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AWO muss Corona-Vorwürfe gegen ihr Heim in Aichach aufklären

Kommentar Von Nicole Simüller
24.04.2020

Das Gesundheitsamt wirft dem AWO-Heim Aichach schwere Versäumnisse in der Corona-Krise vor. Die AWO sieht das ganz anders. Bei dieser Diskrepanz kann es nicht bleiben.

Verletzung der Meldepflicht bei erkrankten Heimbewohnern beziehungsweise Beschäftigten, Missachtung elementarer Hygienemaßnahmen – auch noch nach dem Einschreiten des Gesundheitsamtes, Vergeudung wertvoller Zeit im Kampf gegen das Coronavirus in einem Heim mit teils schwer vorerkrankten Bewohnern – die Vorwürfe des Gesundheitsamtes gegen die Einrichtung der AWO in Aichach und vor allem gegen ihre Leitung wiegen schwer. Denn in diesem Fall geht es tatsächlich um Menschenleben. Bis zu elf Bewohner sind dem Gesundheitsamt zufolge am Coronavirus gestorben, weitere fünf waren mit ihm infiziert.

Beim AWO-Bezirksverband beruft man sich darauf, die Vorwürfe nicht zu kennen, sie weder schriftlich noch mündlich übermittelt bekommen zu haben. Die gewaltige Diskrepanz zwischen den Vorwürfen des Gesundheitsamtes und deren Wahrnehmung bei der AWO überrascht – zumal beide Seiten in täglichem Kontakt stehen.

Corona im Aichacher AWO-Heim: Es geht um Wohlergehen von Bewohnern und Mitarbeitern

Damit, die Vorwürfe als nicht nachvollziehbar zu bezeichnen, ist es bei Weitem nicht getan. Der AWO als Betreiber des Heim obliegt die Verantwortung für das Wohlergehen der Bewohner und der Mitarbeiter. Sie steht in der Pflicht, die Vorwürfe lückenlos aufzuklären. Allein schon im eigenen Interesse und um zu verhindern, dass sich eine solche Tragödie wiederholt. Die Krisensituation für Bewohner, Angehörige und Personal ist längst nicht ausgestanden. Dennoch müssen schnellstmöglich die drängenden Fragen beantwortet werden, wie in einem Heim, in dem laut Betreiber alle Spielregeln eingehalten worden sein sollen, so viele Menschen in so kurzer Zeit am Coronavirus sterben konnten. Die derzeitige Situation ist ohnehin eine schwere Belastung für alle Beteiligten. Würde die Aufklärung noch länger auf sich warten lassen, wäre es das umso mehr.

Lesen Sie dazu den Artikel: Corona: Gesundheitsamt erhebt schwere Vorwürfe gegen AWO-Heim in Aichach

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24.04.2020

Und wen überrascht jetzt das wirklich? Egal welcher Betreiber auch immer es sein mag; Es sind nicht die Belange der Bewohner im Vordergrund sondern die Geldlichen Interessen der Betreiber. Wie sonst wäre es zu erklären dass Betreiber, in z.b. AIC, Wohnungen in einem Altenheim für knapp 190000 Euro als Geldanlage anbieten?

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