Newsticker

Corona-Pandemie verschlechtert weltweite Ernährungslage
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Das Milchwerk und die Angst vor der Salamitaktik

Aichach

07.07.2010

Das Milchwerk und die Angst vor der Salamitaktik

Das Milchwerk und die Angst vor der "Salamitaktik"

Weil der Investor auf dem Milchwerkareal im Detail einige Umplanungen vorgenommen hat, warnten im Bauausschuss des Aichacher Stadtrats Georg Robert Jung (Freie Wähler) und Marc Sturm (CSU) vor einer drohenden "Salamitaktik". Von Gert-Peter Schwank

Weil der Investor auf dem Milchwerkareal im Detail einige Umplanungen vorgenommen hat (die allerdings nicht die Verkaufsflächen betreffen), warnten im Bauausschuss des Aichacher Stadtrats Georg Robert Jung ( Freie Wähler) und Marc Sturm ( CSU) vor einer drohenden "Salamitaktik" und vor einer möglicherweise am Ende stehenden "Aufweichung der Sortimentskonzentration" (Sturm). Jung pochte "auf die Planungshoheit der Stadt".

Demgegenüber stand die Position von Hanni Held (CSU): "Eigentlich sollten wir froh sein, dass wir einen Investor gefunden haben, der was macht, und meckern wieder rum ..." Jung ruderte in der Diskussion wieder zurück: "Ich will dem Investor keine Steine in den Weg legen ..." Es gehe aber darum, "nicht immer vom Konzept abzuweichen".

Nicht zuletzt durch einen zusätzlichen Grunderwerb hat der Investor (gleichzeitig Projektentwickler) einige zunächst geplante Bereiche lediglich vertauscht. Das heißt, eine größere Verkaufsfläche wurde von Süden nach Norden verlegt, die Gebäude also quasi vertauscht. Weiter ist geplant, zwei Pavillons, die die Einfahrt an der Augsburger Straße einrahmen, von bislang 135 Quadratmetern auf 270 Quadratmeter zu vergrößern (Wohn- und Geschäftsbereich).

Das Milchwerk und die Angst vor der Salamitaktik

Interessenten stehen Schlange

Die Interessenten würden Schlange stehen, was auch den Bürgermeister freut. Klaus Habermann: "Wir sind für den Wohn- und Geschäftsbereich froh, wenn der eine oder andere noch dazukommt."

Der Bauausschuss segnete schließlich die Vorplanungen (Bebauungsplan und Flächennutzungsplan) mit den vorgelegten Änderungen einstimmig (11:0) ab. Das weitere Verfahren (Stellungnahme der Fachbehörden, öffentliche Auslegung, weitere Beschlüsse) soll bis Jahresende erst einmal zügig fortgeführt werden.

Probleme zur Verkehrssituation mit Zu- und Abfahrten im Zusammenhang mit den beiden geplanten Kreisverkehren wollte Helmut Beck (CSU) angesprochen wissen. Dazu kündigte Bauamtsleiter Josef Hell weitere Untersuchungen durch eine Fachgesellschaft an.

Kurz waren die Veränderungen bereits in der jüngsten Stadtratssitzung Thema gewesen. Der Stadtrat hatte den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan einstimmig gefasst. Das war nötig geworden, weil der Planungsbereich um ein zugekauftes kleines Grundstück erweitert worden war.

Helmut Beck wollte im Stadtrat wissen, wann denn der Abriss der bestehenden Gebäude beginne. Im Herbst soll es losgehen, so Reichenberger, der das Gelände mittlerweile gekauft hat. Das Bauleitverfahren soll zügig durchgezogen werden. In der Stadtratssitzung am 16. Dezember soll der Satzungsbeschluss gefasst werden, so Bürgermeister Klaus Habermann. Damit würde heuer noch Baurecht geschaffen. Im Frühjahr soll dann Baubeginn sein.

Wer auf dem Milchwerkgelände einziehen wird, darüber bewahrt Josef Reichenberger noch Stillschweigen. "Erst sollen alle Verträge unter Dach und Fach sein", sagte er gestern auf Anfrage. Wie berichtet, sollen ein Lebensmittelmarkt und ein Drogeriemarkt die größeren Handelsflächen beziehen. Auf dem Gelände soll auch eine Arztpraxis entstehen. Von Gert-Peter Schwank

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren