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Baar

14.09.2019

Baar bleibt bei ehrenamtlichem Bürgermeister

Leonhard Kandler übt sein Amt als Bürgermeister in Baar ehrenamtlich aus. Nächstes Jahr tritt er nicht mehr zur Kommunalwahl an.
Bild: Archivfoto: Stefanie Brand

Baar wird auch nach der Kommunalwahl 2020 einen ehrenamtlichen Bürgermeister haben. Was für die Gemeinderäte vor der Entscheidung ausschlaggebend war.

Eine längere Diskussion gab es am Donnerstag im mit nur acht Gemeinderäten besetzten Gremium der Gemeinde Baar darüber, ob künftig ein hauptamtlicher oder ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde vorstehen soll. Bei der Entscheidung spielten auch finanzielle Gründe eine Rolle.

Das Thema beschäftigte den Gemeinderat schon mehrmals

Die Frage, wie die Rechtsstellung des Bürgermeisters ab Mai 2020 ist, beschäftigte den Gemeinderat schon mehrmals. Vor allem der „Kostenfaktor Bürgermeister“ spielte dabei eine Rolle. Die konkrete Frage von Zweiter Bürgermeisterin Johanna Ruisingers war diesmal: „Können wir uns einen hauptamtlichen Bürgermeister leisten?“

Die zusätzlichen rund 50000 Euro müsse man erst mal finanzieren, sagte Sandy Lichtblau, die Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Pöttmes. Die Kämmerin weiter: „Wenn es sich nur ums Geld dreht, würde ich nein sagen.“ Für einen hauptamtlichen Bürgermeister müssten in der Haushaltsberatung andere Dinge weichen. Die Kämmerin wies darauf hin, dass man aber auch andere Aspekte berücksichtigen müsse. Wie zum Beispiel die ständige Anwesenheit und damit die Möglichkeit, sich mehr einzusetzen.

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Kandler: Zeitaufwand beträgt mindestens 25 Wochenstunden

Ruisingers Frage an Bürgermeister Leonhard Kandler, wie viele Stunden er als ehrenamtliches Gemeindeoberhaupt investiere, konnte er nicht beantworten. Kandler, der bei der nächsten Kommunalwahl nicht mehr antritt, ging davon aus, dass man mit mindestens 25 Stunden rechnen müsse. Er gab zu bedenken: „Das könnte eventuell Probleme mit dem Chef geben.“

Mit Blick auf Projekte wie die neue Kindertagesstätte und die damit verbundenen Kosten war ein hauptamtlicher Bürgermeister für Vitus Riedl keine Lösung. Christian Hell ging davon aus, dass die Aufgaben eines Rathauschefs nicht gravierend zunehmen werden. Seine Meinung: „Ein Hauptamtlicher steht für mich außer Diskussion.“

Antrag, die Entscheidung zu verschieben, scheitert nur knapp

Ehrenamt und Berufstätigkeit werde in den meisten Fällen nicht gehen, sagte Peter Fesenmeir von der VG Pöttmes. Er empfahl, mit der Entscheidung, ob der Bürgermeister künftig haupt- oder ehrenamtlich ist, nicht zu lange zu warten. „Damit es auch ein möglicher Kandidat weiß.“

Ruisingers Antrag, die Entscheidung zu verschieben, wurde knapp mit vier Gegenstimmen abgelehnt. Einstimmig beschloss der Gemeinderat schließlich, dass der Rathauschef auch künftig ehrenamtlich die Gemeinde führen wird.

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