 63-Jährige beim Straßenkehren der Nachbarin zu.

Darauf habe sie gar nicht reagiert, sagte die 73-Jährige aus. Dann sei die Angeklagte zu ihr gekommen und habe sie mit den Händen geschubst. Sogar mit dem Besen hätte sie ausgeholt, sei aber gegangen, als ihr Sohn um die Ecke kam. Helmut Linck von der Staatsanwaltschaft wertete zugunsten der Angeklagten, dass die Folgen überschaubar waren. Die 73-Jährige hatte wegen des Schubsers ein paar Tage Schmerzen beim Atmen. Wegen der einschlägigen Voreintragungen im Register der Angeklagten sprach sich Linck für eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen à 15 Euro aus.

Verteidiger Laurer wies auf die Schuldunfähigkeit seiner Mandantin hin. Er forderte einen Freispruch oder eine Reduzierung der Geldstrafe von 80 auf 40 Tagessätze. Die eingeschränkte Steuerungsfähigkeit wertete Amtsrichter Hellriegel zugunsten der 63-Jährigen. Ebenso die psychische Situation und ihr zwanghaftes Verhalten, für das sie auch bei der Polizei bekannt ist. Er verurteilte sie zu 60 Tagessätzen à 15 Euro.

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