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Aichach-Friedberg

19.01.2021

Blick aus Aichach-Friedberg auf die USA: Wie wird Bidens Amtseinführung?

Am 20. Januar findet die Amtseinführung des designierten US-Präsidenten Biden und der designierten US-Vizepräsidentin Harris statt.
Foto: Alex Brandon, dpa

Plus Die Amtseinführung von Joe Biden am 20. Januar wird weltweit gespannt verfolgt. Was Menschen in Aichach-Friedberg sich davon erwarten.

Was passiert gerade in den Vereinigten Staaten? Nach dem Sturm aufs Kapitol machen sich viele Menschen Sorgen, dass die Amtseinführung des designierten Präsidenten Joe Biden am Mittwoch nicht friedlich verlaufen könnte. So denken Menschen mit einer besonderen Verbindung zu den USA darüber:

Wade Murphy ist ehemaliger US-Soldat. Er wohnt seit vielen Jahren in Aindling.
Foto: Max Kramer (Archivbild)

Wade Murphy, US-Amerikaner, Aindling:

"Was in den vergangenen Wochen in den USA passiert ist, beschämt mich. Donald Trump hat so lange seine Lügen wiederholt, bis die Leute angefangen haben, daran zu glauben. Was dabei rauskommt, hat man im Kapitol, einem der wichtigsten Orte der Demokratie, gesehen. Zu erleben, wie es von diesem Mob gestürmt wird, hat wehgetan.

Ich habe mir immer wieder die Frage gestellt: Was wäre passiert, wenn dort friedliche Proteste gegen Rassismus stattgefunden hätten? Ich glaube, dann wären dort viele Demonstranten gestorben. Leider gibt es in den USA nach wie vor viel Hass gegen Schwarze. Ich bin mir sicher: Wenn ich nicht in Deutschland leben würde, sondern in den USA, wäre ich entweder im Gefängnis – oder tot.

Wade Murphy aus Aindling: Trump hauptverantwortlich für Kapitol-Sturm

Donald Trump ist meiner Meinung nach einer der Hauptverantwortlichen für all das. Ich war in der US-Armee und weiß, was es bedeutet, einen Befehl zu bekommen. Trump hat an diesem Tag den Befehl gegeben, Unruhe zu stiften – und damit bei vielen Rechtsradikalen Gehör gefunden. Diese haben dank Trump eine Ausrede, Gewalt anzuwenden. Das ist so traurig, aber wahr.

Ich glaube, dass es am Mittwoch bei der Amtseinführung ruhig bleibt, dafür sind zu viele Sicherheitskräfte in Washington. Gegen die traut man sich nicht einfach aufzumucken. Danach muss das Land wieder zusammenfinden. Biden wird versuchen, die Amerikaner trotz aller Wunden zu versöhnen. Das wird aber nicht einfach."

Die Aichacherin Karina Meitinger hat ein Jahr in den USA gearbeitet.
Foto: Karina Meitinger

Karina Meitinger, arbeitete ein Jahr lang in Amerika, Aichach:

"Am 6. Januar habe ich alles auf CNN mitverfolgt. Das ist total erschreckend zu sehen, wie viele Leute da ins Kapitol überhaupt reingekommen sind. Ich habe, als ich in Amerika war, mit meinen Eltern eine Führung im Kapitol gemacht. Damals gab es so viel Sicherheit, da schien so etwas unmöglich. Für die Amtseinführung weiß ich auch nicht, was die Trump-Anhänger geplant haben. Es geht ja in der Presse einiges rum. Die Sicherheitsvorkehrungen werden natürlich sehr groß sein, aber wer weiß …

Meine Erwartung an Biden ist unter anderem, dass er mehr wegen der Corona-Pandemie unternimmt. Dass er zum Beispiel Maskenpflicht einführt und das Gesundheitspersonal aufstockt. Was er genau macht, wird sich zeigen. Aber man erhofft sich natürlich von Deutschland aus, dass mit ihm die amerikanische Wirtschaft wieder aufgebaut wird und die Handelsbeziehungen besser werden.

Aichachern erzählt: Freundin aus USA freut sich auf Bidens Amtseinführung

Eine Freundin aus Chicago hat mir geschrieben, sie freut sich total auf die Amtseinführung. Deswegen, weil es ein neues Kapitel in der Geschichte wird. Joe Biden war für sie bestimmt nicht die erste Wahl als Präsident. Aber sie denkt, er ist momentan der Einzige, der das Land wieder einen kann. Sie ist allerdings sehr besorgt über die Gruppen, die Trump unterstützen. Sie hofft, dass der Tag in die Geschichte eingeht als der Tag, an dem die erste weibliche und erste schwarze Vizepräsidentin eingeführt wurde. Sie schreibt aber auch, dass es ihr traurigerweise sehr naiv erscheint, zu viel Hoffnung reinzustecken."

Timothy Simones, 61, kommt aus St. Louis, Missouri.
Foto: Timothy Simones

Timothy Simones, US-Amerikaner, Aindling

"Jeder darf protestieren, das ist klar. Aber nicht mit Gewalt. Was die Trump-Anhänger am Kapitol gemacht haben, das war mir schon peinlich. Dass es bei der Amtseinführung zu Gewalt kommt, glaube ich aber nicht. Ich persönlich mag Biden. Der Mann hat sehr viel durchgemacht in der Vergangenheit. Und trotzdem wird er Präsident, ich muss sagen, Hochachtung. Ich erwarte viel von ihm, aber die da drüben sind nicht so optimistisch. Meinen Brüdern ist seine Politik zu liberal. Sie machen sich Sorgen, unter anderem wegen des Einwanderungsgesetzes der Demokraten."

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