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Landesausstellung

17.06.2019

Aichach soll für Landesausstellung in Bronze neu entstehen

Mit Kataster und Laptop: (von links) Gerhard Lehrberger (Rotary Club Schrobenhausen-Aichach), Stadtarchivar Christoph Lang, Theresa Hauck und Josef Böck vom Rotary Club bei der Planung des dreidimensionalen Bronzemodells von Aichach, wie es 1914 war.
Bild: Herrmann

Bis zur Landesausstellung 2020 im Wittelsbacher Land soll es ein dreidimensionales Modell der Stadt Aichach geben. Dabei ist die Mithilfe der Bürger gefragt.

Noch ist es fast ein Jahr hin, bis die Landesausstellung 2020 eröffnet wird. Schon jetzt ist aber klar, was unter anderem nach dem Ende der Schau dauerhaft in Aichach bleiben wird: ein dreidimensionales Bronzemodell, das die Stadt im Jahr 1914 zeigt. Die Vorarbeiten laufen derzeit auf Hochtouren – und auch die Bürger können dabei helfen.

Historische Modelle gibt es in vielen Orten. In Aichach entsteht es in Zusammenarbeit der Stadt, des Rotary Clubs Schrobenhausen-Aichach, des Lions Clubs Schrobenhausen-Aichach und des Hauses der Bayerischen Geschichte (HdBG). Auch ein Standort ist wohl schon ins Auge gefasst: bei der Spitalkirche. Noch steckt man aber mitten in den Vorbereitungen.

Wie das Bronzemodell entstehen soll

Mit denen ist vor allem Theresa Hauck beschäftigt. Sie studiert Kunst- und Kulturgeschichte in Augsburg, war Praktikantin und Mitarbeiterin des Aichacher Stadtmuseums, hat derzeit einen Werkvertrag beim HdBG und sitzt jetzt über alten Katasterplänen, Gebäudeaufrissen, Fotos und Postkarten. Sie dienen als Grundlage für das Modell. Aber auch digitale Daten des Vermessungsamtes fließen in die Vorlagen ein, aus denen dann die Formen für den Bronzeguss entstehen werden.

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Während der Landesausstellung wird es eine imaginäre Verbindung zwischen dem Modell vor der Spitalkirche und der Ausstellung im alten Feuerwehrhaus geben. Denn dort ist eine Projektion des Modells vorgesehen, auf dem verschiedene Phasen der Stadtentwicklung nachvollzogen werden können, wie Gerhard Lehrberger, kommender Präsident des Rotary Clubs, erklärt. Eventuell wird der Besucher auch einen virtuellen Rundgang durch ein digitales Modell machen können. Und die etwa zwei mal 1,5 Meter große Bronzevariante könnte ein guter Startpunkt für Stadtführungen werden, findet Josef Böck vom Rotary Club.

Warum ausgerechnet das Jahr 1914 als Basis dient

Aber warum ausgerechnet das Aichach des Jahres 1914? Dafür gibt es mehrere Gründe. Die Gegenwart abzubilden, hat wenig Sinn, weil sie sich zu schnell verändert, das Modell wäre schon nach kurzer Zeit veraltet. Aus dem Mittelalter liegen wiederum zu wenige Quellen vor. Stadtkataster gibt es erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts.

Einer dieser Pläne aus dem Jahr 1906 dient als Basis. Theresa Hauck überprüft darin Haus für Haus und trägt spätere Bauten ein. Hilfsmittel sind Fotos, Postkarten, vor allem aber Aufrisse der Gebäude aus dem Jahr 1914.

Was der bayerische König Ludwig III. damit zu tun hat

Stadtarchivar Christoph Lang schätzt, dass für etwa 50 Prozent der Gebäude und für 90 Prozent in der Innenstadt solche Aufrisse vorliegen. Ein Glücksfall, der dem Besuch des bayerischen Königs Ludwig III. im Mai 1914 in Aichach zu verdanken ist. Damals wurden die Häuser geschmückt und der Schmuck in die Aufrisse, also Zeichnungen der Fassaden, eingetragen. Das passe auch sehr gut zum Wittelsbacher Kontext der Landesausstellung, findet Lang: „Es war der letzte Besuch eines Wittelsbacher Herrschers in Aichach“, da schließe sich ein Kreis; zugleich lasse sich Anfang des 20. Jahrhunderts noch gut die mittelalterliche Struktur der Stadt erkennen. „Es ist ein gutes Schlüsseljahr“, so der Stadtarchivar.

Um ein möglichst genaues Abbild der Innenstadt innerhalb der Stadtmauer sowie der Oberen und Unteren Vorstadt rekonstruieren zu können, arbeitet Theresa Hauck einerseits mit modernen Verfahren und Daten, andererseits aber ist historisches Material unverzichtbar.

Bürger können mithelfen, das Modell präzise zu gestalten

Deshalb können Aichacher Bürger mithelfen, das Modell präzise und möglichst historisch korrekt zu gestalten. Wer alte Fotos, Pläne, Postkarten oder auch Gemälde hat, wird deshalb gebeten, sich mit dem Stadtmuseum in Verbindung zu setzen. „Uns hilft alles aus der Zeit vor 1914 bis etwa in die 1950er-Jahre“, appelliert Lang an die Aichacher. Am besten wäre, wenn es gleich eingescannt gemailt wird. Das Scannen oder Fotografieren kann aber auch im Museum geschehen. Das dauert nicht lange. Die Besitzer können die Fotos oder andere Quellen gleich wieder mitnehmen. Unterdessen arbeiten alle, die an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt sind, unter Hochdruck weiter. Schließlich soll das Modell an seinem Standort sein, wenn die Landesausstellung im Mai 2020 eröffnet wird. (AN)

Kontakt Wer Material hat, das bei der Erstellung des Modells hilfreich sein könnte, soll sich beim Stadtmuseum Aichach, 08251/82 74 72 oder stadtmuseum@aichach.de melden.

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