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Auf der A8 ohne Auto unterwegs

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Kommentar Von Christian Lichtenstern
18.10.2019

Der Landkreis Dachau glaubt an das Potenzial eines Expressbusses von Dasing nach Pasing.

Es stimmt ja, mit zusätzlichen Nahverkehrsangeboten über die Landkreisgrenzen hinaus, hat das Wittelsbacher Land mehrmals daneben gelangt: zuletzt mit einem Rufbus für die Kreisecke von Baar aus in Richtung Bahnhof Meitingen im vergangenen Jahr. Damit fuhr schon der dritte Probebetrieb in Folge für eine grenzüberschreitende Verbesserung des ÖPNV sang- und klanglos in eine Sackgasse. Eine Buslinie von Aindling nach Langweid (ebenfalls zu einem Bahnanschluss) wurde 2012 nach einjährigem Probebetrieb eingestellt. Das gleiche Schicksal ereilte die Linie von Sielenbach über Adelzhausen und Eurasburg zum MVV-Bus in Odelzhausen. Der Versuch endete schon ein halbes Jahr zuvor. Am Lechrain und im Ecknachtal war das Interesse – positiv ausgedrückt – überschaubar. Noch krasser war allerdings die Bilanz für die neue Rufbuslinie im Drei-Landkreis-Eck im Nordwesten: keine einzige Anforderung über ein halbes Jahr hinweg.

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Diese Erfahrungen hat die Begeisterung der Kommunalpolitiker für weitere Nahverkehrs-Experimente nicht gerade gehoben. Das erklärt vielleicht auch, warum man im Landratsamt in Sachen Expressbus an der Autobahn seit Jahren so zurückhaltend ist. Das sorgt wiederum für Frust bei den Nachbarn in Dachau, die jetzt einfach voran fahren und ein starkes Zeichen setzen: Diese Verbindung über die Verkehrsverbünde AVV und MVV hinweg lässt sich aber auch nicht mit den drei gescheiterten Mini-Linien vergleichen. Das ist wirklich ein großer Aufschlag und eine deutliche Verbesserung für München-Pendler aus der Region, die kein Auto haben. Wer eins besitzt, steigt in der Regel lieber ein, als in den Bus um. Das ist die Erfahrung, denn im Stau steht man im eigenen Auto genauso wie im Bus.

Dennoch glauben die Dachauer an das Fahrgastpotenzial für die doppelstöckigen Busse, und die Zahl der Verbindungen ist beachtlich. Ab Dezember nächsten Jahres kommt es jetzt darauf an, wie viele Pendler einsteigen. Mit 50000 Euro im Jahr ist der Beitrag aus dem Wittelsbacher Land überschaubar und im Vergleich zum Nutzen der früheren Probebetriebe bezahlbar.

Lesen Sie dazu auch unseren Artikel: A8: Kommt Expressbus bald und Schwebebahn später?

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