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Aichach

24.04.2019

Anwohner klagen über Lärm der Aktienmühle in Aichach

In der Aktienmühle in Aichach wird Tag und Nacht gearbeitet. Mehrere Anwohner stören sich an einem "Dauerbrummen" und wünschen sich, dass die Fenster des alten Mühlengebäudes (rechts im Bild) schallisoliert oder zugemauert werden.
Bild: Evelin Grauer

Plus Nachbarn der Aichacher Aktienmühle fühlen sich durch das ständige Brummgeräusch gestört. Sie bitten den Eigentümer um Hilfe. Der wundert sich über die Aktion.

Mittwoch dieser Woche ist der „Tag gegen Lärm“. Diesen besonderen Termin haben 22 Bürger aus Aichach zum Anlass genommen, sich mit einer „dringenden Bitte“ an den Eigentümer der Aktienmühle Aichach, Adolf Fronhofer, zu wenden. Die Bürger fühlen sich durch das dauerhafte Brummgeräusch, das von der Mühle an der Donauwörther Straße ausgeht, gestört und wünschen sich, dass Abhilfe geschaffen wird.

In einem kurzen Brief haben sie Fronhofer ihr Anliegen mitgeteilt. Unterzeichnet haben das Schreiben Anwohner aus der Donauwörther Straße, aus dem Jakobiweg und aus dem Paul-Gerhardt-Weg. Gegenüber unserer Zeitung beteuerte eine Anwohnerin, dass der Brief keine Anklage an Fronhofer sein soll, denn die Mühle halte die gesetzlich vorgeschriebenen Lärmgrenzwerte ein. Dennoch beeinträchtige der Lärm die Anwohner. Sie vermuten, dass das permanente Brummgeräusch aus den oberen Stockwerken des alten Mühlengebäudes kommt und durch den Mahlvorgang verursacht wird. Deshalb wünschen sie sich, dass die Fenster schallisoliert oder zugemauert werden.

Immer wieder Gespräche zwischen Eigentümer und Anwohnern

Adolf Fronhofer ist dieses Anliegen schon länger bekannt. Der aktuelle Brief und der damit verbundene Gang an die Öffentlichkeit hat ihn dennoch verwundert. Schließlich fänden in seinem Haus immer wieder Gespräche mit Anwohnern statt, denen er sich auch nicht verschließe. Das alte Mühlengebäude stammt aus dem Jahr 1953 und ist sechs Stockwerke hoch. Schon aus Qualitätsgründen müssten die allermeisten Fenster dauerhaft geschlossen sein. Die von den Nachbarn gewünschten Änderungen hätten Investitionen im mindestens fünfstelligen Bereich zur Folge. Thomas Maier vom Ingenieurbüro Kottermair aus Altomünster kümmert sich um den Immissionsschutz der Mühle. Er gibt zu bedenken, dass nicht erwiesen sei, dass der für die Nachbarn störende Lärm aus den Fenstern komme. Daher sei eine größere Investition auch riskant.

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Darüber hinaus betonen Maier und Fronhofer, dass die Mühle in den vergangenen Jahren immer leiser geworden sei. Auch in Sachen Schallschutz sei viel getan worden. Unter anderem wurden Abluftkamine auf dem Mühlendach mit Schalldämpfern versehen, Förderbänder eingekapselt und Belüftungsgebläse eingehaust. Zudem soll, wie berichtet, in naher Zukunft ein Lärmschutzwall auf dem Gelände entstehen. Etwa 70000 Tonnen Getreide werden jährlich in der Aktienmühle verarbeitet.

Anwohner: Schall senkt sich wie eine Glocke auf sie

Auch die beiden 2017 gebauten großen Silos können laut Maier die Brummgeräusche nicht verstärkt haben. Die gewellte Oberfläche der Silos sorge dafür, dass der Schall an ihnen anpralle und zerstäube. Die Anwohner beklagen, dass sich der Schall wie eine Glocke auf sie senke, ein Entrinnen sei unmöglich.

Das Landratsamt Aichach-Friedberg hat rund um die Mühle zehn Immissionsorte festgesetzt, an denen die Einhaltung der Grenzwerte gemessen wird. Probleme gab es in jüngster Zeit keine. Die nächste Messung ist laut Landratsamtssprecher Wolfgang Müller für Sommer geplant. Allein durch den Standort der Firma – die Wohnbebauung rücke immer näher heran – könnten subjektive Beeinträchtigungen aber nicht ausgeschlossen werden. Fronhofer stehe laut Müller aber in ständigem Dialog mit den Anwohnern und schaue, was er tun könne.

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