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Bauausschuss I

07.11.2019

Darf in Obermauerbach anders gebaut werden?

Für dieses Gebäude soll der Bebauungsplan Obermauerbach Süd-Ost geändert werden, wünscht sich der Grundstückseigentümer. Hier die Ansicht von Süden (von der freien Landschaft aus) und das Pultdach von Westen her.

Der 43 Jahre alte Bebauungsplan für das Gebiet am Ortsrand steht auf dem Prüfstand. Ein Bauherr will dort mit größerer Wandhöhe und mit Pultdach bauen. Es geht um die Wirkung nach außen und die Dachform

Aus dem Jahre 1976 stammt der Bebauungsplan „Obermauerbach Süd-Ost“. Einmal, 1992, ist er bereits geändert worden. Im Bauausschuss des Aichacher Stadtrats lag jetzt ein Antrag vor, diesen zu ändern. Die Meinungen darüber waren allerdings geteilt.

Anlass ist der Bauwunsch eines Grundstückseigentümers, der nicht mit den Festsetzungen des Bebauungsplans übereinstimmt. Dieser schreibt als Dachform ein Satteldach vor und erlaubt ein Vollgeschoss mit einem halben Untergeschoss. Der Antragsteller möchte ein Haus mit versetztem Pultdach bauen, das zwei Vollgeschosse und ein halbes Untergeschoss hat.

Bauamtsleiterin Carola Küspert vertrat dazu die Meinung, dass sich ein Pultdach nicht in die Umgebung, die von Satteldächern geprägt ist, einfügt. Es werde als störend empfunden und sei nicht ortstypisch. Dazu kommt, dass dort am Ortsrand zur freien Landschaft hin das Gelände stark abfällt. Mit einer Gesamthöhe von etwa 10,50 Metern erscheine das Gebäude an der Stelle als zu dominant. Georg Robert Jung (FWG) sah das „nicht ganz so kritisch“. An dieser Stelle sei die Höhe nicht so problematisch, fand er. Der 43 Jahre alte Bebauungsplan müsse als überholt angesehen werden. Er plädierte dafür, den über 40 Jahre alten Bebauungsplan nicht nur für dieses Grundstück, sondern für alle zu ändern. „Man baut heute anders.“ Dem schloss sich Erol Duman (BZA) an. Der Bebauungsplan sei nicht mehr zeitgemäß. Man solle auch andere Dachformen zulassen. „Das ist Leben“, meinte er.

Auch Kristina Kolb-Djoka (SPD) störte sich nicht an dem Pultdach. „Andere werden wohl ähnlich bauen wollen“, sagte sie. Für Magdalena Federlin (Grüne) war es zeitgemäß höher zu bauen als früher, um Fläche zu sparen. Auch sie plädierte dafür, den Bebauungsplan für den gesamten Umgriff zu ändern. Helmut Baumann, stellvertretender Leiter des Bauamts, warnte. In die freie Landschaft hinaus wirke das Gebäude mit mehr als zwei Stockwerken. „Darüber muss man sich klar sein“, sagte er.

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung lautete, die Bebauungsplanänderung aus städtebaulichen Gründen abzulehnen. Er erhielt 6:6 Stimmen. Damit gilt die Ablehnung als abgelehnt, der Bebauungsplan wäre also zu ändern. Nun ist der Stadtrat am Zug.

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