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Musik

24.07.2018

Chöre beeindrucken mit Mozarts Waisenhausmesse

Nach der gelungenen Aufführung folgte verdienter langer Applaus: Der Chor St. Severin zusammen mit dem Kammerchor Maria Birnbaum und dem Projekt-Orchester.
Bild: Manuela Rieger

Sopranistin verleiht dem Benefizkonzert für die Sielenbacher Wallfahrtskirche Maria Birnbaum besonderen Glanz

In Maria Birnbaum und für Maria Birnbaum war am Sonntag ein besonderes Konzert zu hören. Für die Renovierung der Sielenbacher Wallfahrtskirche gestalteten zwei Chöre ein besonderes Konzert. Nach der Begrüßung durch Pater Bonifatius Heidel lauschte das zahlreiche Publikum Mozarts Mater amabilis und dem Sub tuum praesidium.

Lange ist daran gezweifelt worden, dass Wolfgang Amadeus Mozart die groß angelegte Missa in c-Moll, KV139 als Zwölf- bis 13-Jähriger anlässlich der Einweihung der Wiener Waisenhauskirche komponiert haben soll. Die hohe künstlerische Qualität des Werkes ließ das selbst unter Berücksichtigung der extremen Frühreife Mozarts kaum glaubhaft erscheinen. Neuere Forschungsergebnisse haben die endgültige Bestätigung erbracht, und so bleibt nur Bewunderung für dieses geniale Frühwerk. Das als „Waisenhausmesse“ bekannte Werk hat bei Weitem nicht die Popularität vieler späterer Messkompositionen erlangt, was wahrscheinlich mit der extremen Länge des Werkes und der damit verbundenen erschwerten Aufführung im Rahmen eines Gottesdienstes zu tun hat.

Eine bemerkenswerte Tatsache ist, dass der Garchinger Chor St. Severin und der Kammerchor Maria Birnbaum zusammen mit dem Projekt-Orchester diese anspruchsvolle, aber selten aufgeführte Festmesse in ihrem Repertoire haben: Das Kyrie konnte in seiner ganzen Wucht erklingen. Wie eine Szene aus dem Inferno, dem ein Schluchzen der Posaunen, Geigen und Bratschen antwortet. Starkes Format hatte dieses von düsteren Posaunenklängen bestimmte Kyrie und schließlich die ganze Aufführung dieser Messe.

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Die Chöre waren für die Aufführung sehr gut vorbereitet, und das Publikum konnte das deutlich heraushören. Ein exzellentes Solistenquartett stand dazu bereit, allen voran Jaewon Yun mit ihrem leuchtkräftigen Sopran, die besonders im „Laudamus te“, im „Gloria“ und im „Et incarnatus est“ (Credo) wahre Wunder vollbringt, was Klarheit des Gesangs, aber auch Einfühlungsvermögen anlangt. Aber auch Lucia Frank (Alt), Anselm Sibig (Tenor) und Virgil Maschok (Bass) bringen großartige Leistungen. Franks prächtige Altstimme mischte sich im „Et incarnatus“ mit dem Sopran von Yun wunderbar.

Die große Solistin des Abends aber war Jaewon Yun. Ihre Stimme verlieh dem Abend Glanz, nicht nur bei Mozarts „Waisenhausmesse“, auch bei dem Mozart zugeschriebenen, sehr beliebten „Offertorium Sub tuum praesidium“ und vor allem beim „Mater amabilis“ das als Entree zu hören war. Der Chor St. Severin aus Garching und der Kammerchor von Maria Birnbaum harmonieren zusammen mit dem Orchester glänzend; es ist immer wieder erstaunlich, zu welcher Expansion diese Ensembles fähig sind. Das Projekt-Orchester ist bestens disponiert und wird unter dem Dirigat von Rudolf Drexl, der die Gesamtleitung innehat, feinnervig und souverän angeführt.

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