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Aichach

11.05.2019

Ausstellung: Malerei greift in den Raum

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2 Bilder
Bei der aktuellen des Kunstvereins Aichach bespielen die Künstler nicht nur die Bildoberflächen, sondern auch den Raum um das Bild herum.
Bild: Gerlinde Drexler

Kunstverein präsentiert mit „Tiefe nach außen 2“ die Fortsetzung eines Projektes von drei Künstlern. Sie brechen dabei aus dem Zweidimensionalen aus.

Es ist keine illusionistische Malerei – und trotzdem geht es bei der Ausstellung „tna2“ im SanDepot in Aichach um Illusion. Die drei Künstler Tim Freiwald, Florian Haller und Spomenko Skrbic wollen durch ihre architektonischen Bauten die Illusion in die Mitte tragen. In der Ausstellung des Kunstvereins Aichach zeigen die drei die Fortsetzung ihres Projektes, das 2016 begann. Die Eröffnung der Ausstellung ist am Samstag um 15 Uhr im SanDepot.

Tiefe nach Außen – kurz tna – ist kein Programm, sondern eine Haltung und ein Bekenntnis. Die drei Künstler haben einen eigenen Ansatz für die illusionistische Tiefe in ihrer künstlerischen Arbeit. Sie thematisieren Farbe als Material und brechen mit ihren Arbeiten aus dem Zweidimensionalen aus.

Ausstellung in Aichach: Die Künstler haben sich der abstrakten Malerei verschrieben

„Die Illusion durch die architektonischen Bauten in die Mitte tragen“, beschreibt Skrbic den Ansatz. Zum Beispiel haben die drei eine Art Rakete - manche sehen darin vielleicht auch eher einen Kiosk - im SanDepot aufgebaut, an dem sie ihre Arbeiten präsentieren. An gestapelte Verpackungskisten erinnert ein anderer Aufbau, in den sie ihre Werke integriert haben.

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Alle drei haben sich der abstrakten Malerei im weitesten Sinne verschrieben. Die Oberflächen sind allerdings so stark farbgestaltet, dass sie die gemeinsame Grenze zur Malerei markieren. Für Kunsthistorikerin Ulrike Keuper bringt der Kunstverein hier drei Künstler zusammen, „die nicht nur Bildoberflächen bespielen, sondern auch den Raum vor dem Bild, hinter dem Bild, um das Bild herum“. Der Titel der Ausstellung, Tiefe nach außen, sei als eine künstlerische Haltung zu verstehen, die die drei Künstler vereine. „Hier wird Malerei gezeigt, die sich nicht in Bildereinrahmen einhegen lässt, sondern vielmehr in den Raum ausgreift“, so die Kunsthistorikerin. Die Zahl zwei im Titel steht übrigens dafür, dass 2016 unter der gleichen Leitidee in der Galerie der Künstler in München bereits eine Vorgängerausstellung stattfand.

Pinselbewegungen werden zerschnitten

Neben- und übereinander schieben sich die Bildträger bei Skrbic, winden sich um Ecken und durchqueren den Raum. Seine Bildfläche ist mit Rastern bedeckt, die in ihrer Struktur jedoch aufgebrochen sind.

Freiwalds Bilder sind Relikte eines experimentellen Findungsprozesses. Wie die Überreste einer Malerei, die ein Eigenleben entwickelt hat. Pinselbewegungen werden abrupt zerschnitten, der Bildträger ist zersplittert und fragmentiert, Fehlstellen machen das Abwesende anwesend.

Wandfüllende Farbflächen sind das bestimmende Gestaltungselement bei Haller. Er moduliert Kontraste zwischen Farben, Formen, Strukturen und Texturen in seinen installativen Arrangements. Die Wand wird bewusst integriert.

Alle drei Künstler studierten an der Kunstakademie in München. Skrbic war Meisterschüler bei Professor Jerry Zeniuk und schloss sein Studium mit einem Diplom ab. Florian Haller, war unter anderem bei Zeniuk Assistent. Er erhielt 2009 den Bayerischen Kunstförderpreis sowie darauffolgend das USA-Stipendium des Bayerischen Staates. Tim Freiwald studierte Malerei und Grafik. 2018 war er Preisträger im Förderprogramm „New Positions“ der Art Cologne und erhielt das Jahresstipendium des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg.

Die Eröffnung der Ausstellung „Tiefe nach außen 2“ des Kunstvereins Aichach ist am Samstag, 11. Mai, um 15 Uhr. Sie ist bis zum 23. Juni im SanDepot in der Donauwörther Straße in Aichach zu sehen. Öffnungszeiten sind Samstag, Sonntag und Feiertag jeweils von 14 bis 18 Uhr, sowie auf Anfrage. Am Sonntag, 26. Mai, findet eine Führung und Künstlergespräch statt. Bei der Aichacher Kunstnacht am 7. Juni, ist die Ausstellung ab 17 Uhr geöffnet.

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