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Konzert

10.05.2019

Bayerische Flower Power begeistert im „Café“

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Das MVO-Orchester in Aktion.

Der Musikverein Obergriesbach erfüllt viele Wünsche beim Café-Konzert, hat aber keine Sulz im Angebot

„Habt ihr einen Kaba?“, „Ich bräuchte ein warmes Bier von euch!“ und „Eine Sulz wäre jetzt recht!“ waren die ungewöhnlichsten Anfragen beim Café-Konzert des Musikvereins Obergriesbach (MVO). Die genannten Wünsche konnte der Verein nicht erfüllen, dafür aber viele andere: Neben dem Blasorchester unter Leitung von Joseph Rast hatten die Chöre von Sandra Tucker ihren großen Auftritt. Das Konzert stand unter dem Motto „Flower Power“, wobei zum einen die musikalischen 1960er-Jahre gemeint waren, zum anderen aber auch die bayerische Standerl- und Festmusik nicht zu kurz kommen sollte.

Um nach dem ersten Ansturm auf das Kuchenbuffet ein Startsignal zu setzen, eröffnete der MVO das Konzert mit seinem grandiosen Jubiläumsmarsch „Griesbacher Diamanten“, den Dirigent Joseph Rast 2015 zum vierzigsten Geburtstag des Vereins komponiert hatte. Die Marschmusik verfehlte nicht ihre Wirkung, denn die Gäste stellten die Gespräche ein und wandten sich dem Geschehen auf der Bühne zu. Vereinsvorsitzender Bernd Broll begrüßte die Besucher, dankte den fleißigen Kuchenbäckerinnen und -bäckern, und versprach ein aufregendes Musikprogramm.

Letzteres stellte das Orchester gleich unter Beweis, als es den berühmten Klassiker der Pet Shop Boys, „Go West“, anstimmte. Besonders die Trompeten konnten mit ihrem Solopart glänzen. Aber keiner spielte so einen schönen Tonleiteraufstieg wie Elisabeth Failer beim Tonartwechsel kurz vor dem Ende des Stückes. Danach durften auch schon die Kinder auf die Bühne, um ihre Lieder zu präsentieren. Unter Leitung von Sandra Tucker merkte man den Buben und Mädchen an, wie viel Spaß ihnen das Singen im Chor machte. Bei einem brannte sogar der Hut, obwohl es bei genauerer Betrachtung eher ein LED-Flackern der Kopfbedeckung war. „Sieh auf deinem Weg“ sang dann auch der Kinderchor, wobei es sich um die Filmmusik aus „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ handelte.

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Wenig später kehrte das Blasorchester auf die Bühne zurück und spielte bis zur Pause Hits aus der Hippie-Ära, beginnend mit „Yellow Submarine“ und „When I’m Sixty-Four“ der Beatles, bis zur absoluten Hymne der Blumenkinder, Scott McKenzies „San Francisco“. In der anschließenden Konzertpause konnten die Musiker verschnaufen, während der künftige Wirt des Waldgasthofes im Publikum seine Runde drehte und das Rätsel um die altertümliche „Obergrießbach“-Schreibweise auf den Kaffeebechern gelöst wurde. Mit dem fetzigen „Rock Around the Clock“ meldeten sich Dirigent und Orchester aus der Pause zurück. Das war aber nur der Auftakt für den Auftritt der Chordamen, die ausgehend vom bekannten „A Million Dreams“ aus „The Greatest Showman“ über John Lennons gefühlvolle Ballade „Imagine“ den Flower-Power-Hit „Aquarius/Let the Sunshine in“ ansteuerten. Witzigerweise hatten die Frauen Blumen mitgebracht, die sie dann am Ende ihres Auftritts ins Publikum warfen.

Die Musiker des MVO ließen anschließend auf der Bühne endlich die bayerische Blumenwiese aufblühen. „Boarisch weißblau aufg’spuit“ hieß der Beitrag, bei dem jede Instrumentengruppe abwechselnd glänzen durfte. Ergänzt wurde das Ganze mit rhythmischen „Zwiefachen“ und langsamen „Boarischen“. Mit Unterhaltungsmusik also, die wunderbar zu einem gemütlichen Sonntagnachmittag im Mai passte. Das Publikum war so begeistert, dass es am Ende noch eine Zugabe forderte und auch bekam. (AN)

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