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Gesellschaft

20.04.2015

Beim Kaffeekranzl ist keiner allein

Die meisten Besucher haben beim monatlichen Kaffeekranzl schon ihren Stammplatz und sitzen immer am gleichen Tisch zusammen.
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Die meisten Besucher haben beim monatlichen Kaffeekranzl schon ihren Stammplatz und sitzen immer am gleichen Tisch zusammen.

Jeden ersten Dienstag im Monat kommen beim Baderwirt in Inchenhofen etwa 30 Frauen zum Plaudern und Kuchenessen zusammen. Manchmal ist auch ein Mann dabei

Es summt nur so im Gastraum des Baderwirts in Inchenhofen. Rund 30 Frauen sitzen an den Tischen. Es wird geratscht, diskutiert, gelacht und Kaffee getrunken. Einmal im Monat findet seit gut zwei Jahren das Kaffeekranzl in dem Gasthaus statt. Eine Veranstaltung, die auf eine private Initiative hin entstanden ist, von Anfang an gut angenommen wurde und auf die sich die Teilnehmer auch jeden Monat freuen.

Nur zwei Worte stehen auf der Tafel vor dem Eingang des Baderwirts „Dienstag Kaffeekranzl“ ist mit Kreide darauf geschrieben. Zwei Worte, die Hannelore Heidelmayr, wenn sie von Inchenhofen aus nach Sainbach fährt, sofort auffallen. „Ich schaue immer auf das Schild, wenn ich vorbeifahre“, erzählt die Sainbacherin. Sie ist mit 58 Jahren eine der jüngsten Besucherinnen des Kaffeekranzls.

Vor gut zwei Jahren hat Maria Schneider es ins Leben gerufen. Die Idee hatte sie von Bekannten übernommen, die ihr von so einem regelmäßigen Treffen erzählt hatten. Das wollte die damals 84-jährige Schneider auch in der Marktgemeinde organisieren. Verena Spies, Küchenchefin im Baderwirt, erinnert sich daran, wie Schneider bei ihr nachfragte, ob sie regelmäßig mit fünf bis sechs Frauen zum Kaffeetrinken kommen könne.

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Doch statt der erwarteten fünf bis sechs Besucherinnen waren im Herbst 2013 viel mehr zum ersten Treffen gekommen. Ein bisschen sei wohl auch Neugierde dabei gewesen, vermutet Spies. Denn damals hatte der Baderwirt gerade alles renoviert und erst wieder neu eröffnet. Das Kaffeekranzl, das für Besucher aller Altersgruppen gedacht ist, erfreut sich seitdem ungebrochener Beliebtheit bei den Besuchern. „Manchmal sind es 60, manchmal 30 Leute“, sagt Wirt Alois Metzger.

Inzwischen haben sich sogar schon feste Gruppierungen ergeben. „Wir sitzen immer alle zusammen an einem Tisch“, sagt Marianne Worsch und zeigt auf die zehnköpfige Runde. „Da hatte schon bald jeder seinen Stammplatz“, stimmt ihr Hildegard Wiedholz zu. Die verschiedenen Kuchen, süßen Stückchen und belegten Brötchen, die Küchenchefin Spies auf einem kleinen Tischchen bereit stellt, sind nur ein Grund, weshalb die Besucher sich auf die monatlichen Treffen freuen.

„Daheim schaue ich nur die vier Wände an“, sagt Lorenz Ecker. Der 81-Jährige ist der einzige Mann in der Runde und genießt das auch. Früher ist er mit seiner Frau gekommen. Seit ihrem Tod kommt Ecker alleine oder mit seiner Schwester zum Kaffeekranzl. Auch für die anderen Besucher, von denen viele alleinstehend sind, geht es vor allem darum, sich einen Nachmittag lang zwanglos unterhalten zu können und in Gesellschaft zu sein.

„Quer durch den Gemüsegarten“ gehen die Themen, die dabei zur Sprache kommen, erzählt Rosmarie Haberl. An ihrem Tisch sitzen Frauen, von denen viele erst durch die Heirat in die Gemeinde gekommen sind. Lauter „Reingschmeckte“ seien sie, erzählen die Frauen und lachen lauthals los. Es ist ganz offensichtlich, dass sie den Nachmittag genießen. Die Stunden vergehen viel zu schnell. Dann wird es Zeit, Kaffee und Kuchen zu zahlen.

Das Kaffeekranzl findet jeweils am ersten Dienstag im Monat ab 14 Uhr beim Baderwirt in Inchenhofen statt.

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