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Umwelt

12.07.2019

Borkenkäfer ist auf dem Vormarsch

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Hier sind schon Fichtenstämme geschlagen worden, aber der Borkenkäfer macht rasant weiter. Das erklärte Rolf Banholzer den Besuchern einer Waldbegehung in der Gemeinde Affing.

Für den Forst sieht es auch im Wittelsbacher Land schlecht aus. Fachleute demonstrieren bei Affing, wie rasant sich der Schädling vermehrt. Jetzt hilft nur noch eines

Es war vorauszusehen: Das äußerst trockene Jahr 2018 war der ideale Wegbereiter für eine Borkenkäferplage. 4,5 Millionen Festmeter Fichten-Schadholz produzierte das kleine, unscheinbare Käferchen im vergangenen Jahr allein in Bayern. Heuer legte es zu Vegetationsbeginn furios los.

Die Käferfallen im Derchinger Forst zeigten schon im April Rekordzahlen, was sich in den Folgemonaten noch fortsetzte. In diesen Tagen schwärmt die erste Nachwuchsgeneration des Buchdruckers. Jetzt ist handeln geboten.

Waren die Appelle an die Waldbesitzer schon in den vergangenen Jahren eindringlich, nun scheinen sie so notwendig wie nie. Peter Erhard, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (WBV) Aichach appelliert an seine Kollegen: „Es hilft nur die Schnelligkeit. Kontrolliert eure Bestände wöchentlich, und schneidet heraus.“ Den Ausspruch tätigt er jüngst bei einer Begehung im Forst in der Nähe des Affinger Ortsteils Gebenhofen.

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Der Bestand dort ist auf den ersten Blick unverdächtig. Doch selbst gesund scheinende Bäume haben mittlerweile Probleme, die Flut der Käfer abzuwehren. Bohrmehl auf den Wurzelansätzen und Harztropfen den gesamten Stamm hinauf zeugen von den Angriffswellen der Buchdruckermännchen. Sie sind es, die ihr Leben riskieren, um sogenannte Rammelkammern anzulegen, von wo aus die Weibchen ihre senkrechten Brutgänge ins Kambium fressen, um darin ihre Eier abzulegen. Die Maden bohren dann waagerecht weiter. Ein einziges Weibchen kann so bis zum Ende der Vegetationsperiode bis zu 100000 Nachkommen zustande bringen. Ralph Gang vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) betont vor den Waldbesitzern: „500 davon reichen, eine vitale Fichte zu töten.“

Die Fichte, um die die 20 Waldbesitzer stehen, trägt einen roten Punkt und ein Fragezeichen. Förster Rolf Banholzer hat den Baum eine Woche zuvor so markiert. „Da war noch fraglich, ob es sich um einen Befall handelt, heute ist das der klassische Käferbaum“, stellt Gang fest.

Draußen vor dem Wald liegen schon etliche Stämme. Der Waldbesitzer dachte, nun könne Ruhe im Bestand einkehren, doch der Käfer ist zu präsent. „Ich hätte da eine klare Linie gezogen und alle Stämme in dem Bereich geschlagen. So kann ich sie noch als Frischholz vermarkten, später sind sie verblaut und als Käferholz nur noch die Hälfte wert“, erklärt Peter Erhard.

Die Hälfte? Das bedeutet, dass für den Festmeter unter 30 Euro bezahlt werden. Für Kleinwaldbesitzer eine große Belastung, wenn sie für eine professionelle Käferholzbeseitigung auch noch draufzahlen müssen. Erhard sieht dennoch keine Alternativen zur Käferbekämpfung. Sein Rat: „Haltet den Käfer unter Kontrolle bis der Preis für unser Holz wieder im dreistelligen Bereich liegt.“ "Seite 1

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