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Bürgerversammlung

14.11.2017

Bürgermeister informiert über Bauprojekte

Zügige Fortschritte gibt es beim Neubau der Rehlinger Kläranlage in Unterach. Hier zu sehen das riesige Belebungsbecken, das schon mit Grundwasser gefüllt ist, um alle Funktionen durchtesten zu können, wie die Spezialrührwerke oder den Lufteintrag über die Drehkolbengebläse. Dahinter sieht man das erste, runde Schlammbecken. Sobald der Umschluss der Schmutzwasserleitung zur neuen Abscheideanlage erledigt ist (Ende November), folgt der Rückbau der alten Anlagenteile wie auch der Tropfkörper. Dann wird ein zweiter Schlammbehälter sowie das Regenüberlaufbecken gebaut. Hier ist rechts das alte Becken zu sehen.
Bild: Josef Abt

Alfred Rappel geht in seinem Bericht ausführlich auf neuen Kindergarten und neue Kläranlage ein. Die Gesamtkosten von rund acht Millionen Euro belasten die Gemeinde erheblich.

Die zwei bisher größten Baumaßnahmen bestimmen derzeit das Geschehen in Rehling. Während der Neubau der gemeindlichen Kläranlage nördlich von Unterach weit vorangeschritten ist, ist der Neubau des Kindergartens noch in der Planungs- und Genehmigungsphase. Zu den meistdiskutierten Themen zählt aber der Tetra-Funkmast, der im Norden von Sägmühl entstehen soll (wir berichteten mehrfach). Vor wenigen Tagen wurden Flugblätter an alle Haushalte verteilt. Dabei wurde auf die Gefahr für Mensch und Umwelt hingewiesen und zum Kampf gegen den Mast aufgerufen. Er war auch bei der Bürgerversammlung in der TSV-Sporthalle am Montag ein Thema (Bericht folgt).

Noch steht die Gemeinde finanziell gut da. Die Schulden werden sich bis Jahresende auf 140000 Euro reduzieren, was pro Kopf 55 Euro entspricht. Zudem hat die Kommune aktuell eine Rücklage von 2,5 Millionen Euro. Dies sind laut Bürgermeister Alfred Rappel aufgrund der neuen Kläranlage und des neuen Kindergartens mit Gesamtkosten von acht Millionen Euro aber nur Momentaufnahmen.

Die Kläranlage, für die es keine Zuschüsse gibt, verschlingt knapp vier Millionen. Ein Drittel der umlagefähigen Kosten von dreieinhalb Millionen Euro wird über die im Frühjahr bereits erhobenen Verbesserungsbeiträge beglichen, der Rest über Abschreibung und kalkulatorische Verzinsung über Gebühren.

Der Kindergartenneubau mit voraussichtlichen Gesamtkosten von 5,9 Millionen Euro wird die Gemeindekasse mit etwa vier Millionen Euro belasten, zwei Millionen werden als staatlicher Zuschuss erwartet. Diese Kosten werden die finanzielle Situation bis 2019 deutlich verändern. Dann sind nicht nur die Rücklagen aufgebraucht, sondern es wird auch ein Kredit von rund drei Millionen Euro erforderlich. Dadurch steigt die Pro-Kopf-Verschuldung auf über 1000 Euro.

Rappel ging ausführlich auf das bislang größte Bauprojekt der Gemeinde ein: den neuen Kindergarten mit angegliedertem Bürgerhaus. Nicht unumstritten ist der Standort südlich des Gemeindewohnhauses im Bereich der jetzigen Parkplätze. Die Diskussion hatte Altbürgermeister Fritz Höß angestoßen, der den Hang südlich des bestehenden Kindergartens gelegenen für die bessere Wahl hält – auch im Hinblick auf die Parksituation. Nach Abwägung des Für und Wider hatte sich der Gemeinderat einstimmig für den jetzt gewählten Standort entschieden.

Noch heuer können laut Rappel der Bauantrag beim Landratsamt eingereicht und der Förderantrag bei der Regierung von Schwaben gestellt werden. Rappel ging auf die Kosten ein. Vor einem Jahr hatten bei der Bürgerversammlung rund vier Millionen Euro Gesamtkosten im Raum gestanden. Die damalige Summe basierte auf einem kleinen Wettbewerb mit vier Planungsbüros. Bekanntlich musste die Planung europaweit ausgeschrieben werden.

