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Sielenbach

17.08.2015

Bruderschaft weiht ihre Fahne

Ein großer Tag war dies für die Mitglieder des „Blauen Bundes“: Nach der Predigt weihte Pater Michael die Fahne der Bruderschaft.
Bild: Erich Echter

Über 400 Katholiken feiern einen Festgottesdienst zu Mariä Himmelfahrt in Sielenbach. Dabei geht Pater Michael am Rande auch auf Kritik an seiner Person ein.

Die Sielenbacher Sieben-Schmerzen-Bruderschaft hat an Mariä Himmelfahrt ihre wiedergefundene und restaurierte Fahne geweiht. Über 400 Katholiken aus dem Pfarrverband Altomünster (Landkreis Dachau) kamen in den Klostergarten von Maria Birnbaum in Sielenbach, um mit Pater Michael den Festgottesdienst zu feiern.

Landrat Klaus Metzger unterstrich die kulturelle Bedeutung der renovierten Fahne: „Wir sind im Wittelsbacher Land mit Kulturgütern gut bestückt. Aber der heutige Tag ist etwas Besonderes. Denn es ist die Heimkehr eines besonderen Zeichens, eines Zeichens der Gemeinschaft.“

Bevor sich der Festzug mit der renovierten Bruderschaftsfahne am Martinskirchlein an der Raderstettener Straße auf den Weg zum Klostergarten machte, betete Pater Michael die Fürbitten im altehrwürdigen Gotteshaus. Ein langer Zug setzte sich danach in Bewegung. Angeführt von der Sielenbacher Blaskapelle, dahinter alle örtlichen Vereine, der Blaue Bund, Vereine aus Wollomoos, Kiemertshofen (Altomünster) und eine Wallfahrergruppe aus Rinnenthal (Friedberg). Betend zogen sie bei strahlendem Sonnenschein zum Klostergarten.

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Im Klostergarten warteten viele Menschen auf den Festzug. Pater Michael freute sich, dass Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko, Landrat Klaus Metzger, Bürgermeister Martin Echter, die Bürgermeister Anton Kerle aus Altomünster, Paul Reithmeir aus Eurasburg, Lorenz Braun aus Adelzhausen und Josef Schreier aus Schiltberg ebenfalls gekommen waren.

Echter: Rückkehr der Fahne ist ein Glücksfall

Das Tagesevangelium, die „Hochzeit von Kana“, interpretierte der Geistliche dahingehend, dass man es damals verstanden habe zu feiern. „Sechs Krüge Wein und Jesus verwandelte nochmals sechs Krüge. Das waren viele Hundert Liter Wein“, betonte Pater Michael.

„Und heute gibt es Menschen, die sich aufregen, wenn der Pater 100 Liter Freibier verspricht“ – damit schickte er eine Pfeilspitze in Richtung derer hinterher, die ihn für seine Freibieraktion bei der Fahnenweihe des Burschenvereins Sielenbach im Mai kritisiert hatten. Damals hatte er den Burschen folgendes Angebot gemacht: Sollten sie es schaffen, dass bis Jahresende jeden Sonntag mindestens fünf Burschen und zwei Festdamen in die Kirche kämen, würde er 100 Liter Freibier spendieren.

In seine Gebete schloss Pater Michael auch den Sielenbacher Michael Ritter ein, der die verschollene Fahne der Sieben-Schmerzen-Bruderschaft im Internet ausfindig gemacht hatte, und die Rosner&Seidl-Stiftung, die die Renovierungskosten übernommen hatte.

Landrat Metzger ging in seinen Worten zu den Gottesdienstbesuchern auf die Traditionen im Wittelsbacher Land und dem Klosterort Sielenbach ein. Er sagte: „Besonders freut mich, dass die Bruderschaftsfahne wieder an den Ort ihrer Entstehung zurückgekehrt ist.“ Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko gratulierte der Bruderschaft zu ihrer wiedergefundenen Fahne. „Das Bruderschaftsfest ist in Sielenbach eine wichtige Traditionsveranstaltung“, betonte er.

Für den Bruderschafts-Vorsitzenden Franz Echter ist es ein Glücksfall, dass die Fahne wieder in Sielenbach ist. Echter lobte das Engagement des Sielenbacher Historikers Michael Ritter: „Die Suche nach der verschwundenen Fahne war für ihn die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen.“

Ein kleines Jubiläum feierten die Wallfahrer aus dem Friedberger Stadtteil Rinnenthal. Heuer kamen sie bereits zum 15. Mal an Mariä-Himmelfahrt nach Sielenbach. Als Dank an die Gottesmutter brachten sie eine große Votivkerze zum Wallfahrtsort mit. Ein kleineres Exemplar gab es für Kaspar Breitsameter und seine Gattin aus Hohleneich, wo die Wallfahrer bereits seit 15 Jahren ihre Rast einlegen.

In Maria Birnbaum werden traditionell Kräuter geweiht

Traditionell werden an Mariä Himmelfahrt in der Sielenbacher Wallfahrtskiche Maria Birnbaum die Kräuter geweiht. Eine Legende, die Maria und die Kräuter verbindet, besagt, dass „wundersamer Kräuterduft“ das Grab Mariens erfüllt haben soll, wie Pater Michael in seiner Predigt einfließen ließ.

Viele Gottesdienstbesucher hatten ihre Kräuterbüschel mitgebracht, um sie weihen zu lassen. Maria und Leonhard Held waren bis aus dem mittelfränkischen Allersberg gekommen. „Wir haben unsere Wurzeln in Andersbach und zum Fest wollten wir nach Maria Birnbaum kommen“, sagte Maria Held.

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