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Projekt

20.07.2017

AWO will in Aichach neue Wege gehen

Das Aichacher AWO-Seniorenheim an der Oskar-von-Miller-Straße.
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Das Aichacher AWO-Seniorenheim an der Oskar-von-Miller-Straße.
Foto: Erich Echter

Seniorenheim an der Oskar-von-Miller-Straße müsste saniert werden. Stattdessen soll an anderer Stelle ein Haus kombiniert mit Betreutem Wohnen und Kindertagesstätte gebaut werden.

Große Pläne hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Aichach: Anstatt das 40 Jahre alte Maria-Simon-Seniorenheim an der Oskar-von-Miller-Straße zu sanieren, plant der Wohlfahrtsverband einen Neubau an anderer Stelle. Das bestätigt auf Anfrage Heinz Münzenrieder, Vorsitzender des Präsidiums und Verwaltungsrats der schwäbischen AWO. Diese will nicht nur ein Pflegeheim bauen: Es soll kombiniert werden mit Betreutem Wohnen und einer Kindertagesstätte. „Wir wollen den Standort Aichach stärken“, sagt Münzenrieder.

Den ursprünglichen Plan, das Maria-Simon-Heim in zwei Bauabschnitten zu sanieren, hat die AWO verworfen. „Logistisch wäre das sehr, sehr teuer“, sagt Münzenrieder. Im Heim hätten während der Bauzeit keine neuen Bewohner aufgenommen werden können, andere hätten in Doppelzimmer umziehen müssen. Das hätte finanzielle Einbußen mit sich gebracht. Dazu wäre die Belastung durch die Baustelle gleich nebenan gekommen. Die bessere Lösung sieht die AWO deshalb in einem Neubau an anderer Stelle.

Plätze für Kurzzeit- und Tagespflege

Die AWO Schwaben, die kürzlich ihr 90-jähriges Bestehen gefeiert hat und 25 Seniorenheime in Schwaben betreibt, nutzt das Projekt auch, „um nach vorne zu sehen und neue Wege zu gehen“, wie Münzenrieder erklärt. Geplant ist ein Pflegeheim mit etwa 80 Plätzen – deutlich weniger als jetzt: Das Maria-Simon-Seniorenheim hat etwa 120 Plätze. Münzenrieder begründet das mit den Veränderungen, zum Beispiel bei der Förderung: „Keiner will ins Altenheim. Die Leute sollen möglichst lange zu Hause bleiben.“ Das Heim soll denen vorbehalten sein, die tatsächlich Pflege brauchen. Dort soll es eingestreut Plätze für Kurzzeit- und Tagespflege geben.

Wer noch keine 24-Stunden- Pflege benötigt, gehe eher in ein Betreutes Wohnen, so Münzenrieder. Deshalb plant die AWO für Aichach diese Wohnform in zwei verschiedenen Ausprägungen: Betreutes Wohnen und Betreutes Wohnen Plus mit einem hauseigenen Sozialdienst. 30 bis 40 Plätze sind geplant, ausschließlich auf Mietbasis. „Wir sind dann da, wenn jemand Pflege braucht“, sagt Münzenrieder.

Das Pflegeheim könnte zudem logistisch die AWO-Heime in Friedberg, Aindling, Herrenbach in Augsburg und Mertingen im Kreis Donau-Ries versorgen, so Münzenrieder. Er nennt das Catering und die Wäscherei. Überlegt wird auch, einige Wohnungen günstig an Studenten oder Auszubildende zu vermieten, die im Gegenzug im Heim helfen, zum Beispiel bei Ausflügen. „Das machen wir in Inningen zum ersten Mal“, erzählt Münzenrieder. „Und es kommt gut an.“

Kooperationsprojekt soll Angebot noch breiter machen

In das Bauprojekt integrieren will die AWO eine Kindertagesstätte. Münzenrieder ist überzeugt, dass Senioren und Kinder gut zusammenpassen. Beim Kinderhaus wünscht sich die AWO eine Kooperation mit der Stadt. Diese könnte den Kindergarten bauen oder mieten, die AWO ihn betreiben. Eine Idee, an der die Stadt „sehr interessiert“ ist, wie Bürgermeister Klaus Habermann auf Nachfrage sagt. „Wir hätten gern die AWO als Träger einer Kita“, sagt er. Damit würde das Angebot noch breiter.

Auch beim Standort setzt die AWO auf die Stadt. Dieser gehört das Wunschgrundstück der AWO: das Neusa-Gelände. Für Münzenrieder hätte es „die optimale Lage“: nah an der Innenstadt und dennoch idyllisch an der Paar gelegen. Das Grundstück, auf dem früher Textilien hergestellt wurden, zählt wie zum Beispiel das San-Depot oder das Feuerwehrgelände an der Martinstraße zu den sogenannten Perspektivgrundstücken, über deren Verwendung derzeit nachgedacht wird. Der AWO schwebt ein Tausch vor. An ihrem bisherigen Standort – rund 7000 Quadratmeter – würde sie sich sozialen oder genossenschaftlichen Wohnungsbau wünschen, wie Münzenrieder sagt. Etwa zehn Millionen Euro wird die AWO investieren – ohne Grundstück.

Laut Bürgermeister Habermann steht die Stadt dem Wunsch der AWO positiv gegenüber. Entschieden ist noch nichts. Es laufen Gespräche, zuletzt gestern. Wie Habermann auf Nachfrage berichtet, gestaltet sich das Vorhaben mit Blick auf die Bauflächen „nicht ganz einfach“. Gefordert sei jetzt der Planer der AWO. Dieser müsse nun ermitteln, ob das, was die AWO realisieren möchte, auf dem Grundstück überhaupt möglich ist.

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