Die ersten Zahlen des beauftragten Ingenieurbüros 3+ Architekten aus Augsburg lagen bereits bei 5,4 Millionen Euro. Grund der Steigerung seien umfangreichere Planungen gewesen, so Rappel. Die Summe ist nach weiteren Änderungen bei Flächen und Technik auf 5,9 Millionen angewachsen.

Bekanntlich gibt es im neuen Kindergarten, der für sechs Gruppen ausgelegt ist, auch Gemeinschaftsräume außerhalb des Kindergartenbereiches, die später für die Öffentlichkeit genutzt werden können. Dazu gehört neben der Gemeindebücherei ein Gymnastik- und Essensraum für den Kindergarten. Er kann mit geplanten 220 Quadratmetern – rund der dreifachen Größe des Mehrzweckraums im Rathaus – für Abend- oder Wochenendveranstaltungen und für Vereine genutzt werden.

Für diese Bereiche gibt es eigene Toiletten, die Küche kann für Veranstaltungen mitbenutzt werden. Der neue Kindergarten schafft im alten Haus Platz für eine weitere, dringend nötige Krippengruppe und die Unterbringung des Horts. Bei der neuen Kläranlage sollen in den nächsten Wochen die Umschlüsse des Klärwasser-Zulaufs von der alten auf die neue Anlage erfolgen – ein erster Schritt zur Inbetriebnahme der neuen Reinigungsanlage mit Teilbereichen. Danach folgt der Abbau der alten Anlagenteile, darüber hinaus muss ein weiterer Behälter für Klärschlamm gebaut werden. Weitere Schritte sind der Bau des Regenüberlaufbeckens und die Erneuerung der Außenanlagen. Das Ende der Bauarbeiten mit offizieller Inbetriebnahme ist im Herbst 2018 geplant.

Zahlen aus der Gemeinde Rehling

Einwohner

Gesamt 2560 (33 Einwohner mehr als im Vorjahr) davon in Rehling: 1312, Oberach: 593, Unterach: 216, Sankt Stephan: 198, Au: 110, Allmering: 69, Sägmühl: 36, Scherneck: 15, Kagering: 7, Rohrbach: 3, Gamling: 1.

Männer und Frauen 1313 Männer, 1247 Frauen.

Kinder und Jugendliche bis 18561 (22 Prozent der Gesamtbevölkerung, ähnlich wie Vorjahr)

Personen über 60622 (24,3 Prozent, Vorjahr: 23)

80 Jahre oder älter94

85 Jahre oder älter 36

90 Jahre oder älter 11

Älteste Einwohner Älteste Frau: 96 Jahre, ältester Mann: 94 Jahre alt.

Ausländische Staatsangehörige 118 (Quote 4,6 Prozent) aus 30 Nationen, am häufigsten aus Rumänien.

Alle weiteren Einwohnerdaten vom 1. November 2016 bis 31. Oktober 2017:

Geburten 28 (Vorjahr: 32), davon 20 Buben, acht 8 Mädchen

Verstorbene 13 (18)

Zuzüge 138

Abmeldungen 112

Eheschließungen 14 (13)

Finanzen

Steueraufkommen gesamt Knapp 3 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2017 (Vorjahr: 60000 Euro weniger).

Grundsteuer A 45000 Euro (45000)

Grundsteuer B 199000 Euro (201000)

Gewerbesteuer 1,05 Millionen Euro (1,1 Millionen)

Anteil an Lohn- und Einkommensteuer 1,6 Millionen Euro (1,5 Mio.)

Umsatzsteuerbeteiligung 59000 Euro (46000 Euro)

Kreisumlage 1,2 Millionen Euro (1,1 Millionen)

Gewerbesteuer-Umlage 238000 Euro (223000 Euro)

Schulden 141000 Euro (minus 57000 Euro), das sind pro Kopf rechnerisch 55 Euro (77 Euro)

Kinderbetreuung

Grundschüler 101 in sechs Klassen

Kita 175, davon Krippenkinder (unter drei Jahre): 24, Kindergarten: 112, Hort 39 (zwei Gruppen, eine davon im Container bei der Schule und eine in der Grundschule selbst

Kinder Schulverband insgesamt 223 Verbandsschüler, davon 44 Kinder aus Rehling. (at)

Die Diskussion ist geschlossen.

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